Blizzard gegen Makro-Anbieter

Robert Basic

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lt. Ars Technica hat Blizzard vor Gericht einen Schadensersatzspruch iHv 6 Mio USD zugesprochen bekommen. Blizzard ist eine Spielefirma, die für das brachial erfolgreiche Onlinegame World of Warcraft verantwortlich zeichnet, das ihr jährlich mehr als 1 Mrd USD einbringt.

Aufgrund der Popularität des Spiels bleibt es wie bei jedem Onlinespiel nicht aus, dass Dritte sich dranhängen und mitverdienen wollen. Neben dem direkten Handel mit Gold ist das sog. „macroing“ bzw „farming“ ein stetes Ärgernis, für viele Spieler aber auch für Blizzard selbst. Es handelt sich dabei um repetitive Aufgaben, die man manuell oder vollautomatisch ausführen kann, um sich so einen Vorteil zu verschaffen. U.a. gehört dazu das Programm MMOGlider. Mit dessen Hilfe man Bewegungs- und Aktionsmakros erstellen kann, die eine Spielfigur automatisiert Aufgaben erledigen lassen. Wenn man sich WoW als ein geschlossenes Wirtschaftsystem vorstellt, so führt der Einsatz dieser Software neben der Vorteilsnahme gegenüber normalen Spielern zu unerwünschten Wirtschaftseffekten. Gegenüber dem Duping (illegales Ausnutzen von Systemlücken, um Spielgeld aber auch Items zu vervielfachen) führt automatisiertes Farming zu einer Schwemme von Rohstoffen. Mit denen ingame Handel betrieben wird.

Der Einsatz von Macroing-Software ist übrigens ein interessantes Katz- und Maus Spiel. Die Spieleanbieter bauen Alertmechanismen ein, die herauszufinden versuchen, ob ein Spieler so ein Tool einsetzt. Das wissen die Macro-Anbieter natürlich und gehen gar soweit, dass man bei einer ingame Ansprache seitens eines Game-MODs (eine Spielfigur, die von einem Spielbetreuer bedient wird) antwortet bzw. den Spieler alarmiert. Oder man baut Varianzen ein, so dass die Aktionen nicht zu gleichartig aussehen, sprich sie sollen menschlich wirken (Zeit zwischen Aktionen, Laufwege, Aktionstypen). Die Spieleanbieter bauen auch gerne bei Updates Überwachungsroutinen ein, die den Datenstrom vom PC zum Server kontrollieren. Damit die Software nicht Alarm schlägt, verändern die Macroanbieter die Signaturen des Datenstroms. Klasse sowas. Von der Warte aus betrachtet. Btw, die ersten Macro-Versuche waren sehr simpel: Man hatte ein Cent-Stück zwischen die Tastatur geklemmt und einen Aktionsbefehl damit wiederholend ausführen lassen. Das scheiterte recht schnell, denn der Game-MOD sprach den Spieler an, der reagierte nicht (afk = away from keyboard galt tatsächlich als Indikator) und schwupps, fand sich der Spieler in einer Zelle wieder oder dessen Account war für eine gewisse Weile gesperrt:)) Als Barde in Ultima Online hatte ich das mal probiert und tatsächlich tauchte nach einer Weile der MOD auf. Er sprach mich an, ich sagte nur „im a bit“. Er die gleiche Frage nochmals, ich „im really just a bit“. Das hatte er ne Weile probiert, bis er einsah, dass RobRoy ein echtes Gespräch mit ihm geführt hatte. Ich schenkte ihm zum Trost eine Halskette, er sprach irgendeinen Segen (war wohl nur ein Placebo, denn kurz danach kam ein PK [Player Killer = Spieler, die andere Spieler „töten“] und machte mich platt:)

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.