Sonstiges

Bleeper: Alternative zu Twitter

bleepergestern habe ich eine Mail bekommen, dass Bleeper.de seine Funktionen erweitert hat. Im Wesentlichen sind zwei Punkte besonders interessant:

– Zusätzlich werden die Connects bei bleeper.de mit den eigenen auf Twitter abgeglichen, d.h. wenn ein Twitter-Freund auch auf bleeper.de ist, kann dieser auf Wunsch automatisch connected werden. Diese Funktionen erleichtern den Wechsel von Twitter zu bleeper.de deutlich
– Von der Listenansicht der eignen Connects und Connections kann man selbigen Tags geben. Dies verbessert die Übersicht und hilft beim Organisieren. Ein Beispiel: #mannschaft als Tag für die Connects aus dem Fußballverein vergeben. Mit @#mannschaft dann gezielt Updates schicken. Das ist die Vorstufe der Gruppenfunktion, die voraussichtlich im Januar kommen wird.
Mit den Self-Tags kann man sich selbst mit passenden Schlagworten beschreiben. Für jeden Self-Tags existiert eine Übersichtsseite mit all den Usern, die sich diesen Tag auch gegeben haben. Um bei einem Fußball-Beispiel zu bleiben: mit Self-Tags können sich alle FC Bayern München Fans leicht finden, indem sie sich den Tag #bayernfan geben.

Bleeper basiert auf Laconica, einer Open Source Microblogging-Lösung. Auf der u.a. auch Identi.ca läuft, das wohl einige aufgrund der Aktivitäten von Cem kennen werden, der sich hierzulande schwer dafür einsetzt:)

Gruppenfunktion kommt
Das Wichtigste aber: Bleeper hat mir versichert, dass ab Januar/Februar 09 eine vollwertige Gruppenfunktion hinzukommen wird, so dass dann Bleeper tatsächlich zu einer echten Alternative zu Twitter wird. Nach einigen Selbstversuchen auf Twitter kann ich das nur bestätigen, dass das bisherige Broadcasten an alle Follower -zB wenn man ein Fußballspiel kommentiert- aufgrund des Fehlens einer Gruppenfunktion an seine Grenzen stößt. So werden all die Follower mit Tweets zugemüllt, die sich nicht für ein Thema interessieren. Sobald Bleeper diese Funktion anbietet, werde ich bei entsprechenden Anlässen zu Bleeper wechseln.

Problemzonen: User im Regen stehen lassen
Nachteil wie immer: Der Aufbau des eigenen Netzwerks beginnt erneut von vorne. Bleeper zeigt hier überraschenderweise große Schwächen, obwohl der Dienst noch jung ist und von den „Alten“ bzw. deren Erfahrungen längst hätte lernen können in der Planungsphase. Die im Netz aufbereitet an allen Ecken und Enden herumliegen. Problemzone 1, „das Vernetzen“: Man kann lediglich angeben, dass man auf Bleeper denen folgen möchte, denen man bereits auf Twitter folgt. Aber nach weiteren Abgleichmöglichkeiten sucht man vergeblich. Hier hat zB Dopplr.com ganze Arbeit geleistet und aufgezeigt, wie simpel so etwas gehen kann. Für mich die „state of the art“-Lösung. Abkupfern!!! Problemzone 2, „Allein gelassen“: Nach dem Login lässt Bleeper den User im Regen stehen. Keine Tipps (weder per Mail noch per Boxes), was man nun tun soll, um mit bestehenden Usern Kontakt aufzunehmen. Kein Hinweis, zB ganz popelig per Mail Freunde einzuladen. Kein Hinweis auf Suchmöglichkeiten, um gemeinsame Verknüpfungspunkte aufzuzeigen. Keine Seite mit Einklinkmöglichkeiten (Übersichtsseite mit bestehenden Usern und Tweets, sortiert nach Ort, Thema, etcpp). Sollte ein User demnach von sich aus auf Bleeper landen, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit Bleeper wieder verlassen. Niemand bleeped gerne eine Wand an. Ich halte beide Problemzonen für eklatante Fehler, die Bleeper angehen muss, um gegen Twitter -die zunehmend auch in der deutschen Presse Buzz erzeugen- überhaupt anstinken zu können.

Monetarisierung?
Und ja doch, es ist schön zu sehen, dass sich ein deutsches Startup an einem Microblogging-Service versucht. Was die Einnahmesituation angeht, zeichnet sich ein klarer Weg ab: B2C scheint eine schwerfällige Monetarisierungsgeschichte zu sein, B2B-Services könnten jedoch zu einer Alternative werden. Speziell auf Firmen zugeschnitte Lösungsangebote (ob als hosted services oder inhouse customized ausgeliefert) dürften nach einer entsprechenden Positionierungsphase für Bleeper durchaus spannend werden. Allerdings weiß ich nicht, ob das Bleeper-Team ein Gefühl und auch KnowHow für Firmenbedürfnisse hat, was kommunikative Lösungen angeht. Prinzipiell könnte man es sozusagen mit den Aktivitäten von Mixxt.de vergleichen (einem Social Networking Anbieter aus Köln). Consumerbusiness ist Zero, was den Umsatz angeht, aber als Treiber (auch, was die Erfahrungen angeht) fürs Firmenbusiness spült es Kohle in die Firmenkasse von Mixxt.

Mein Bleeper-User


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

29 Kommentare

  • was soll der schwachsinn, bleeper ist 100% auf laconica basierend, wenn dort ein update kommt, dann wirds bei bleeper kurz danach auch installiert, weder entwickeln die selber etwas noch ist es ein eigener startup, die haben einfach laconica auf einem eigenen server installiert und die texte ein wenig customized

  • @Pauline, die haben schon viel gedacht, aber das angekündigt nicht meines Wissens.

    @Mike, wieso, arbeitest Du im Team so gut mit, dass Du dermaßen gut informiert bist? Das mit Schwachsinn zu bezeichnen zeugt nicht davon, dass Du einen echten Einblick hast, oder?

  • betrachte mal, was die „€œGründerin“€? von bleeper sonst noch so betreibt. Lese was mike geschrieben hat – und überdenke Deinen Wechsel zu bleeper…

    Firmenseite:
    http://www.famwa.com

    „€œUnternehmungen“€?:
    http://newsider.de
    http://www.yelline.de
    http://www.9months.de
    http://www.babybelly.de
    http://www.vernisart.de

    Alles mit vollmundigen Presseankündigungen, den Markt aufrollen zu wollen und haltlosen Behauptungen wie z.B.

    „€œIm Vergleichstest verschienender Anbieter wurden auch Social-News-Communities miteinbezogen. So trat newsider.de gegen die üblichen Verdächtigen wie Mister Wong und Oneview an. Dass der Vergleich von reinen Social-Bookmarking-Sites und News-Communities nicht ganz passt schadete newsider.de nicht. Im Gegenteil, betrachtet man nur die reinen News-Communities, so ist newsider.de die Nummer 4 und verfehlt damit nur knapp das „€žTreppchen“€œ. „€?

    Tatsache ist:
    Testergebnisse aus PC Pr@xis 8/2008 zu newsider
    „€žDie Suchergebnisse sind nicht zahlreich und oft ungenau.“€œ
    Wobei die Note „€žausreichend“€œ (4,0) die schlechteste Note ist, die vergeben wurde und newsider.de das mit am Ende des „€žTreppchens“€œ steht. Aber so kann man Wahrheiten eben verdrehen.

  • Und was leitest Du daraus ab? Dass Bleeper es nicht „schafft“, weil die so unfähig sind? Dir ist es schon klar, dass Twitter -die Vorlage- nichts weiter als ein bloßer Zufallstreffer war und nicht auf der Genialität der Gründer beruht?

  • Ja, das leite ich daraus ab. Mal mit der Schrotflinte rumballern, irgend etwas wird dann schon klappen. Meines Erachtens kein gutes Konzept/Vorgehen.

    Das Twitter auch eine Menge Glück hatte, mag ja unbestritten sein. Aber mittlerweile haben sie solch eine starke Position, dass ein wenig gebleepse da wohl nichts ausrichten wird. Wenn es Laconica schon nicht schafft, dass eine kritische Masse wechselt, wie um alles in der Welt soll es dann Bleeper schaffen. Ich wette die haben noch nicht einmal einen Businessplan.

  • Um ehrlich zu sein: Twitter hat Zero,1 Position in D:) Bei ich weiß nicht wie wenigen Nutzern ist da mal gar nix positioniert, das Universalprinzip verspricht aber Zulauf, damit hat jeder in jedem Land eine Chance, sich dranzuklemmen als CopyCat.

  • „Bleeper.de erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die Nutzerzahl hat sich in den letzten Wochen mehr als verdoppelt.“

    Also von 100 auf 200? 🙂

    Sorry aber Bleeper brauch kein Mensch.

    Jeder kann auf die Schnelle mal Identi.ca installieren und paar Features adden (oder besser von Pownce und Rejaw abkupfern).

  • Sagen wir mal so: Identi.ca war eine Meldung wert, ein deutscher Clon auf Basis des Codes allerdings nicht.

    Da gibt es einfach nichts zu Hypen wo nichts ist 🙂

  • Der Spaß für den Kommunikator ist jedoch einfacher bei Twitter zu realisieren, weil dort alle Leute vertreten sind. Bei Bleeper sind wieder nur 5% von den Followern – wenn überhaupt – registriert.

  • @Robert
    >“@Mike, wieso, arbeitest Du im Team so gut mit, dass Du dermaßen gut informiert bist?“
    Vermutlich bezieht er sich auf:
    „Die Version die auf dieser Seite läuft ist eine unmodifizierte Version, die nur im Design/Layout angepasst wurde.“
    Quelle: http://bleeper.de/doc/source

    Disclaimer: Weder blogge noch twittere, bleepe, -was auch immer- ich. Hege allerdings ein gewisses Interesse daran und kann mir daher eine Meinung nicht verkneifen:
    Der von Robert erwähnte „Standard“ ist ganz nett, allerdings ist zu beachten, dass er ein Machwerk des Laconica-Entwicklers selbst ist, sozusagen von einem Insider. Ihm (dem Standard) aufgrund seiner Verbreitung (obwohl auch andere OpenSource-Projekte die sich mit Mircoblogging beschäftigen ihn aufgegriffen haben, ist sie wohl vergleichsweise gering) als Standard zu bezeichnen ist, sagen wir mal, gewagt.
    Das erwähnte Business-Modell hat wohl fast jedes OpenSource-Projekt, neben Spenden ist das nun mal die einzigste Einnahmequelle, und Kosten gibt es genug. Diese Kosten – und sogar viel mehr – hat die Firma hinter Twitter aber auch und die finanzieren sich komplett aus (Groß-)Spenden (=Investoren), wobei das in dem Fall eher Schuldscheine sind.
    Das wahnsinnig interessante an OpenSource-Lösungen ist aber, dass wie der Quellcode auch, die Kosten verteilt werden. Sollte nun ein Server wirklich pleite gehen/schließen/mit Werbung zumüllen/ein rosa Template verwenden oder die Nase des Betreibers gefällt einem nicht mehr, so gibt es zig andere und jeder ehemalige Benutzer kann zum Genutzen werden, in dem er sein eigenes Netzwerk aufspannt. Interessanterweise hat gegen diesen Trend beim Bloggen niemand etwas, ensteht da doch täglich neue Blogsoftware, die teilweise auch zu einander Inkompatibel sind/waren oder wenigstens nicht alle Features haben. Einen Aufruf nur noch WordPress zu verwenden, bzw. genauer eigentlich wordpress.com hab ich noch nie (naja, eigentlich selten) gelesen. Was man nun im Gegensatz dazu gegen einen Trend weg vom Zentralisten Twitter-Netzwerk zum Netzwerk der Netzwerke hat entzieht sich meiner Kenntnis.

    Ich erinnere mich dunkel an einen Eintrag von Robert zu Social Networks und wie gut er es finden würde wenn es einen zentralen Anbieter geben würde. Seltsamerweise haben sich postwendenden Viele dagegen gewehrt…
    Auch weil sie ihre Daten an einen potenziell Bösen „abtreten“ und die Kontrolle darüber verlieren, das kann im „eigenen“ Netzwerk nicht (so schnell?) passieren…

  • wow, twitter clone nummer 2035, dadrauf hat die welt gewartet.
    man kann sicherlich ne menge an funktionen in einen microblogging dienst integrieren. problem ist nur, dass es dann kein microblogging dienst mehr ist, und genau das wollen die user. pownce, freindfeed, purl und wie sie alle hiessen hatten alle besonderheiten, mehr funktionen als twitter. aber ich denke der user will sowas nicht.

  • Vielen Dank für Tipps, Hinweise und Anregungen (die positiven und vor allem auch die negativen).
    Wir werden und in den nächsten Tagen/Wochen bemühen, diese entsprechend zu adressieren.

    Jede weitere Unerstützung für bleeper (damit auch laconica und die Idee einen offenen/übergreifenden Micro-Blogging-Plattform) ist herzlich Willkommen!

    Gruß,
    bleeper-Team

  • also das mit den gruppen als unique selling point geht nur so lange gut, bis jemand eine auf der twitter api basierte anwendung bekannt macht, die normal die twitter userbase nimmt und um eine funktion erweitert, wie z.b. diese app hier:

    http://www.twittgroups.com/faq.php

    ich würde twitter viel eher als infrastruktur verstehen, die anwendungen und funktionen sind die apps. so wie websites auf dem word wide web basieren. niemand würde heute noch ernsthaft versuchen eine alternative zum www zu etablieren. genau so sieht das mit twitter aus. baut twitter apps und versucht keine clones auszuziehen. twitter apps gehen viral wie hölle, wenn sie was taugen. bei clones kommt immer der trägheits und netzwerkfaktor hinzu. der ist nicht zu unterschätzen.

  • @DonKult
    Den von Dir zitierten Text kann ich bei bleeper nicht finden – wahrscheinlich haben die das wie folgt angepasst, um nicht als 100% CopyCat zu gelten:
    „Die Version die auf dieser Seite läuft ist eine erweiterte/angepasste Version, die nicht nur im Design/Layout angepasst wurde.“

  • Hallo Leute,
    Ich kann nur eine andere Seite empfehlen die so ähnlich ist wie Twitter nur halt auch für den deutchsprachigen Raum genau so wie bleper.
    http://bleibonline.com
    Also schaut mal vorbei und abboniert mein Profil

  • Der Vorteil von status.net (alt: laconi.ca) ist jener das sich mehrere Seiten verknüpfen lassen.

    Twitter hat die absolute Monopolstellung was mit sicherheit nicht gut ist (ähnlich wie google) warum also nicht auf laconica sites umsteigen und mitmachen. Twitter connection ist dabei, facebook connect ist im kommen und untereinander sind die Seiten auch vernetzt. Der Vorteil liegt klar auf der Hand! 🙂

    http://sheepit.de wieder eine neue alternaitve 😀

  • Ich habe mir Bleeper in den letzten Tagen ein wenige angeschaut und kann nicht so ganz nachvollziehen, warum noch Ressourcen in das Projekt gesteckt werden. Es verliert ganz klar gegen Twitter und Facebook und neue User werden auch kaum gewonnen.

Kommentieren