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Google: Lahmes Innovationstempo?

Lese gerade auf GoogleWatchblog, dass „Ab sofort bietet YouTube seinen Nutzer eine neue Möglichkeit Inhalte eines Videos zukaufen. Unter einigen YouTube Partner Videos erscheinen „Click-to-Buy“-Links. Diese Links erscheinen unterhalb des Videos. Diese Möglichkeit macht es leicht Produkte wie Lieder, Bücher und Filme in Verbindung mit dem Inhalt zu kaufen, den sie auf der Seite ansehen… Musik Labels können Links zum legalen Download des Songs zeigen, Hersteller von Videospielen können auf ihr neues Spiel verweisen. Auch ist es YouTube Partner möglich, unter Videos, an denen sie die Rechte halten, solche Links zu platzieren, wenn sie auf die Löschung des Videos verzichten

Das haben viele schon seit 2006 empfohlen und eingefordert, doch es hat nun 2 Jahre gedauert, bis man das endlich implementiert hat. Natürlich kann man auf die „schwierigen“ Verhandlungen verweisen, die mit den Rechteinhabern und Abverkaufsplattformen zu erfolgen haben. Aber es zeigt dennoch imho einmal mehr, dass Googles Größe immer mehr zu einem Klotz am Bein wird. Obwohl das genau das Gegenteil ist, was Google sein will. Die sich ob ihrer Innovationen rühmen, die aus den Reihen der Mitarbeiter entspringen. Doch was hat Google an Innovationen tatsächlich geschaffen, wenn wir alles um die Suchmaschine herum außen vor lassen (wobei die Gelddruckmaschine namens AdWords auch nichts anderes als eine kopierte Idee war)? Google Maps/Google Earth? Das sind dazugekaufte Dienste, wie so viele andere auch. Open Social? Das erweist sich mehr und mehr als reine Vaporware. Android? Ist die Programmierung eines Handy-Betriebssystems innovativ zu nennen? Nein, aber vorausschauend. Google scheint mir mehr eine Firma zu sein, die sich im Großen und Ganzen exzellent darauf versteht, Dinge nach vorne zu bringen, nicht aber zu innovieren. Ob das eine Rolle spielt? Ob nun Google unter dem Strich innovativ ist oder ein super gemanagtes Unternehmen? Ich denke schon, dass es auf dem strategischen Segment wichtig ist. Es gibt Firmen, die wollen Innovationsführer sein und es gibt Firmen, die wollen Innovationen nachahmen, aber dafür umso besser umsetzen.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

2 Kommentare

  • Inwieweit erweist sich Open Social als reine Vaporware? laut wilipedia ist Vaporware Software oder ein technisches Gerät, deren Erscheinungsdatum weit in der Zukunft liegt, oder deren angekündigte Erscheinung ausblieb. Vergleiche auch real soon now.

    Davon kann bei Open Social keine Rede sein. Der Standard wird stetig weiterentwickelt.
    Ich habe selbst eine Applikation für orkut, hi5 und MySpace entwickelt, die auf Opensocial aufsetzt. Die Opensocial Bibliotheken sind real und funktionieren auch.

    Joachim

  • Ich sehe das ein wenig anders, da ich den Eindruck habe, dass Google zunächst immer die Dienste startet und den Dienst selbst in den Vordergrund rückt. Erst wenn er sich stark genug etabliert hat (also für viele Nutzer zum Standard-Dienst geworden sind), werden nach und nach die einzelnen Vermarktungsmöglichkeiten ausgenutzt. Deswegen würde ich fast wetten, dass da eine Strategie hintersteckt.

    Zu den Innovationen an sich: Es stimmt, dass viele Dienste nichts besonderes oder neues sind. Bestes Beispiel: Google war nicht die erste Suchmaschine. Die Innovation steckt aber in den Algorithmen dahinter, die die Googlesuche zum absoluten Marktführer gemacht haben. Ich habe mal gelesen, dass Google den Entwicklern eine gewisse Stundenzahl für die Entwicklung eigener Ideen zugesteht. Daraus gehen zum Teil ganze Dienste (Orkut) oder auch eher sinnfreie Gimmicks wie Mail Goggles hervor. Aber eben all diese Kleinigkeiten sind dann genau die Innovationen, die den jeweiligen Google-Dienst, der an sich keine Neuigkeit ist, zu etwas Besonderem machen.

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