Sonstiges

Blogger und ihre lieben Nachbarn

Nachbarn? Deutschland? Gartenzaun? Maschendrahtzaun? Um sowas in der Art geht es hier. Ich höre immer öfter, dass Themenblogs eifersüchtig über ihre lieben Leser wachen und so gut wie nie auf ihre Nachbar-Blogs verweisen, die das gleiche Thema beackern. Könnte ja sein, dass man Leser auf ähnliche Blogs verweist und dadurch selber welche verliert. Man ignoriert sich fleißig. Anders kann ich mir diesen Unsinn nicht erklären. In Gesprächen bekomme ich ebenso mit, dass man eher ablästert denn das Nachbar-Blog lobt. Was auf Eifersüchteleien schließen läßt.

Keine Ahnung, ob diese Krankheit zunimmt oder schon immer bestand, aber eins kann ich nur von meiner Seite aus festhalten: Je weniger man sich untereinander unterstützt, desto geringer wird die Leserschaft ausfallen. So kann ich zB auf EEE PC News verweisen, die sich mit anderen Netbook-Blogs weltweit unterstützen, Bilder und Nachrichten von Messen austauschen, etcpp. Das tut einerseits allen Blogs gut, indem es die Nachrichtenaufbereitung ungemein erleichtert. Andererseits bietet man dem Leser weitere Quellen, um sich besser informieren zu können. Und das gilt sowohl für private wie auch kommerziell betriebene Blogs. Gemeinsam ist man stärker als allein. So habe ich von Beginn an schon immer gerne über Web-Startups berichtet. Mit der Zeit kamen weitere Blogs hinzu, die sich auf das Thema fokussiert hatten. Es gab und gibt keinen Grund, dem Leser wertvolle Berichte auf diesen Blogs vorzuenthalten, nur damit ich „alleine“ weiterhin über Startups berichten kann. Das nur mal als kleiner Tipp am Rande.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

15 Kommentare

  • Ich denke, dass dies vor allem kommerziell ausgerichtete Blogs betrifft. Die machen es dann wie „die großen Medien“. Themen und Inhalte klauen und bloß nicht verlinken – man könnte den Urheber ja rausfinden.

    Ich verlinke gerne – schließlich bietet man durch ein weiter verlinken auf einen themenrelevanten Beitrag einen wirklichen Mehrwert lesetechnischer Art.

  • Kein Wunder, daß bestimmte Blogs weniger stark verlinken – sie haben von Journalisten gelernt! Es macht für sie keinen Sinn, Traffic zu anderen Sites zu schicken!
    Warum sollte die Click-Gier auch vor dem durchschnittlichen Blogger haltmachen?
    Er hat genug damit zu tun, sein eigenes Blog großzuziehen, jetzt auch noch durch ideales Bloggen die anderen mitzuziehen, liegt ihm fern.
    Traurig, aber wahr. Er will Clicks, er will Werbung, er will Geld verdienen!

    Die wenigsten haben verstanden, daß man gemeinsam schneller wächst, als wenn man auch noch gegeneinander kämpft (aber das ist ja in jeder Branche, in jedem Bereich so). Denn natürlich könnte er die ganze ‚Branche‘ hochziehen, dazu beizutragen, daß sich alle enger vernetzen, altruistischer werden und dadurch über sich hinauswachsen, indem er andere wachsen läßt. Das ist ein Spiel auf Gegenseitigkeit. Das ist das Gegenteil von Gier.

    Ganz krass entwickelt sich das leider gerade in den Staaten bei etablierten Presse-Medien, die dann im Internet nur noch auf die eigenen Sites verlinken, die extra zu diesem Zwecke eingerichtet werden.
    Zu verdenken ist es ihnen nicht – auch wenn das kontraproduktives Bloggen ist. Die Gräben weden tiefer. Sie werden es merken. Früher oder später.

    Bei den Diskussionen um meinen Daimler-Blog-Beitrag damals wurde beispielsweise auch kritisiert, daß nicht bei mir kommentiert würde – dabei geht es überhaupt nicht darum, wo miteinander gesprochen wird, sondern daß gesprochen wird, daß Meinungen ausgetauscht werden und Diskutanten und ‚Publikum‘ sich reiben und entwickeln können.

    Das ist Blog-Kultur. Die muß wachsen, da muß der Einzelne sich zurücknehmen und größer denken. Dann haben alle etwas davon. Dann macht das Ganze auch viel mehr Spaß, man ist engagierter und leidenschaftlicher und ansteckender.

  • Robert, Du selbst bist ein eher schlechtes Beispiel. Du bist auf kein Thema fokussiert und hast daher wäre EEE PC News keine direkte Konkurrenz zu Dir. Es wird wohl kaum jemand das Basic-Thinking-Abo kündigen, damit er nurnoch EEE PC News liest.

    Wenn jedoch zwei Blogs genau die gleiche Nische beschreiben kann ich schon verstehen, dass sie sich eher zögerlich verlinken. Schließlich ist die Aufmerksamkeit der Leser begrenzt und die Chancen stehen nicht schlecht, dass sie nicht alle Blogs zu einem Thema lesen werden.

    (Mein eigenes Blog ist übrigens auch kein Nischen-Blog, daher linke ich auch recht hemmungslos durch die Gegend).

  • Finde auch das Verlinken gut und absolut notwendig.
    Einzig die Blogs bei MySpace verlinke ich nicht, da ich nicht unnötig einen Riesenkonzern noch riesiger machen will…

  • Kann sein, in meiner „Nische“ sehe ich das aber nicht so.

    Schneiden sich ins eigene Fleisch, die „Maschendrahtzaunblogs“. Wer nicht linkt, wird auch nicht verlinkt.

    Somit kann das Blog auch gar nicht „steigen“, d.h. besser wahrgenommen werden.

  • @Flo, sehe ich nicht so, da dieses Blogs tatsächlich auch Schwerpunkte hat:) Beim WoW-Blog zB verlinken wir-da es mehrere betreiben- genauso wie ich es hier tue. Beim MEX Blog haben wir auf Business-Blogs noch und nöcher hingewiesen, es hatte keinem geschadet. Es ist und bleibt Unsinn diese Denke.

  • Die Ellenbogen-Mentalität macht halt auch vor den Blogs leider nicht halt.

    Ich habe festgestellt, dass gerade DURCH DAS VERLINKEN viele auch mal schauen, wer hat mich denn da verlinkt?, es ergeben sich neue, nette Kontakte und – wer weiß es besser als Rob – es ist doch schön, wenn man weiß, dass man mit dem Link mit Sicherheit nebenbei auch jemandem eine Freude gemacht hat. Man zeigt seinen Lesern andere nette Blogs auf, die sie vielleicht auch interessieren. Und wenn sie meinen RSS-Feed abbestellen und einen neuen dafür abonnieren, dann bin ich zwar kurz depri, aber that’s life und das ist auch gut so. Ist wohl eine menschliche Einstellungssache.

    Genau das gleiche wie im Real-Life. Beispiel: „Sage ich meinem Chef, dass mein Kollege mir den Tipp gegeben hat oder lasse ich ihn in dem Glauben, dass es ganz allein von mir kommt?“ Ellebogen-Blogger!

    Verlinken und vernetzen gehört beim Bloggen m.E. dazu wie das Salz in der Suppe. Was wären denn unsere Blogs ohne den Rattenschwanz an via via via via weiß nicht mehr 😉 Gerade weil Blogs auch andere interessante Quellen aufzeigen, haben wir doch diese wunderbare Blog-Kultur, wie es Ralf schreibt.

  • @Robert: Schwerpunkte sind was anderes. Da geht es den Lesern um den Mix an Schwerpunkten und sie wandern nicht so leicht zu anderen Blogs ab die nur einen dieser Schwerpunkte bearbeiten.

    Die anderen Beispiele klingen aber wesentlich besser. 🙂 Da ich die betreffenden Blogs nicht kenne kann ich da leider nicht mehr mitreden. Wäre schön, wenn Du recht hast und freies verlinken auch Nischenblogs nicht schadet.

  • @ Flo: Klick Dich doch einfach mal in die Blogs rein, dann weißt Du mehr 🙂

    Klar gibt es auch einige „Super-Star“(wannabe)-Blogs im Bereich Genuss, die gerne mal jeden, der irgendwann einen Kommentar hinterlassen hat, mit neuen Beitragsbenachrichtigungen vollspammen, aber tunlichst auf kein anderes Blog verweisen, die lasse ich dann meistens aber „links“ liegen.

  • Ironie in sich, dass du dann nicht auf das „Asus EEE PC News“-Blog in diesem Beitrag verlinkst, auch wenn du dies schon öfter getan hast wie ich weiß… 😉

    Ich gebe dir Recht mit der Aussage, dass es eher die Angst ist, als die Gier nach Monetarisierung. Da ich selber ein „Misch-Blogger“ bin und auf meinem Blog schreibe und berichte wie ich lustig bin, sind mir relativ gesehen die Links die ich setze egal und bloggen macht für mich das vernetzen untereinander aus.

    Da ich nun aber zusammen mit einem anderen Blogger seit ca. 2 Wochen ein bisheriges Nischenblog betreibe (http://g1blog.de) und natürlich hier mit weniger interessierten Lesern rechne als über allgemeine Themen, stellte man sich anfangs schon einwenig mit Verlinkungen an, wenn auch ganz unbemerkt.

    Habe mich selber dabei erwischt, wie ich mir gedacht habe ob es sinnvoll ist auf die fremden Informationslieferanten zu verlinken, schließlich hat man ja selbst bisher weniger Content und erscheint so dem zukünftigen Leser als langweiliger oder unseriöser als die Quelle.

    Wieso also darüber berichten, wenn man doch eh nur der Originalseite verhilft und dann vielleicht ohne die Aufmerksamkeit der dortigen Leser durch fehlen eines Trackbacks?

    Schließlich sind wir beide jedoch zu dem Entschluss gelangt, dass es nicht schadet durchgängig auf die Urquelle zu verlinken, solange man selber konsequent weitere Nachrichten liefert und nicht immer auf die selben Seiten zurückgreift:

    1. Zeigt man, dass man recherchiert und ob die Quelle seriös ist.
    2. Beweist man, dass man den Leser informieren möchte.
    3. Findet man durch Trackbacks neue Leser die sich spezialisieren.
    4. Findet man andere Blogs und Seiten mit denen man kooperiert und sich vernetzt.

    Die Angst dass Leser abspringen ist aber imho weiterhin ein guter Hintergedanke… So liefert man dann lieber besseren Content als die Quellen und zeigt, dass man sich mehr beschäftigt.

    mfg,
    Torben

  • Ich verlinke gerne, wenn ich nicht selbst recherchiert habe und werde auch noch eine Extra Rubrik anlegen, mit Seiten, die ich gerne und häufig lese. Selbst wenn ich da keine Beiträge „entnehme“.

    Aber wo der Kommerz anfängt, hört das Soziale beim Bloggen möglicherweise auch wieder auf? Das muß schließlich jeder selbst wissen, ob und in welchem Umfang man verlinkt. Am meisten ärgern mich allerdings weniger die Blogger sondern mehr die klassischen Medien, die bei mir ganz gerne schauen, aber niemals nie ihre Quelle angeben würden. Bei einer Anfrage von einer Zeitschrift habe ich sogar bereitwillig die Kontaktdaten vom Hersteller gezückt, der Beitrag erschien, aber ohne netten Gruß an uns.

    So ist es halt…

  • Für einem Nischen-/Fach-/Themenblog ist es definitiv nicht schädlich, sich zu verlinken und sich gegenseitig in die Blogroll aufzunehmen.
    Man hat sowieso nur eine begrenzte Wachstumsrate auf Grund des Interessengebietes. Das pendelt sich dann irgendwann ein und ein Teil der Leser besucht dann die untereinander verlinkten Blogs, liest somit bei mehreren zum selben Thema.
    Jeder schreibt ein wenig anders und das macht es ja erst interessant in der Meinungsbildung.
    Ich selbst beobachte jedoch zunächst auf Beständigkeit und Qualität und nur wenn es passt, verlinke ich.

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