Sonstiges

Daimler-Blog resümiert 1 Jahr Bloggen

Unter der stolzen Adresse Blog.Daimler.de läuft das Blog der berühmtesten Marke Deutschlands. Was als Experiment angefangen hat, Mitarbeiter aus dem Daimler-Leben erzählen zu lassen, hat sich anscheinend soweit schon mal stabilisiert. Und damit meine ich weniger die Außenwirkung, sondern die simple Tatsache, dass es innen noch nicht abgeschossen wurde, wenn man es umgekehrt betrachtet. Wie sehr sich das nun überpersonell etabliert hat, kann ich nicht sagen, da ich Nils auf dem BC Stuttgart nicht antreffen konnte (wolltest doch kommen?). Denn gerade bei von wenigen Personen getragenen Experimentals kann es sein, dass man das nicht dauerhaft ins Unternehmenskonzept eines Großunternehmens einbindet, sobald die initiiereden Personen andere Wege inhouse beschreiten.

Was die Außenwirkung angeht, versucht Nils das über den Verlauf des Technorati-Linkcounts darzustellen. Der Ansatz leidet jedoch unter einem Manko: Nach 180 Tagen vergisst Technorati bewusst die Links von anderen Blogs. Der Sinn davon ist logisch: Man möchte einen kurzfristigen Fluss der Blog-Awareness darstellen. Nur, ich als Mensch vergesse nicht nach 180 Tagen, dass es das Daimler-Blog gibt. Bedeutet? Was dazu führt, dass ich mich oW an Kirstin wenden kann, wenn ich mal eine Frage habe. Zu ihren Produkten oder jeglichen Themen, die ihr Fachgebiet betreffen. Wäre Kirstin nicht als Person im Netz, wäre mir ihre Firma niemals so präsent und greifbar. Und Kirstin hat kein Millionenbudget wie Daimler zum Verpulvern, um Werbung und PR zu betreiben. Es ist so simpel.

Denken wir es aber weiter, wie Daimler Ihr Blog noch nutzen könnte. Die Frage ist dabei auch stets, würde das überhaupt jemanden interessieren?
Der aktuelle Count steht bei 84 (jetzt +1;). Erweitert man die Suche, findet man 17.700 Nennungen von Bloggern zum Begriff „Daimler“ (die natürlich nicht alle die Firma Daimler meinen werden). Schränkt man es auf die deutsche Sprache ein, kommt man auf 3.600 Nennungen.

Was das zeigt? Dass es auf der einen Seite durchaus Blogger gibt, die sich mit der Firma beschäftigen, aber keinen Draht zu Daimler angeboten bekommen, wenn sie es auf dem direktesten Wege probieren würden: Blog-to-Blog. Und, auf der anderen Seite spiegelt es das wieder, was das Daimler-Blog nicht sein will und dementsprechend auch von Bloggern nicht genannt wird, wenn man sich mit der Firma Daimler beschäftigt. Klar? Was man etwas nicht will, stellt man das auch nicht dar. Mit allen Pro und Contra.

Immer noch unklar? Bei Google -wenn man einen Vergleich zu einer anderen Weltmarke ziehen möchte- sieht das exakt anders aus. Google hat mittlerweile zu allen wichtigen Geschäftsbereichen und Services ein Corporate Blog aufgemacht. Dementsprechend dienen die Google Blogs nicht selten als Bezugs- und Verweisquelle. Warum das so interessant ist? Statt über die Presse indirekt etwas von Google zu erfahren, kann man sich bei Bedarf den O-Ton von Google reinziehen. Google lässt reden und steuert Informationsequenzen direkt in den großen Web-Kanal bei. Was im Falle der Chrome-Wellen ein nützlicher Ausgangskanal war. De facto handelt es allerdings sich um eine klassische Einbahnstraßen-Kommunikation. Bzw. falsch. Es handelt sich um das Senden von Informationen ohne kommunikativen Elemente mit einem nicht existenten Rückkanal. Niemand von Google redet mit Dir, wenn Du über Google bloggst und dabei auf eines der Google-Blogs verweist. Das möchte ich einfach mal wertend festhalten, wenn man Daimlers Blog mit den Google-Blogs vergleicht. Google glänzt nicht, sie senden einfach nur via einem CMS namens Blog.

Nichtsdestotrotz sollte man den Informationsnutzen nicht außer Acht lassen. Information und Kommunikation stehen in einem direkten Zusammenhang, sind aber dennoch zwei Paar Schuhe. Was ich damit gerne aufzeigen wollte, wie man ein Blog überhaupt nutzen kann, um sich das bewusst zu vergegenwärtigen. Daimlers Blog verhält sich exakt gegenteilig: Man kann mit den Bloggern reden. Man bekommt Antworten. Es ist aber kein Informationsblog über das Unternehmen aus einer globalen Sicht. Mitarbeiter sprechen über ihren Job. So gesehen ist das Daimler-Blog wesentlich weiter als Google im dialogischen Bereich (bitte nicht mit Mitarbeiter-Blogs verwechseln, die außerhalb der Google-Domain geführt werden, so wie ein Matt Cutts es tut, was eine interessante Mischform darstellt, ähnlich einem Robert Scoble -der damals für MS gebloggt hat- oder einem Steve Rubel). Aber zurück zum Thema.

Daimler fährt also noch komplett auf den etablierten Kanälen, was die unternehmerische Informationspolitik angeht, zieht es aber im Gegensatz zu Google von bottom-up auf, wenn man schon einmal ein Blog aufsetzt. Beachtlich das ist. Obwohl sie wie Google ein Technologiekonzern sind, sind die Versuche jedoch noch sehr zaghaft. Damit befindet sich jedoch Daimler nicht auf einer entvölkerten Seite. Microsoft bietet nach wie vor keine zentralen Sender-Blogs, ebensowenig tut das mW eBay und Amazon anbieten. Auf der Seite der Autobauer kann ich weltweit nur auf General Motors verweisen, mit ihrem fast schon als altehrwürdig zu bezeichnenden Blog namens GM Fastlane. Ich habe übrigens nicht ganz zufällig diese Unternehmen genannt. Es handelt sich bei allen Unternehmen um Weltmarken. So gesehen fällt der Einsatz von Blogs relativ einfach aus. Was aber nicht die Frage klärt, warum man Blogs einsetzen soll. Obwohl, das haben wir ja oben im Grunde genommen besprochen:)

Frage in die Runde: Würdet Ihr den gerne auf anderen Kanälen -Blogs eben- mehr zu den Aktivitäten von Daimler erfahren?


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

31 Kommentare

  • Hallo Robert, ich saß gerade an einer e-Mail an dich, als mein FeedDemon mich über deinen Post informierte 🙂 Danke auf jeden Fall für einen spannenden Beitrag und einen Anregung zur Diskussion. Ich bin gespannt, was Außenstehende dazu meinen bzw. in welche Richtung eine Entwicklung gewünscht wird.
    Was das Technorati-Manko angeht, so ist das gar kein Manko, sondern bewusst benutzt. Technorati aggregiert einfach alle Links der letzten 6 Monate, d.h. wir haben relativ gesehen eine stete und vergleichbare Datenart. Es macht eben den Unterschied zwischen dem Corporate Blog und dem privaten Blog deutlicher. Ein kleiner Blogger fängt bei 0 an und arbeitet sich in der Blogosphäre hoch. Das heißt der aggregierte 6-Monatswert steigt relativ stetig. Bei Corporate Blogs ist das eben nicht so. Hier fällt der Wert nach dem Ende der ersten 6-Monatsperiode dramatisch ab, wenn die vielen Links der Anfangsphase wieder herausfallen und schwenkt schließlich auf eine stete Aufwärtsentwicklung ein, wie beim Klein-Blogger.
    Ein Blick auf die Zugriffszahlen lässt ein ähnliches Bild erkennen und erlaubt die Verallgemeinerung. Technorati hat nämlich zwei entscheidende Vorteile. Die Daten sind erstens durch die 180-Tage-Regelung weniger schwankungsanfällig ist. Zweitens sind sie für jeden nachvollziehbar, d.h. ich kann einfach bei Technorati Daten über das Daimler-Blog, aber auch Frosta und wie sie alle heißen erhalten, ohne konkret in die Besucherstatistiken schauen zu müssen.
    Hoffe ich konnte erklären warum ich lieber Technorati-Daten nutze, auch wenn dies sicherlich Einbußen bei der Genauigkeit im dritten Nachkommabereich zur Folge hat 🙂
    PS: E-Mail kommt natürlich trotzdem noch 😉

  • danke. Hinweis, will darauf aber nicht zu sehr darauf abstellen, da es im Artikel nicht darum geht : Technorati-Links haben mit Sicherheit einen positiven Zusammenhang zum Traffic, da ein Link mind. 1 Leser mehr rüberschaufelt. Allerdings, es gibt zahlreiche top besuchte Blogs ohne Verzahnung mit der Blogosphäre (schau Dir Blogoscoop an). Man kann demnach keinen linearen Zusammenhang aufstellen.

  • Stimme Robert schon seit langem zu: Die Unterscheidung zwischen Information und Kommunikation ist sehr wichtig. Wohlgemerkt: Unterscheidung, nicht Trennung!
    Dass der Fokus oft auf der Informationsseite liegt, war ja in den jüngsten Diskussionen über Relevanz schon zu bestaunen. Die Kritik ist dabei oft informationsbezogen: Man fühlt sich als Leser nicht ernst genommen, wenn der Vorstand nicht selbst Substantielles bloggt. Betrachtet man die Kommunikationsaspekte, dann finde ich die Frage-Antwort-Relation im Daimler-Blog ziemlich gut.
    Und manchmal kommt es auch zu dieser Verknüpfung von Information und Kommunikation, wenn nämlich spannende Themen wie z.B. Umwelt und Nachhaltigkeit unvermittelt in der Diskussion auftauchen, manchmal folgerichtig, oft auch unvermittelt. Interessant: Die bloggenden Mitarbeiter leisten diese Diskussion selber. Da entdecke ich Identifikation mit dem Unternehmen, Fachkenntnis …
    Kann sein, dass das im Management bei Daimler (noch) keiner mitbekommt. Und wenn das einer der Gründe für die informelle Kommunikation ist, sollte man schweigen und sich dran freuen. Einblicke in einen Konzern verstehe ich dann auch als Einblicke in das Denken und Arbeiten der Menschen. Gefällt mir. Punkt.

  • Hey, ich bin einer der wenigen Personen, die das Experiment initiiert haben, mittragen und konnte noch keine Einschusslöcher an mir, meinem Chef, oder meinen temporären Mitarbeiter/-innen feststellen. Totgesagte leben länger;-). Ich habe auch nicht vor mich inhouse zu verabschieden. Also werde ich weiterarbeiten und als eine Art moderner Vorwerk-Vertreter die Ware Corporate Blog und deren positive Eigenschaften in den letzten Winkel verkaufen. Möglicherweise bis zur dauerhaften Einbindung des Blogs in ein größeres Konzept. Auf jeden Fall so lange, bis ein anderes Unternehmen in vergleichbarer Größe anfängt zu bloggen. Dann zeigt sich nämlich erst, ob wir erfolgreich, schlecht, relevant, wichtig, langweilig, zielgruppenorientiert etc. sind.
    Konkurrenz belebt ja angeblich den Wettbewerb!

  • Es gibt sicherlich Ausnahmen, aber da muss ich wie gesagt als Forschender einige Zugeständnisse machen, wenn ich eine gewisse Vergleichbarkeit herstellen will.
    Was die Diskussion angeht finde ich deinen Vergleich zu Google echt interessant. Und ich habe da auch schon öfters nachgedacht, warum Google selbst mehr oder weniger ein kommunikatives Einbahnstraßenkind ist. Habe heut gerade einen Artikel gelesen über Hal Varian, seit einem Jahr „Chefvolkswirt“ von Google. Essen ist toll (täglich Italienisch, Indisch, Chinesisch, …) Super-Kreatives Umfeld & Co, aber doch hat sich jeder Mitarbeiter einem sehr strikten Regime zu unterwerfen. Das drückt sich in der Kommunikation genauso aus, wie in der Produktentwicklung. Google plant seine Produkte ja auch, indem es nicht auf Kundenwünsche eingeht, sondern die zukünftigen Kundenwünsche vorhersieht bzw. regelrecht versucht zu erzwingen.
    Als Internetfirma ist man dort mit dem Web 1.0, 2.0… großgeworden. Gib Google bei Technorati ein, und du wirst sehen, dass Daimler trotz 3600 hits in der Blogosphäre nur ein Randthema ist 😉

    Vielleicht in diesem Zusammenhang noch ein paar Worte zum Selbstverständis: wir Daimler-Blogger verstehen uns auch intern als Evangelisten, um das Thema in die Breite zu tragen. Daher ist es uns auch enorm wichtig die spezielle Kultur rund um Social Media vorzuleben. Das gilt auf dem Blog für Kommentare genauso wie fürs Monitoring rund ums Blog, oder wenn wir intern unterwegs sind um Blogs & Co vorzustellen. Es ist nur ein kleiner Bereich und ein kleines Projekt, aber wir haben die Hoffnung dass es die Basis für nachhaltige Entwicklung ist. Und dann wäre der Schritt zu einer breiteren Palette an Plattformen natürlich vernünftig.

    @prinzzess: Danke für das Alibi 🙂

  • Vielen Dank fuer den post. Wir haben gleich ne story darueber geschrieben. Der Daimler blog haben wir zu benchmarking Zwecken auch in unserer Datenbank aufgenomment siehe auch [edited by admin: einmal reicht, weitere Messages werde ich als Spam einstufen]

  • >Würdet Ihr den gerne auf anderen Kanälen …

    Ein „n“ bei „denn“ vergessen, aber zur Frage: Eindeutig Nein, denn mich interessiert die Firma Daimler nicht. Das hat aber nichts zu sagen, denn wahrscheinlich gibt es eine Menge Menschen, die sich genau dafür interessieren, nur eben nichts von dem Angebot wissen, geschweige denn, was ein Blog ist. Die durchschnittliche Daimler-Kundschaft in meiner Stadt ist entweder unter 25 (weiß der Teufel, wie die so ein Auto finanzieren) oder über 65 und gurkt mit rasanten 43 Kmh vor mir her. Beide Zielgruppen würden bestimmt das Daimler-Blog lesen nur weiß erstere nicht, das dass Internet über ICQ und eBay hinaus geht und letztere glaubt, dass sie das Internet einschaltet, wenn sie den IE starten.

  • Als ehemaliger Daimler Mitarbeiter (37 Jahre) und Neublogger im Solargeschäft beobachte ich natürlich den Daimler Blog von Anfang an. Ich empfinde fast alle Berichte ohne Herzblut geschrieben so als ob mehrfach gereinigt. So wie eine Pressemitteilung eben. Die Belegschaft besteht aus hochqualifizierten Mitarbeitern die sich aber beim bloggen zurückhalten. Wer wird denn schon „arbeit“ von anderen übernehmen und irgendwas riskieren. Ich werde natürlich weiter mal reinschauen aber eigentlich sind interessante Berichte derzeit dünn gesät. Da müssten die Artikel der Daimler Leute lockerer werden und die Mannheimer (Benz’ler) werden sich sowieso dort nicht wiederfinden…

  • Bin nicht sicher, ob ich Deine Frage richtig verstanden habe. Meintest Du, ob wir in anderen Blogs über Daimler lesen möchten? Wenn ja:

    Ich mutmaße jetzt einfach mal, daß es dann in der Tat so ist, daß vom Daimlerblog keine Informationen kommen, die andere Blogger für erwähnenswert halten? Ohne recherchiert zu haben, bin ich mir sicher, daß es einige Blogs geben wird, die sich mit Autos etc. befassen, die dann die ersten sein müßten, wenn es um die Verlinkung relevanter Posts geht. Oder privat, also ich denke schon… Schließlich ist das Auto der Deutschen liebstes Kind. Ich fahre ja so ein Teil und interessiere mich auch für Autos. Wenn wir im Reallife gerne über Autos reden, dann funktioniert das mit Sicherheit auch online. Und wir reden alle über Autos… Im Saftblog war die R-Klasse mal kurz Thema, da kamen schon einige über Google rüber damals…

    Andererseits kann ich mir vorstellen, daß es in so großen Firmen extrem schwierig ist „mit einer Stimme“ zu sprechen. Das heißt abgestimmt auf alle Bereiche. PR, Werbung etc. und das, was dann im Blog steht, muß halt passen. Darauf muß man sicher achten. Wenn es Riesenläden wie Daimler sind, dann ist das glaube ich, fast unmöglich, ohne die Beschneidung eines Bereiches. Wenn Mitarbeiter bloggen sollen und dann zu beschnitten sind, macht das natürlich keinen Spaß.

    Absolutes Vorbild in dieser Hinsicht ist für mich Frosta. Dort funktioniert das.

    Ich stimme Dir zu, daß ein Blog mehrere, völlig unterschiedliche Funktionen erfüllen kann. Es sollte halt klar sein was man will. Je größer und bekannter das Unternehmen, um so genauer sollte man sich vorher darüber im klaren sein, was man mit einem solchen Werkzeug eigentlich erreichen möchte. Bei einem kleinen Laden, wie bei uns, ist das nicht so wichtig. Außerdem ist es fast unser einziges Sprachrohr in die Öffentlichkeit. Das macht es einfach.

    Es kommt ab und zu vor, daß ich Anfragen von sehr großen – aber auch kleinen Firmen bekomme, die Tips und Meinungen in Bezug aufs Bloggen haben wollen. Und ich kann nur sagen, daß ich lernen mußte, daß das einfach nicht jedermanns Sache ist. Vorallem bei den Großen schwierig. Da ist viel Angst und nicht selten fehlende Erfahrung in der Kommunikation mit dem Endkunden – der ja unweigerlich mitliest, wenn wir übers WWW reden. Es war auch ein Unternehmen dabei, daß ein Blog einrichten wollte, um Unterstützung beim Thema Krisen-PR zu haben. Funktioniert meiner Meinung nach aber auch nur, wenn genügend Zeit eingeplant wurde, um sich eine entsprechende Reputation aufzubauen.

    Ich denke, daß man sich in der Planungsphase mal vor Augen halten sollte, was Angestellte eines großen Unternehmens denn nach Feierabend so im privaten Kreis über ihr Unternehmen erzählen… Nehmen wir Daimler als Beispiel, bin ich mir sicher, daß der Bekanntenkreis schon die ein oder andere Frage hat und falls eine Antwort erfolgt, er das natürlich weiterträgt. Positiv wie negativ. Geht im Netz schneller und bleibt da stehen, logisch, aber diese Herangehensweise kann manchmal helfen, finde ich. Andererseits findet das ja auch so statt, da jeder sofort Informationen jeder Art ins Internet stellen kann heutzutage.

    Bin immer etwas hin und hergerissen bei diesem Thema. Manchmal denke ich, das Thema Corporate Blogs bekommt nie eine wirkliche Bedeutung – aber manchmal denke ich auch das Gegenteil. Es ist eine Entwicklung, die niemand aufhalten kann und viele Unternehmen werden reagieren müssen, werden verstehen, daß es besser ist, daran teilzunehmen, als von außen verknirscht zu beobachten. Spannendes und unerschöpfliches Thema.

  • @Kerstin:
    Es kommt immer darauf an, was man mit einem Corporate Blog erreichen will. Dei Daimler ist das im Wesentlichen: Transparenz hinsichtlich Daimler herzustellen. Das Produkt Daimler gibt es an sich ja nicht. Jeder denkt sofort an Mercedes (-Benz) und dabei hat er einen Pkw vor Augen. Beim Blick über den Tellerrand fällt jedoch auf, dass es ja auch noch smart, Setra, Freighliner, Fuso und Co. gibt. Hinzu kommen noch die Mercedes-Benz Busse und Nutzfahrzeuge und die Sprinter. Niemand denkt beispielsweise an Omnibusse, obwohl sie allgegenwärtig sind.
    Als Daimler-Produkt sichtbar ist sozusagen nur die Aktie und der Arbeitgeber. Und genau dieser Arbeitgeber wir greifbarer und erlebbarer wenn die Mitarbeiter über ihn schreiben.
    Erschwerend kommt bei der ganzen Diskussion noch hinzu, dass es m.E. keine einheitliche Definition von Corporate Blogs gibt. Was verstehen wir darunter? Ist es ein Blog, welches von einem großen Unternehmen oder von einer 1-Mann-Unternehmung betrieben wird? Wer bloggt bei einem Corporate Blog? Ist es, wie bei Walther, die Cheffin selbst, der CEO, der CIO, die Marketingabteilung, bezahlte Blogger, die Mitarbeiter (wie beim Daimler-Blog), oder wie bei Opel, eine Gruppe von Mitarbeitern, die Test-Ingenieure.
    Wie am Ende richtig bemerkt, finde ich es zuerst einmal wichtig, dass wir dabei sind: „The Train is leaving the station. With or without us“. Gesprochen wird sowieso über uns. Wir können zuhören oder mit diskutieren. Wir haben uns vor knapp einem Jahr entschieden, Letzteres zu tun.

  • danke, robert… aber das kommt so häufig vor, daß es mich gar nicht mehr stört… keine ahnung, was sich meine eltern dabei gedacht hatten… ;o)

    uknaus: Das war nicht kritisch gemeint, nur so meine Gedanken zu dem Thema im Allgemeinen. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Projekt, weil ich es wie oben schon beschrieben, gar nicht einfach finde bei einem Unternehmen in dieser Größenordnung. Und ich finde es gigantisch, daß Ihr und wie Ihr das durchzieht. Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann ist, daß man nie aufhört zu lernen, wenn man mal ein Blog gestartet hat und das Geduld und Durchhaltevermögen in jedem Fall belohnt werden. Das Saftblog war ursprünglich ja auch so gedacht, daß nicht nur ich, sondern auch Mitarbeiter bloggen. Ging am Anfang so halbwegs, aber schlief ein… Da ich niemanden zwingen will, weil ich der Meinung bin, daß der Leser spürt, wenn man nicht mit Herzblut dabei ist, schreib halt nur noch ich. Schon deswegen finde ich besonders bemerkenswert , was Ihr da auf die Beine gestellt habt. Also weiterhin viel Spaß und Erfolg! :o)

  • @KIrstin
    sorry meine Synapsen waren auf KErstin gepolt 😉
    Habe es auch nicht als Kritik verstanden. Vollkommen richtig: Wenn die Mitarbeiter nicht freiwillig schreiben kommt unter dem Strich auch keine Authentizität rüber. Allerdings ist es ein langwieriger Prozess, Bloggen zur Gewohnheit zu machen. Wenn dies auch noch nebenbei und zusätzlich zur normalen Arbeit, geschehen soll, erleichtert das die Sache nicht unbedingt.
    @Erhard: Das mag auch der Grund sein, warum bei einigen Autoren noch das Herzblut fehlt – Sie bloggen das erste mal.
    Als Herzblut-Leselektüre empfehle ich:
    http://blog.daimler.de/2008/08/29/the-amg-experience/
    http://blog.daimler.de/2008/08/11/teures-oel-und-viele-schimpfen-dass-daimler-schlaeft/

  • @uknaus
    Deine Herzblut-Leselektüre führte mich direkt zu Pitt Moos der mir vor ein paar Tage nochmals die schlechte Nachricht per Mail brachte, vor 2012 kein Elektro Smart.
    Wir schreiben 2008 und wer sich derzeit um die Umwelt und Mobilität Gedanken macht, der kommt zur Erkenntnis, wir brauchen Elektromobilität. Der zukünftige erneuerbare Energiemix hat das Problem von natürlicher Sonnen und Windenergie die u.a. durch Speicher gelöst werden könnte. Wir haben derzeit in Deutschland 40 Millionen PKW mit 40 Millionen dummen Batterien und noch dummeren Verbrennungsmotoren. Was liegt da näher als diese PKW’s elektrisch zu betreiben. Aber mit „nur“ 10.000 Smart’s in 2012 sehe ich die erneuerbare Energiefrage in ferne Zukunft rücken. Wo bleiben da die sportlichen Ziele von Daimler?
    Macht doch mal eine vorab Verkaufsliste in die sich jeder Interessent eintragen kann, dann werdet ihr sehen:
    Der Markt ist da.
    Das schreibt dir einer der mit viel Herzblut vor sieben Jahren auf den Weg machte die größte Photovoltaikanlage der Welt zu bauen.
    Sie steht seit 3 Jahren!!!

  • Um zunächst Deine letzte Frage zu beantworten: Ich persönlich nicht, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr viele Menschen in Deutschland gibt, die zu einigen Themen von Daimler gerne mehr lesen würden; zum Beispiel Motorsport oder die hier schon erwähnten Umweltthemen. Da Problem dabei ist natürlich, dass da noch mehr Konfliktpotential vorhanden ist und dementsprechend noch mehr Kommunikations- und andere Ressourcen abgestellt werden müssten (siehe Kommentar #18). Diskussion/Kommunikation bedeutet immer auch Kritik zulassen; das ist nicht einfach, besonders wenn jeder dabei zuschauen kann, ich bin aber fest davon überzeugt, dass es am Ende immer positiv ist. reine Informationsweitergabe ist da natürlich einfacher und, wenn man ehrlich ist, schon mal ein großer Fortschritt. Denn bei Unternehmen, die ein Corporate Blog haben und wenn auch nur für Informationsweitergabe, kann man doch davon ausgehen, dass sie zumindest dem Ganzen eine Relevanz geben und zuhören (Oder bin ich da zu blauäugig…?).

    Ich denke, dass das Daimler-Blog als Image-Aktion sehr viel bringt; es ist ja schon eigentlich Wahnsinn, dass Daimler-Leute hier auf Deinem Blog diskutieren. Bei welchem anderen Unternehmen von ähnlicher Größe kommt das schon vor? Wenn man als Maßstab Ziel- oder auch Dialoggruppenrelevantes nimmt, dann würden mehrere Blogs von einer Person zu bestimmten Themen wahrscheinlich mehr bringen, allerdings kommt hierbei wieder die Ressourcenfrage und damit letztendlich auch die Relevanzfrage hoch, woran so etwas wahrscheinlich scheitert. Ein einzelnes Blog von mehreren geführt hat da natürlich den Vorteil, dass ständig aktualisiert wird und der Einzelne möglichst wenig Zeit aufwenden muss. Wie gesagt: Image bringt es, wirklich themenrelevante Diskussionen eher weniger. Bei Blogs zu Einzelthemen von Einzelpersonen, die auch noch richtig bei der bereits vorhandenen und der neu entstehenden Diskussion mitmachen, bedarf es schon einer großen persönlichen Begeisterung des Betreibers am Thema Bloggen. Aber das kann sich ja alles noch entwickeln…

  • @lars: Ich glaub da bist du keineswegs blauäugig. Es gibt definitiv in jedem Großunternehmen Mitarbeiter, die das Potenzial von Blogs & Co erkannt haben. Nur – es gilt diese zu aktivieren. In der Regel sind es eher jüngere Leute (es sei denn man heißt Bob Lutz, 76), sodass es eines enormen bottom-up-Lobbying bedarf um das Thema zu drücken. Da ist man intern wie extern Evangelist 🙂
    Ich denke wir hören und monitoren hier sehr viel, als Ausdruck der Relevanz die wir dem Ganzen zumessen.

  • Da ich grade selber in der Evaluierungsphase eines Coporate-Blogs für ein (relativ) großes, internationales Unternehmen bin, bin ich natürlich begierig auf jedewede Info über andere CBs (Corporate Blogs ;)).
    Da es meines Wissens keine CBs aus dem für mein Projekt relevanten Bereich gibt, verweise ich als Vorzeigeblogs i.d.R. auf Daimler, Frosta und Walther.
    Leider ist hier noch alles Top Secret, dabei würde ich alles so gerne heinausposaunen. 🙂

  • Dem kann ich nur zustimmen. Vor allen Dingen greifen doch mittlerweile immer mehr Unternehmen auf diese Art der Kommunikation zurück, was sich meiner Meinung nach mit der Zeit auch bezahlt macht.

  • Hallo finde die Idee mit dem Blog auch sehr gut. Aber über die Aktien wird da nicht gebloggt oder? Haben auch andere Firmen solche Blogs.

    Viele Grüße
    Gustav

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