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warum sind deutsche Webgründungen uncool?

Beispiel: Wer nutzt Youtube statt Myvideo / Clipfish / Sevenload? Wer nutzt Identi.ca statt Bleeper oder gar Noserub? Überhaupt: Was sind die beliebtesten Webservices hierzulande? Antwort: Google, YouTube, Yahoo, eBay und Amazon.

Begründung? Weil die so cool und so viel besser sind? Weil die so bekannt sind? Weil die halt aus den USA kommen, wo alles so viel cooler ist und hier alles uncooler? Facebook ist cool. StudiVZ ist uncool. Digg ist cool. Facebook ist besser. StudiVZ schlechter. Yigg ist uncool. Digg ist besser. Yigg ist schlechter. Was ist das Komplementär von Flickr? Keins!

Ist das einfach so? Will der Deutsche keine deutschen Webservices? Will er keine Arbeitsplätze hier, sondern lieber Amis im Amiland beschäftigen? Glaubt man, dass die Amis die besseren Web-Architekten sind? Oder gibts sowas wie einen Schulhof-Effekt? Die eigenen Mädels schauen nicht so hübsch aus wie die vom fremden Schulhof? Sind wieder einmal die Medien schuld, die für die ach so tollen US-Seiten trommeln?

Auf einem Event sagt eine US-Lady: „Ach, die Deutschen sind einfach nur Nörgler“. Stimmt das? Unkritisch für Fremdes, superkritisch gegenüber Eigenem?

„Frei“ nach Peter Fox:
In einer Stadt voller Affen bin ich der King
Weil ich mit schiefer Grimasse für die Massen sing
Die Weibchen kreischen, alle Affen springen
Schönes Ding, das ich der angesagte Affe bin

Ich häng ab, hab’n Hammer Tag
’n paar Primaten und ein Fass Havanna Club
Ich pos‘, hab Stil vor der Kamera
Und verdien viel Banana na na na na

Mit meiner Affenpower zelebrier ich Gassenhauer
Bräute kriegen Nackenschauer, ihre Macker macht das sauer
Sie macht nen Kussmund, ich schmeiss für sie’n Bus um
Steh in der Sonne und trommel auf der Brust rum

Rotes Fell, dicker Kopf, sehe aus wie ’n junger Gott
Mütter schließen ab, Stuten fliehen im Galopp
Ich seh ne blonde Frau, klau sie vom Balkon
und sie krault mich all night long

Alles is bunt, laut und blinkt,
Stadt voller Affen is voll und stinkt!
Smog in den Lungen bin drauf und grins
Ich steige auf ein Haus und ihr hört mich singen
Alles ist bunt, laut und blinkt,
Stadt voller Affen ist voll und stinkt!
Wir feiern ohne Grund, komm rauch und trink
Die Party ist gelungen wir sind taub und blind


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

47 Kommentare

  • weil cool kühl heißt und Web Netz, vielleicht deshalb 😉

    und es im Netz egal ist, wo welche Server 😉 stehen

    Oh Lord, please buy me a Mercedes Benz,
    my friends all drive Porsches…

  • Vermutlich liegt es daran das deutsche Startups mehr in ihr Ego investieren als ins eigentliche Projekt selber.

    Da ist die ganze Zeit nur von „WIR“ die Rede und man gibt sich supercool, weltmännisch, allwissend und überhaupt.

    Genau diese Projekte sind dann komischerweise nach ein paar Monaten in der Versenkung verschwunden oder machen einen Exit bei eBay.

    Das einzige was deutsche Startups die letzten Jahre bewiesen haben: Sie kopieren Ideen aus den USA ohne das sie drüber nachdenken ob diese überhaupt laufen und ob sie in Deutschland überhaupt laufen.

    Bitte sucht euch alle vernünftige Jobs aber nervt nicht mit den üblichen Web 2.0 Gelaber.

    We can’t hear it anymore!

  • die meisten deutschen startupper haben keine ahnung von marketing. damit gemeint ist nicht die vermarktung, sondern marketing im bezug auf den user, also echte kundenorientierung. statt servicenutzen zu bieten, agiert man innenorientiert, ist in erster linie stolz auf sein produkt und zeigt das nach außen in form von ausführlichen verlautbarungen und möglichst vielen floskeln a la „unsere vision“ und „wir wollen“.
    der besucher spürt förmlich den vermarktungszwang, das angebot scheint überhaupt nicht für ihn da zu sein, sondern er als contentlieferant und zu vermarktendes clickvieh für das angebot. alles wirkt krampfig und nicht wirklich auf ihn zugeschnitten. und das ist uncool.

  • >>>…und das ist uncool

    Es ist mir sowas von Gülle, ob etwas „cool“ oder „uncool“ ist – Nutzen muß es mir und sonst nix.
    Dann ist es mir auch egal, ob eine Idee von Amis, Deutschen oder sonst wem entwickelt wurde…

  • @bernd muss dir leider teilweise zustimmen. Jedoch:
    Am „kopieren“ von Ideen und sie dann anzupassen/weiterzuentwickeln, kann ich aber nix Schlimmes finden (solange es keine Rechte anderer verletzt). Dieses Prinzip hat die Menschheit so weit gebracht wie sie heute ist !! Es fördert den Wettbewerb und treibt damit auch Innovation / Fortschritt im kleinen und manchmal im großen Stil.

  • auch wenn robert das vielleicht löscht, aber der sevenload-banner dort oben rechts ist ein perfektes beispiel. es interessiert keinen, ob man sich in der feature-entwicklung befindet (=“under construction“). statt einen konkreten kundennutzen zu vermitteln, ergießt man sich in produktorientierung „3.0“.

  • gibt es denn deutsch web 2.0 unternehmen die interessant und orginell sind bzw, innovativer als das ami original.
    ich bin da völlig unpatriotisch würden amerikaner gutes bier brauen würde ich s trinken, würden sie gute autos bauen würde ich sie fahren.
    würde es gute deutsche webservices geben würde ich es nutzen aber außer mite fällt mir da echt keins ein.

  • …weil in deutschland abmahnungen schneller sind als innovationen. und weil „scheitern“ in unseren gefilden nicht teil von entwicklungsprozessen sein darf. entweder der business case fliegt sofort oder du bist raus… warum z.b. sind die kollegen von last.fm seinerzeit nach england ‚ausgewandert‘? es wird sicherlich weitere vergleichbare beispiele geben.

  • nenn mir NUR EINEN grund, warum ich mich mit (schlechten) kopien rumärgern soll? warum sevenload, wenn ich youtube haben kann? WHY?

    und was ist den im web denn bitte schön „deutsch“, „amerikanisch“, etc?

    wenn ein deutsches unternehmen, mir den services wie amazon mit PRIME liefert, gerne. wenn ein deutsches unternehmen so cool ist wie LAST.fm, gerne, wenn ein deutsches unternehmen facebook und seine „softwarearchitektur“ und „internationales publikum“ bietet, gerne,

    aber deutsche (web2.0) start-ups (bis auf wenige ausnahmen, zb qype.com (sind die „deutsch“?) sind schnarch langweilig, „geek“-faktor gleich null, haben keine gescheiten APIs (merke teilen ist immer noch das grundprinzip im web), geben dem designer hungerloehne („mach was cooles, aber bitte keine kosten“) und den schlipsträgern kaviar in den arsch (hauptsache börse), dazu oft beschiessenes UI, dümpeln auf regionaler ebene rum, ohne weitblick … ach einfach uninteressant …

    … und am ende, ich will nix „deutsches“, ich will was „globales“, dieses „nationaldenken“ ist so 20 Jhrdt, bähh

  • Wurde bewusst auf den Vergleich XING vs. LinkedIn auf dem deutschen Markt verzichtet?

    Im Grunde hast du definitiv recht, Robert. Es gibt im deutschsprachigen Raum auch die nicht zu unterschätzende Macht der Neider, die alles Neue (Die Copycats [StudiVZ, verwandt.de usw.] möchte ich hierbei außen vor lassen) kritisch hinterfragen und somit zuteilen für negative Publicity sorgen. Der Deutsche an sich ist in seinem Wesen nun mal nicht der geborene Euphorist, der alles gleich phänomenal findet.

    Doch dies sehe ich nicht unbedingt als Schlechtes an: Das stärkt die Innovationsfreudigkeit und das Intensivieren des eigenen Produktmarketings für das Nischenprodukt. Ich kann mich zumindest nicht an ein amerikanisches Pendant zu MyMuesli und Konsorten erinnern.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Die Deutschen sind sicher nicht geschaffen, neue Räder zu erfinden, aber dafür bauen sie wunderbare Radmuttern und Felgen.

  • Naja wer-kennt-wen und die Seiten der VZ Gruppe sind doch gerade Beispiele wo Seiten aus Deutschland Erfolg haben und Arbeitsplätze schaffen auch wenn sie von den meisten „allzu Tech-affinen-Bloggern“ stets als uncool bezeichnet werden.

  • Meiner Meinung nach ist das größte Problem, dass deutsche Seiten auch nur von Deutschen genutzt werden. StudiVZ hat zwar mal versucht sich europaweit zu etablieren, aber das ist wohl in die Hose gegangen. Ich hab zumindest nix mehr davon gehört.
    Da aber im Netz alles so groß und global ist sind Seiten auf denen sich nur Deutsche tummeln auch eher uninteressant.
    Außerdem starten deutsche Seiten meistens in der Landessprache und gerade am Anfange wenn die Projekt noch gehyped werden und durch die Medien wandern ist die Sprache einfach eine zu große Barriere. Ausländische Medien werden wohl kaum über einen Service berichten den sie selbst nichtmal verstehen.
    Nachrichten aus Übersee liest hier eigentlich jeder täglich, meistens auch noch bei den original Quellen in englisch. Und auch wenn man keine englischen Nachrichten liest oder nichtmal englisch kann, spätestens nach 2 Woche ist der Hype im Netz so groß, dass es irgendwo in einem bekannten deutschen Medium einen deutschen Bericht darüber gibt.

    Alle Länder sind eigentlich prima darüber informiert was in Amerika passiert, aber Amerika ist kaum darüber informiert was im Rest der Welt passiert. Deswegen kann sich die Frohe Botschaft eines neuen deutschen Startups nie so weiträumig verbreiten wie die eines amerikanischen Startups. Deswegen gibts auch weniger User und es wird automatisch nicht so interessant.

    Wenn ich den lustigen Amis die ich aufm Oktoberfest kennen gelernt habe gesagt hätte „you can contact me via StudiVZ“ dann hätte ich wahrscheinlich ein paar große Augen gesehen und den Satz „Studi what?“ gehört.

    LG – Manu

  • Leider ist es viel zu oft so, daß neue und spannende Formate in den USA entstehen und diese Konzepte von deutschen viel zu oft und viel zu schlecht kopiert werden. Das gilt für Startups genau wie für das Fernsehen.
    Nicht nachmachen sondern die Kreativität für neues nutzen, auch wenn es schwer fällt.

    Nichts desto trotz kann ich Manuels (#15) Meinung unterschreiben, der sprachliche Aspekt spielt eine ganz entscheidene Rolle. Übersetze mal „gruscheln“. Englisch ist eben „Weltsprache“ und dementsprechend besser lassen sich englischsprachige Dienste vermarkten und nutzen, auch international.

  • Viele solcher Projekte werden dadurch interessant, dass sie international sind. Hierdurch ist die Benutzerzahl um ein vielfaches größer, als sie in Deutschland (meinetwegen auch +Österreich und Schweiz) je sein könnte. Oder wer glaubt, dass Flickr (kommt übrigens aus Kanada) in Deutschland (oder irgendeinem anderen, vergleichbar großen Land) alleine 7 Mio. Benutzer und über 2 Mrd. Bilder schaffen würde?

  • Ich will ja nicht klugscheißen aber Roberts Frage war wieso Deutsche nicht Deutsche Webgründungen nutzen und nicht wieso deutsche Webgründungen nicht in den USA genutzt werden 🙂
    Und da denke ich eben das es bei den Massenanwendungen nicht stimmt siehe VZ/Wer-kennt-wen oder auch siehe E-Mail Anbieter wie web.de/gmx statt yahoo/hotmail.

  • Also ich sehe das hier in Neuseeland wie das mit lokalen Versionen funktioniert, wenn die Sprache keine Barriere ist. Es wird einfach das genommen was besser für eigene Erfordernisse ist und mehr bietet. Punkt.

    Z.B. Soziale Netzwerke: Warum soll ich ein nationales Netzwerk mit selben Funktionen nutzen, wenn ich damit keine internationalen Freunde einladen kann? Deutsch reden kann ich auch in englischen Netzwerken. Wo sind dann die Vorteile?

    Oder Flickr, youtube, digg: Warum soll ich mich auf Deutschland beschränken? Ich habe nicht ewig Zeit und will auf einen Schlag sehen was mir die ganze Welt (incl. D) bietet.

    Anders bei Handelsplattformen. Hier hat sich statt ebay der nationale Dienst trandeme.co.nz durchgesetzt, weil Onlinehandel lokal schneller sowie günstiger läuft und zudem trademe im Aufbau an neuseeländische Gegebenheiten angepasst ist.

    Daher denke ich, wie die anderen hier, dass „deutsche“ Dienste nur da Punkten können wo man an Sprachbarrieren scheitert und das Lokalkolorit eine wesentliche Rolle spielt. Daher Tendenz zu Facebook oder youtube.

  • Amazon.de ging damals aus einem deutschen Online-Buchhändler hervor, der von den Amis gekauft wurde 🙂 Ich war davor schon Kunde und bin es geblieben.

    Viele dt. Seiten sind wirklich nur Kopien, und noch nichtmal gute. Da ich einen internationalen Freundeskreis habe, benutze ich vornehmlich Seiten, die international sind.

    Und selbst bei „US-gegen-US-Firmen“ schmieren die Kopien ab (imeem vs. youtube). Die ersten/stärksten machen das Rennen, wenn sie nicht völligen Marketingmist machen. Und das global.

  • Aber keinesfalls sind wir uncool Robert, Also bitte! Der Eindruck ist lediglich die Folge, dass US von der personellen Ressource und diesem Potential eine Runde größer ist als DE. Daher gibt es dort in der Quantität auch eine Runde mehr Startups/Ideen/Angebote wasweißich. Folge „der Zweiten“ ist dann hier und da Copycat/mee-too Effekt. das ist wahrscheinlich in Italien, Ösi etc. gleicher Eindrucks, oder?. Das würde nicht anders mit China laufen, wenn Europäer als Zweitsprache Chinesisch hätten. Dann wäre wahrscheinlich US nicht ober-cool, sondern CN.

    Hauptsache, wir sind smart, wozu copycats m.E. nicht unbedingt zählen. Das ist sowieso immer uncool.

    Aber smarte deutsche Webgründungen, zudem erfolgreich, gibt es doch eine ganze Runde?!

  • Das Problem mit den deutschen Webgründungen ist einfach: die sind viel zu kompliziert im Konzept. Das fängt schon beim Domainnamen an, geht dann durchs Layout und endet dann in den Funktionen. Alles viel zu kompliziert…
    Umso einfacher und schlicht die Sachen sind, umso erfolgreicher werden sie. Bestes Beispiel GOOGLE.

    Ich habe mir jetzt mal die Domain BLOGZON gesichert und was ich daraus basteln werde…mal sehen…was schlichtes… 🙂
    Die Endung ZON sollte sich jeder mal zu Herzen nehmen, wenn man nach einen Domainnamen sucht, denn jeder kennt AMAZON und etc. etc.
    🙂

    Ich sehe, Herr Basic ist im Peter Fox Rausch.
    Mein musikalischer Tipp für heute ist: Tom Albrecht (etwas alt, aber immer noch genial) http://de.youtube.com/watch?v=Y8lDOdA-EZQ

  • moti (#4) hat es teilweise schon geschrieben, was ich auch schreiben wollte. Die USA sind in (dieser Form des) Marketing vielen deutschen Unternehmen und Neugründungen immer noch deutlich voraus. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Und es gilt auch: Die „ersten“ in einer Sparte haben einen entscheidenden Wettbewerbsvorsprung vor allen anderen. Diesen Vorsprung behalten sie eine lange Zeit, wenn sie keine Fehler machen.

  • Doch doch, als Deutscher will ich schon deutsche Webservices, engagiere mich jedoch sehr ungerne bis überhaupt nicht.
    Warum, ganz einfach.
    Deutsche Webseiten haben meiner Meinung nach immer dasselbe Problem.
    Die Jungs und Mädels sind hervorragende Programmierer mit tollen Ideen, die ihr Handwerk techn. gesehen verstehen.
    Man vergisst bloss immer, einen Jura Kenner, einen BWLer und Co im Team aufzunehmen.
    Und dann kommt irgendwann jemand daher, der dann sagt, das dürft ihr nicht, das auch nicht und das ist auch illegal.
    Schwupp, das war´s.

  • Die Antwort ist ganz einfach:
    Vollkommen neue Ideen finden in Deutschland keine Investoren. Wer ein erfolgreiches amerikanisches Konzept kopiert, kann Investoren das Ganze besser verkaufen. Auch bekommt man hier bei Weitem nicht soviel Kapital, um einen besseren Service oder ein besseres Marketing zu betreiben. Darum findet man ja auch einige Deutsche bei US Startups. Die glauben an ihre Idee und können diese leider nur in den USA realisieren.

  • Deutsche StartUps, dt. web2.0? Ich glaube nicht, dass es nur darum geht.
    Warum ist Tesla in den USA entstanden und nicht im Mutterland des Automobils? Und es gibt dutzende weitere Bsp.
    Ein Punkt ist tatsächlich die Innovationsfreudigkeit der Konsumenten und Investoren.
    Investoren:
    Wenn es nicht in der FT/Handelsblatt/W&V und anderen schon gestanden hat, ist es nicht nachvollziehbar. => Copycats rocken in D, eigene Ideen nicht bzw. findet man eben keine Investoren und muss es selber finanzieren, was kein schnelles Wachstum erlaubt.

    Konsumenten:
    Auch wenn man beim Bloglesen den Eindruck gewinnen kann, dass die Mehrheit das Internet versteht, ist es überhaupt nicht so. Ein beachtlicher Teil der Nutzer verwechselt die url-Eingabe immernoch mit Google und das Wissen um die Möglichkeiten im Netz sind beschränkt.
    Das ist ja auch wie Du, Robert, oft beschrieben hast, der große Wurf bei wkw – sie haben es für den gemeinen InternetDAU entwickelt und der ist hochzufrieden damit…bisher…ich bin gespannt wie sich die Werbung intern nun auswirkt…

    Und auch hier gilt: Wenn es nicht von den Medien gehypt wurde, kommen die Leute nicht dahin.

    Und zu guter Letzt gibt es eben wie schon beschrieben die durch die Sprache entstehenden Einschränkungen. Wie soll etwas in eine proftable Größe wachsen, wenn es „nur“ maximal 100 Millionen Menschen erreichen kann? Die Sprache ist schon ein Hindernis – gerade, wenn man bedenkt, dass die meisten Projekte sich nicht an „alle“ wenden, sondern bestimmte Gruppen ansprechen.

    Das erklärt ja auch die Diskrepanz zwischen dem monetären Erfolg englischsprachiger Blogs und denen der deutschen…

    Mein Tipp lautet daher: Suche einen BA, der Dich sinnhaft unterstützt und 1-2 Jahre finanziert, schaffe ein Team, das sich ergänzt und dann gehe gleich mehrsprachig ins Netz – zumindest dt/engl.

  • Die coolen Leute nutzen die Originale, die kommen nunmal aus dem Ausland. Wer will schon mit einer Kopie leben – sei es on- oder offline!

    Hier noch ein Argumentationsaspekt von VentureBeat: „The German start-up scene: Copycats, but getting smarter“
    So scheint es zu sein. Vielleicht wird die Zukunft besser!
    Hier der Link zum Beat-Artikel: http://venturebeat.com/2008/10/22/the-german-start-up-scene-copycats-but-getting-smarter/

  • Ich denke Investoren Gelder spielen dabei keine so große Rolle. In Amerika sitzt der Geldbeutel da schon lockerer, das liegt aber auch daran dass die Investoren einfach gemerkt haben dass sich auch im Internet recht gutes Geld verdienen lässt. Aber auch in Deutschland sind wir inzwischen so weit, dass große Firmen und Investoren eine Menge Geld in Startups stecken.

    Zum Thema Geld und Startups ist glaub Guy Kawasaki ein recht gutes Beispiel, der hat jetzt mit Alltop schon sein zweites Startup mit einer minimal Investition von 10.000 $ gelauncht.

  • Ich glaube auch, dass US-Angebote oft durch den größeren Binnenmarkt und das durch die Sprache per se vorhandene internationale Potenzial begünstigt werden, was sich letztlich auch in höheren Bewertungen niederschlägt.
    Wie auch etwa im Bereich der Entwicklung fiktionaler Film- und TV-Formate ermöglichen höhere Budgets und größere Teams eine stärkere Arbeitsteilung, die häufig zu besseren Ergebnissen führt.

    Zudem schafft es auch nur die Speerspitze der wirklich coolen Sachen aus den USA, sich in anderen Märkten zu etablieren, so dass unsere Wahrnehmung da etwas verzerrt ist.

  • Quatsch. Deutsche Gründer sind nicht uncool. Deutsche Firmen sind nicht uncool. Der Unterschied zwischen deutschen und amerikanischen Gründungen ist ein unterschied von ca. 50 Millionen Euro Venture Capital.

    Es ist wirklich ein sehr schwacher Artikel Robert. Das müsste besser recherchiert werden.

    Und ja ich nutze deutsche Plattformen wie qype, sevenload und co. – und das ist auch gut so!

  • Wenn irgendwelche unkreativen BWL-Studenten glauben, im Web2.0 das schnelle Geld machen zu müssen, macht sich das in der Qualität der Startups bemerkbar.

    Von Sevenload war ich anfangs sehr begeistert, weil sie sich stets bemüht haben, YouTube technisch eine Nasenlänge voraus zu sein. Das gelang ja auch. Allerdings ist der Laden inzwischen inhaltlich so dermaßen verramscht, um eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen, dass ich dort nicht mal mehr meinen Mantel ablegen würde. Da lobe ich mir Videoplattformen wie Vimeo.

    Yigg hat sich allein durch die Namenswahl selbst disqualifiziert und löst bei mir höchstens Fremdschämen aus. So ein Abklatsch ist in meinen Augen nicht nur unkreativ, sondern sogar würdelos.

  • weil die deutschen dienste ausnahmenslos abklatsch sind.
    bleib ich doch beim original. ausserdem sind diese dienste größer und haben in der regel mehr inhalte/user.
    das gilt für

    youtube
    facebook
    digg
    ..
    ..

    ausserdem spielt auch sympathie eine rolle. diggnation kommt zum beipiel super postiv rüber und ist total lustig. es gab ja mal so nen podcast von yigg. ist halt nur ne kopie, ohne eigenen ideen, deswegen fand ich die paar folgen langweilig. ausserdem hat diggnation, genau so wie digg einfach die cooleren news.

    bei vielen deutschen startups hab ich des gefühl, das sind nur langweilige BWLer ohne Herzblut dabei. Die sehen halt ein Konzept das in den USA funktioniert hat und meinen mit ner Kopie ohne viel risiko einfach abräumen zu können.

  • weil die deutschen dienste ausnahmenslos abklatsch sind.

    Naja, das stimmt aber auch nicht ganz. 😉 Es gibt durchaus deutsche Projekte, in die Herzblut, Idealismus und Innovationen einfließen. Spontan fallen mir da z.B. mite und Soundcloud ein.

    Das Problem ist oftmals der Spagat zwischen Idealismus und Monetarisierung. Die wenigsten können diese beiden Faktoren erfolgreich vereinen. Aber es kommt durchaus vor – auch in Deutschland.

  • Noja, im Prinzip sehe ich zwei Gruende hierfuer: Netzwerkeffekt und Nutzereinbindung.

    Der Nutzer profitiert am meisten von der Seite, auf der die meisten anderen Nutzer sind, mit denen er interagieren kann — sei es nun deren Videos anzusehen oder Meinungen mit ihnen auszutauschen. Das ist auch der Grund, warum Facebook hierzulande Schwierigkeiten hat, Fuss zu fassen: Die kritische Masse an Studenten ist eben schon im StudiVZ. Das wird sich vielleicht aendern, wenn Leute sich mit anderen Studenten (und auch Nichtstudenten!) im Ausland vernetzen wollen. Wir werden sehen.

    Mindestens genauso wichtig finde ich die Nutzereinbeziehung. Ganz schlicht gesagt: Das Startup, das von ein paar Kumpels in der Garage gebastelt wurde und irgendwann durchstartete, ist einfach tausend Mal sympathischer und cooler als eine Retortenkopie. Mit den Bastelgruendern kann man sich identifizieren, das sind echte Leute zum Anfassen, mit denen man idealerweise sogar Meinungen austauschen kann und die einen ernst nehmen. Irgendwelche Reissbrettarchitekten einer gesichtslosen Firma sind da deutlich unsympathischer — insbesondere dann, wenn sie nicht auf die Wuensche und Interessen und ganz besonders die Kommentare der Nutzer eingehen.

  • .. ich denke nicht, dass die deutschen Start-ups uncool oder nicht kreativ genug sind. Schwieriger ist, einen geeigneten Sponsor / Geldgeber für seine Ideen zu finden. Hier fehlt das Erkennen der Vision, der Mut Neues auszuprobieren und das Befreien von alten Gangarten!!!

  • wir wollen aber hier auch nicht vergessen, was für ein Mist bei StudiVZ abgegangen ist… wie kann man das bitte entschuldigen?

    … wer viel im ausland unterwegs ist, WILL facebook und nicht ne deutsche Kopie.

    Nochmal, neben Coolness und Geek-Faktor ist auch ein einwandfreier Service das A+O und nicht deutsches „äh ne geht nicht können wir nicht machen, äh umtauschen, äh flexibel, sorry das war DHL, jaja, ne Sa+So geschlossen“ … interessiert mich als zahlender Kunde alles NULL.

    Ich will sofort! Jederzeit! Überall! Ansonsten geh ich in ein „normales“ Geschäft.

    ich habe bei Amazon in den letzten Jahren (10 Jahren?) zu meinem eigenen Erschrecken, ca. 500 Artikel bestellt.

    Ich hatte nicht einmal ein Problem mit Amazon! Nicht einmal. Umtausch sofort, Portokosten immer auf Kosten Amazons, Hotline & Email jederzeit 24h Sa und So …egal, wo ich gerade auf der Welt bestellt habe.

    … und zb als Abgleich: bei einem der grössten DEUTSCHE Elektronikversender letzte Woche Donnerstag Rechner als Geschäftskunde bestellt( mit sofortiger Zahlung meinerseits) , bis heute sitz ich hier und warte auf den Rechner, mein Arbeitsgerät … muss man dazu noch irgendwas sagen?

  • Hi Robert,

    vielleicht weil nahezu alle Medien (auch Du!) sich vornehmlich auf die Amis stürzen (wollt Ihr cool sein?) – bestes Beispiel ein Bericht letztens auf SAT1, in dem lang und breit für ausschließlich amerikanische Webservices Werbung gemacht wurde – alle Genannten (z.B. auch FaceBook und RepDefender) hatten dt. Pendants.

    Und vielleicht auch, weil gerade für Marketing amerik. Startups Faktor 10 mehr Geld haben.

    Und viell. auch, weil Ideen oft „ihre Zeit“ haben aber bei gleichzeitig oder leicht verzögert (siehe Thema Faktor 10 Finanzierung) startenden Services IMMER die dt. Version als Plagiat gesehen wird. Selbst wenn sie außer der Grundidee mit dem angeblichen Vorbild nix zu schaffen hat.

    Und in USA macht man 3x einen Flop und danach einen Erfolg, in DE macht man 1 Flop und muss danach ein extrem dickes Fell haben.

    Und die Kiste mit den VCs stimmt auch: „gibts da schon was ERFOLGREICHES in USA zu? Nein? Vergesst es …“. Dummerweise sind Kopien bereits als erfolgreich erkennbarer Ideen aus USA im besten Fall nur noch an den gesetzten Marktführer aus USA verkaufbar.

    Und deshalb GIBT es kaum dt. Originale. Und dass ich bei einer fast 1:1-Kopie (Yigg) dann doch lieber das Original nutze ist ja klar – oder? bei Xing oder Mr. Wong ist das durchaus anders …

    LG

    der Yasnianer

  • Noch was in Ergänzung meines früheren Kommentars: Robert erwähnt Google einleitend oben als ein „cooles“ Beispiel.

    Ich halte Google für sehr erfolgreich und für sehr uncool.

  • In Amerika findet man sofort Leute die einen neuen Service mit ausprobieren.

    In Deutschland wird erstmal diskutiert warum man sich da überhaupt anmelden soll weil …

    Erst wenn die kritische Masse mit im Boot ist, dann ist auf einmal eine Anmeldung selbstverständlich.

    Die ausländischen SNs z.B. bieten einfach mehr Freiheit, während deutsche Betreiber gerne mal Profile editieren weil dort irgendwas nicht „passt“.

    Ein SN muss auch nicht international sein, mich interessieren nur Leute in meiner unmittelbaren Umgebung. Von den ganzen Auslands-Studenten bei FB höre ich z.B. selten was und meist ist es mir auch egal was die da gerade treiben…

  • Es gibt ein Bündel an Gründen (die meisten stehen oben schon):

    #1 – Wo ist der benchmark?
    Ich habe 4 Fa. aktiv mitgegründet. Immer hiess es „woran können wir messen / vergleichen“?
    MIST! Es wird (meist) genau dann gut wenn es unique ist!
    Zu empfehlen: „Blue Ocean Strategy“ http://kurzlink.de/amazonBOS
    (Disclaimer: Ist ein Amazon link 😉

    #2 – USA mehr Geld?
    Klar bekommen US startups zw. 3 und 10x mehr Kohle, aber ihr Heimatmarkt ist auch dementsprechend grösser. JA, dank der europäischen Zerfledderung haben wir einen Nachteil. NEIN, die dt. VC Szene ist nicht das Problem – es sind die mangelnden non-copycats UND mit einem Team, das durchhält.

    #3 – Marketing!
    Geht den meisten dt. Fa. ziemlich ab. Und das heisst nicht „Banner schalten“ o.ä., sondern Vernetzung, Vernetzung, Vernetzung – und das bitte nicht nur „in der Szene“ sondern auch zu Kunden (nennt sich jetzt „user“) und Partner (Industrie, Handel, Medien, Entscheider).

    #4 – Qualität & Service
    Lassen wir mal mein Stammthema „Bewegtbild im Web oder mobile“ weg. Robert, du hast mal einen echt langen Artikel über White Label SN gemacht. Wer war der ‚Gewinner‘? http://kurzlink.de/basicSN – und selbst die Mankos die Du im Dez. 07 angemerkt hast sind im Oktober 08 weg!

    #5 – Geschwindigkeit!
    Hat dummerweise was mit 1 bis 4 zu tun – aber selbst wenn das klappt scheinen wir uns hier eher gerne auszuruhen, statt zu kapieren – jeder Tag ist eine neue Herausforderung!

    #6 – Re-Start
    Ich kann den Schwachsinn von „einmal gescheitert – immer gescheitert“ für DE / Europa nicht mehr hören. Es stimmt einfach nicht. Ich bin selbst ein gutes Beispiel dafür – auch im 5ten Anlauf klappt es 😉
    PS: Funktioniert vermutlich weniger gut, wenn man alten Tagen nachtrauert und meint seinen Geldgeber verklagen zu müssen (war oben auch schon mal) …

    #7 – Team(s)
    Auch dt. Teams sind meist cool. Aber entweder sie sind zu homogen (nur BWLer / nur INGer) oder wenn es schon keine ausreichende Geschäftserfahrung / Mix im Team gibt, dann holt ihn Euch dazu EHE ihr losrennt.

  • Es wird immer ignoriert, dass zum kopieren auch eine gewisse Intelligenz nötig ist. Lasst uns die Dinge nehmen und das beste draus machen, vielleicht sollten die Dinge globaler betrachtet werden und einfach mehr zusammengearbeitet werden, als gegeneinander.

    Thomas Mann sagte mal „Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.“

    Das gilt auch uneingeschränkt für die deutschen Startups. Warum nicht Ideen aufgreifen und etwas eigenes, besseres draus machen, anstatt einem Trend nachzuschwimmen. Warum soviel Energie darin verschwenden etwas einzigartiges zu erschaffen, anstatt aus vorhandenen Dinge etwas neues zu erschaffen.

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