Blogs und Werbung: Funktionale Betatests

Robert Basic

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die möglichen Werbeeinnahmenquellen sind hinlänglich bekannt. Was man aber so noch gar nicht ins Auge gefasst hat: Ein Zwitter aus Werbung und Betatest. Heißt? Widgets werden auf Blogs mittlerweile gerne eingesetzt. Dabei handelt es sich um kleine Funktionspakete, die über einen externen Werbservice abgebildet werden. So kann man ein YouTube-Video auf seinem Blog oW als Widget bezeichnen. Das einen kleinen Teil der gesamten Funktionalität von YouTube auf dem Blog spiegelt. Nun ist es oW denkbar, dass ein Web-Unternehmen ein Widget gegen Bares einbauen läßt. Das ist zu einem Teil Werbung, kann aber auch zu einem Betatest gehören.

Finde jetzt den Link zum Artikel nicht mehr, aber ich hatte erst kürzlich über diese Möglichkeit nachgedacht. Prompt -womöglich wegen dem Artikel?- hat sich eine Firma gefunden, die genau so etwas ins Auge gefasst hat: Sidesparks. Ich werde die nächsten Tage einen sog. „Tagged Chat“ einbauen und testen. Hierbei wird zu jedem Einzelartikel ein Link analog zu dem Kommentarlink platziert. Nur mündet der Link nicht in einen Kommentarbereich, sondern in ein Chat-Fenster. Das Modul las zuerst die Artikelüberschrift aus und bildete aus den keywords sog. „Chat-Kanäle“. Das gefiel mir aber nicht so gut. Nach Rücksprache mit Sidesparks haben die Jungs das so abgeändert, dass man die interne Tag-Maschinerie von WordPress anzapft. So werden nun Tags zum Artikel als Basis für die Chat-Channels genutzt. Ohne jetzt auf die Pros und Contras einer derartigen Lösung einzugehen, merkt man schon jetzt, um was es sich handelt: Man spielt bezahlten Betatester, trommelt aber zugleich für das Startup. Das allerdings kann man nur dann empfehlen, wenn man auch tatsächlich einen Nutzwert für den Leser sieht. Sonst macht das keinen Sinn imho. Ähnlich verfährt übrigens Techcrunch, die das Videowidget von Seesmic eingebaut haben. Nur mit dem Unterschied, dass Michael Arrington Investor bei Seesmic ist.

Alleine nur bezahlte Widgets als Anbieter einbauen zu lassen, ist in meinen Augen zwar eine Möglichkeit, aber mir persönlich als Gesamtpaket zu schwach. Insbesondere die Kopplung mit dem Betatest macht weitaus mehr Sinn. Man unterstützt über Feedback wie eine Art Testpilot das Startup. Und hofft, dass das Modul nach einigen Iterationsrunden tatsächlich Sinn stiftet.

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Warum ich das erzähle? Na ist doch einfach: Wer nicht selbst probiert, weiß nicht, ob es schmeckt. Wie bei Kochbüchern: Vom bloßen Anschauen wird man nicht wissen, ob das Rezept einem mundet und ob man es überhaupt zubereiten kann. Man muss es schon selbst ausprobieren. Bedenken, ob diese Vermischung aus quasi angereicherten Funktionen gegen Cash und Werbung gut oder schlecht ist, hege ich jetzt nicht, sehe ich aber durchaus als Faktor, den es zu berücksichtigen gilt. Erst testen, dann resümieren! Und sobald sich die Eindrücke grob eingestellt haben, kann ich diese weiterreichen.

Was den Blogger selbst angeht, so kann eine Mischung aus bezahlten Widgets und Betatests den Nachteil zahlreicher Blogs aufwiegen, dass diese über geringe Trafficvolumina verfügen. Und damit über reine Werbebanner so gut wie nichts verdienen können. Denn, die Bezahlung setzt sich bei diesem „neuen“ Schema aus zwei Elementen zusammen: Einer zu vereinbarenden Werbeleistung und einer wohl höherwertig einzustufenden Betatestleistung.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.