Sonstiges

Blizzard gegen Makro-Anbieter

lt. Ars Technica hat Blizzard vor Gericht einen Schadensersatzspruch iHv 6 Mio USD zugesprochen bekommen. Blizzard ist eine Spielefirma, die für das brachial erfolgreiche Onlinegame World of Warcraft verantwortlich zeichnet, das ihr jährlich mehr als 1 Mrd USD einbringt.

Aufgrund der Popularität des Spiels bleibt es wie bei jedem Onlinespiel nicht aus, dass Dritte sich dranhängen und mitverdienen wollen. Neben dem direkten Handel mit Gold ist das sog. „macroing“ bzw „farming“ ein stetes Ärgernis, für viele Spieler aber auch für Blizzard selbst. Es handelt sich dabei um repetitive Aufgaben, die man manuell oder vollautomatisch ausführen kann, um sich so einen Vorteil zu verschaffen. U.a. gehört dazu das Programm MMOGlider. Mit dessen Hilfe man Bewegungs- und Aktionsmakros erstellen kann, die eine Spielfigur automatisiert Aufgaben erledigen lassen. Wenn man sich WoW als ein geschlossenes Wirtschaftsystem vorstellt, so führt der Einsatz dieser Software neben der Vorteilsnahme gegenüber normalen Spielern zu unerwünschten Wirtschaftseffekten. Gegenüber dem Duping (illegales Ausnutzen von Systemlücken, um Spielgeld aber auch Items zu vervielfachen) führt automatisiertes Farming zu einer Schwemme von Rohstoffen. Mit denen ingame Handel betrieben wird.

Der Einsatz von Macroing-Software ist übrigens ein interessantes Katz- und Maus Spiel. Die Spieleanbieter bauen Alertmechanismen ein, die herauszufinden versuchen, ob ein Spieler so ein Tool einsetzt. Das wissen die Macro-Anbieter natürlich und gehen gar soweit, dass man bei einer ingame Ansprache seitens eines Game-MODs (eine Spielfigur, die von einem Spielbetreuer bedient wird) antwortet bzw. den Spieler alarmiert. Oder man baut Varianzen ein, so dass die Aktionen nicht zu gleichartig aussehen, sprich sie sollen menschlich wirken (Zeit zwischen Aktionen, Laufwege, Aktionstypen). Die Spieleanbieter bauen auch gerne bei Updates Überwachungsroutinen ein, die den Datenstrom vom PC zum Server kontrollieren. Damit die Software nicht Alarm schlägt, verändern die Macroanbieter die Signaturen des Datenstroms. Klasse sowas. Von der Warte aus betrachtet. Btw, die ersten Macro-Versuche waren sehr simpel: Man hatte ein Cent-Stück zwischen die Tastatur geklemmt und einen Aktionsbefehl damit wiederholend ausführen lassen. Das scheiterte recht schnell, denn der Game-MOD sprach den Spieler an, der reagierte nicht (afk = away from keyboard galt tatsächlich als Indikator) und schwupps, fand sich der Spieler in einer Zelle wieder oder dessen Account war für eine gewisse Weile gesperrt:)) Als Barde in Ultima Online hatte ich das mal probiert und tatsächlich tauchte nach einer Weile der MOD auf. Er sprach mich an, ich sagte nur „im a bit“. Er die gleiche Frage nochmals, ich „im really just a bit“. Das hatte er ne Weile probiert, bis er einsah, dass RobRoy ein echtes Gespräch mit ihm geführt hatte. Ich schenkte ihm zum Trost eine Halskette, er sprach irgendeinen Segen (war wohl nur ein Placebo, denn kurz danach kam ein PK [Player Killer = Spieler, die andere Spieler „töten“] und machte mich platt:)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Wow. Du hast UO gezockt!

    Ich liebte es, leider kaputt gepatcht mit trammel!

    Bin auch mal in so ner Zelle aufgewacht, nachdem ich „uo- extrem“ eingesetzt hatte. Mit allways light Funktion, Extra Speed und autoheal (nunja ich war schon alt und die andern besser als ich :-).
    Kam ein GM und sagte „Dudududu – mach das nie wieder :-)“

    Wo hast Du gespielt? Auf den ersten Ami shard oder Europa/DF? Oder gar Siege P? Bring doch mal ein UO special!

  • es muss ein UO Europe Server gewesen sein, frag mich aber nicht nach dem Namen, keine Ahnung mehr, einfach zu lange her (obwohl ich 3-5 Jahre UO auf dem Buckel hatte, weiß ich auch nicht mehr).Hielt mich lange Zeit nach Trammel in Fellucia auf, doch das war dermaßen entvölkert, dass ich dann rüber bin. Das war mit der Zeit aber so langweilig, weil der Kick fehlte, dass ich irgendwann ausgestiegen bin. Obwohl ich kein PvPler war, hatte ich meinen Spaß mit den PKs. Kann mich an eine Szene erinnern, als ich bei den Crossing-Roads (wo sich meistens zu jeder Zeit PKs aufhielten) nur mit einem Pferd, nackig und mit einem Unsichtbarkeitsring bewaffnet Hase gespielt hatte. Mein Rückzugspunkt war die Grenze im „Canyon“. Das ging einige Minuten lang, immer an verschiedenen Punkten mitten in der Meute aufgetaucht, die auf mich gestürzt, Ring wieder angezogen, stehengeblieben und gewartet. Bis mich die Jungs dann doch irgendwann erwischt hatten. Herrlich:)

  • Ja genau: X-roads hieß die Stelle. Man war ja auch ein bischen Stolz, wenn einen ein „berühmter“ PK (Bei mir hießen die Uwe Seeler, Falco Zimmermann usw.) erwischt hatte.

    Meine beste Taktik war folgende: Als Tamer einen WW in der Nähe der Brit Bank gestabelt, dann an der Bank in Britain grau gemacht und auf den Angriff einen einzelnen gewartet. (Ging natürlich nur, wenn nicht so viel los war) Schnell zum stable gelaufen, den Whyte Wyrm gecallt und den Angreifer platt gemacht und gelootet.

    Dadurch, dass so viele Bugs im Spiel waren, entwickelte sich eine ganz eigene Kampfnatur. Origin hätte die Bugs drin lassen sollen, das Spiel entwickelte sich trotz bzw. gerade wegen der Bugs von ganz alleine!

Kommentieren