Sonstiges

Realkrise? Autokonzerne fahren Produktion herunter

Opel und weitere Autokonzerne wie BMW und Mercedes fahren den Output leicht herunter (lt. Opel sollen es 40.000 weniger sein). In Erwartung dessen, dass man nicht nur jetzt aufgrund der gesunkenen Auftragslage weniger Autos verkauft, sondern auch in Zukunft weniger loswerden kann. Die Autozulieferer klagen über Auftragsrückgänge iHv 10%-40%, wobei noch nie zuvor ein derartig rascher Rückgang verzeichnet worden sei (Interview ZDF mit einem Autozulieferer).

Finanzkrise wird zur Realkrise? Der passende Kommentar der FTD im Focus dazu, dass wir hier von Summen reden, die selbstverständlich auf den Realsektor ausstrahlen: Europa kann sich sein chaotisches Krisenmanagement der vergangenen Wochen nicht länger leisten. Selbst der IWF rät den Staaten inzwischen dazu, Banken über Kapitalspritzen vor Schieflagen zu schützen; den Abschreibungsbedarf der Branche schätzt der Fonds auf 1400 Mrd. $ – fast die Hälfte mehr als im April. Kleinere EU-Staaten könnten da mit der Rolle des Kapitalspenders in der Not überfordert werden.

Was sagt unsere oberste Chefin dazu? Siehe Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel zur Lage der Finanzmärkte. Es wird immer sichtbarer, dass die Garantieerklärung der Kanzlerin möglicherweise noch Gold wert sein wird. Ebenso der Hinweis, dass die EG sog. „systemisch wichtige Banken“ vor einer Pleite retten wird. Damit sind Banken gemeint, die bei einem Zusammenbruch echte Dominoeffekte nach sich ziehen können. Das wird wohl auch nötig sein, das IWF prophezeit nämlich, dass der Höhepunkt der Finanzkrise immer noch nicht erreicht sei, autsch!


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

20 Kommentare

  • Na, aufpassen dass du nicht zu pessimistisch wirst. 😉 Immerhin meldet Audi den besten September-Absatz aller Zeiten. Was mich allerdings auch ziemlich überrascht …

    @Manuel
    Warum muss der Rettungsplan der USA unbedingt auch die Börsenkurse stützen. Vielleicht wendet er eine größtere Wirtschaftskrise ab, aber ist eine Rezession überhaupt noch abzuwenden …

  • Eben erst Finanzkrise und jetzt schon Kurzarbeit bei Opel & Co.? Halte ich für einen Kurzschluss. Für mich liegts am Spritpreis. Darfst mich auch gerne verlinken. 😉

  • Die Hersteller haben nur auf soetwas wie die Finanzkrise gewartet. Da kann man die Schuld schön hin schieben.
    Für mich ist die Planung bei den Herstellern einfach völlig in die Hose gegangen. Nicht erst seit gestern werden keine Autos mehr gekauft, das hätte das Management 1) erkennen müssen und 2) schon weit im Voraus aktiv gegenan arbeiten. Die Mitarbeiter sind so mal wieder diejenigen, die es abbekommen.

  • Die deutliche Rücknahme der Produktion hat mit Sicherheit noch mehr Hintergründe.

    Vielleicht eine Kombination aus anstehende Umstrukturierungs- und Produktionsänderungsmaßnahmen, Auswirkungen der Spritpreise / bzw. beginnender Änderung der Einstellung der Bevölkerung und – nicht zuletzt – bald anstehende Tarifverhandlungen?

    Ich denke: Es war klar, dass es nicht immer weiter nur bergauf geht. Wir / Man sollten jetzt aber nicht hektisch alles schlecht reden und panisch reagieren.

  • @Manuel
    Weil wohl keiner ein Interesse an einer großen Wirtschaftskrise hat? Eine Rezession kommt nunmal immer mal wieder. Und mir scheint diese auch gar nicht mehr abzuwenden zu sein. Es geht bei dem Rettungspaket darum die Banken und damit das Finanzsystem zu retten, weil ein Zusammenbruch des Finanzsystem wohl in einer Weltwirtschaftskrise enden würde … ob nun der Dow bei 9000, 10000 oder 11000 steht ist dabei für die US-Regierung wohl eher nebensächlich, auch wenn ein hoher Stand sicherlich wünschenswerter wäre. Wäre natürlich die Fragen, ab welchem Punkt ein einbrechender Aktienmarkt größere Probleme mit sich bringen könnte ….

  • @Sägenblogger
    Ich habe die Angewohnheit ein wenig panisch zu reagieren, wenn mein Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden muss.

  • Jojo, Du hast ja die Antwort gerade gegeben. Das Problem ist aber, dass mit dem Rettungspaket sich nix ändert – die „Spielchen“ gehen munter weiter. Natürlich hätte man nicht krachen lassen können, das weiss ich auch. Auch wenn mir widerstrebt zu sagen: „Gewinne privatisieren, Verluste vergesellschaften“. Das ist ganz doll… nicht.

    „Wäre natürlich die Fragen, ab welchem Punkt ein einbrechender Aktienmarkt größere Probleme mit sich bringen könnte ….“

    Ähmm, das ein Zusammenhang zwischen Aktienmarkt und Realwirtschaft (wo kriegt die Wirtschaft denn die Kredite her, wenn die Banken nix mehr verleihen, weil sie gerade massiv abgewertet werden und kein Kapital mehr haben, und ihre eigenen Forderungen nicht bedienen können) besteht, ist Dir schon klar, oder?

  • ein faules geschwür sollte man nicht noch pflegen, besonders wenn es schon eitert und somit stinkt !

    da hilft nur sofortiges rausschneiden, samt dem noch gesunden umliegenden gewebe….sonnst wächst es wieder nach !

    horst

  • Rausschneiden? SEHR GUT!
    Führt hier evtl. zum Tode. Besser gesagt zum Sterben vieler Mittelstandsfirmen die keine Kredite mehr bekommen. Dadurch werden einige Menschlein ihre Arbeit verlieren.
    Bleibt mehr Zeit zum Trinken, Bloggen und Drogen nehmen…..
    😉

  • Ich finde auch, dass es von Opel eine Kurzschlußreaktion ist. Vielleicht ist es wahr, dass bereits bei den Autokonzernen was zu spüren ist, aber bitte doch nicht überreagieren. Wenn alle privaten Haushalte und geldanleger nun so überreagieren würde, dann sähen wir ganz schön arm aus….

  • @Leja, die Produktion vorausschauend „runterfahren“, ohne daß die Mitarbeiter davon betroffen sind ? Wie soll das gehen ? Was nun an Abschwung-Angst hinzukommt, kann kein Automobil-Produzent „vorausschauend“ einplanen oder er müßte gleich das eine oder andere Werk stillegen … und die Mitarbeiter entlassen. Wenn Automobilkonzerne Gewinn machen, liegt ihre Umsatzrendite bei 4-8% – davon hälst Du keine Mitarbeiterschaft dauerhaft im Lohn.

    Im übrigen hat BMW bereits vor Monaten reagiert, indem man die Verträge mit (in Bayern ?) beschäftigten Leiharbeitsfimen nicht verlängerte.

    Zyniker behaupten, daß „Pkw-Überkapazitäten“ in den USA und Europa vorliegen – mir ist kein Gewerkschafter bekannt, der deshalb die Entlassung von Arbeitnehmer als „voraussschauende Planung“ vorgeschlagen hätte.

  • naja, das mit Opel ist nun wirklich ein bisschen sehr früh. Das es um die Auftragslage bei Opel schon länger nicht wirklich gut stand sollte auch jedem klar sein. So hat man wenigstens nen Sündenbock 🙂

  • Die Autoindustire hat einfach die letzten 5 Jahre geschlafen. Es war doch absehbar, dass die Bürger spritsparendere Autos haben wollen. Was wurde gemacht: Jede Marke hat ihren eigenen SUV rausgebracht. Super Reaktion.
    In den USA gehen die Absatzzahlen seit Monaten um 30-40% zurück. Und die Finanzkrise der letzten Wochen wird jetzt als Ausrede missbraucht…

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