Chinesische Schrift

Robert Basic

auf dem Barcamp Stuttgart hatte ich die Gelegenheit genossen, mich mit einer Chinesin namens Wang JingJing austauschen zu dürfen. Dabei kamen wir auf die für mich völlig fremden chinesischen Schriftzeichen zu sprechen. Grundlage des Systems sind rund 5.000 Zeichen, wobei man im Alltag 1.000 kennen muss, um sich zurechtzufinden (was die Schüler in den ersten vier Klassen auch tun). Wichtig ist dabei zu verstehen, dass es sich im Gegensatz zu unserer Schrift nicht um eine Lautschrift (Buchstaben = phonetische Modulierungsanweisung), sondern um eine Symbolschrift handelt. JingJing hatte mir dazu einige Zeichen ins Büchlein geschrieben. Das ist das Symbol für Sonne und Mond (einfaches Symbol wurde zu einem schneller zu schreibenden Symbol, um sich die vielen Strahlen zu sparen):
Chinesische Schrift

Das Kästchensystem in der Mitte soll verdeutlichen, dass man versucht, ungefähr in der gleichen Linie zu bleiben (ähnlich wie bei uns), um die Symbole auseinanderhalten zu können. Früher las man die Texte vertikal, heute werden sie horiztontal gelesen.

Kommen wir zu ihrem Namen, das die Systematik der Symbolsprache im Sinne einer assoziativen Kombinatorik aufzeigt (ob ein Schriftsystem eine bestimmte Art von Denken fördert?):
JingJing
So bedeutet Wang-Jing-Jing „König-Peking-Kristall“. Am Rande: JingJing meinte zu mir, dass man Fremde immer mit dem kompletten Namen anspricht, nie mit dem Vornamen alleine, das ist nur guten Freunden bzw. der Familie vorbehalten!

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Was sollen die Zeichen unten bedeuten? Die „Aussprache der Symbole“ ist immens wichtig, daher die Zusatzzeichen, wie man ein Symbol zu betonen hat, denn wenn ich es richtig verstanden habe, kennen die Chinesen weder Artikel noch nutzen sie ein Flexionssystem. Genau aus diesem Grund sei die chinesische Sprache brutal einfach zu erlernen.

Was passiert, wenn neue Objekte in die Sprache aufgenommen werden? So zB Computer? Wenn ich mich recht entsinne, hat man dazu das Symbol Maschine (grob gesagt, kann mich nicht mehr erinnern) verwendet. Neue Symbole werden so gut wie nicht geschaffen, sondern lediglich neu kombiniert! Echt kreative Methodik, muss ich sagen. Insgesamt erinnert mich das System an eine sehr effiziente oder anders gesagt, „faule“ Informationswiedergabe. Einerseits die Grammatik, andererseits die Art und Weise, wie man die Symbole vereinfacht hat. Macht mir die Chinesen irgendwie sehr sympathisch, da sie auf einen energieschonenden Austausch Wert legen:) Übrigens, wenn man das irgendwie einigermaßen verstanden hat, kommt man recht schnell auf die Bedeutung der Smybole, einigermaßen zumindest. So stellt zB das Symbol für Frau ein knieendes Etwas dar (ohne das nun wertend zu meinen), ein Baum sieht wie ein Baum aus. Beim Symbol Mann wirds etwas schwerer. Da hat man ein abstraktes Symbol für Stärke genommen. Obwohl, ne, stimmt nicht, man hat sich an breiten Schultern und kräftigen Armen orientiert!

Ok, erschlagt mich nicht, wenn ich das falsch wiedergegeben habe. Es war lediglich ein Versuch, die Grundzüge aufzuzeigen. Viel besser ist das wohl in der Wikipedia und auf Schriften Lernen dargestellt.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.