Sonstiges

was bringt ein Wiki im Unternehmenseinsatz?

mit der Frage hat sich der Chef Frank Roebers beschäftigt, der dem Unternehmen Synaxon AG vorsteht: Enterprise 2.0 ein Zwischenstand von der SYNAXON AG. Synaxon ist ein IT-Unternehmen, das uns wohl noch am ehesten über die Marke „PC Spezialist“ bekannt sein dürfte.

Im absolut lesenswerten Beitrag geht er nicht nur auf Wikis ein, sondern zeigt sehr deutlich die wichtigsten, betrieblichen Vorteile auf (aber auch Knackpunkte!), die sich durch einen Einsatz einer partizipatorischen Software ergeben haben. Eingerahmt durch organisatorische Maßnahmen, ohne die ein Synaxon-Wiki wohl sinnlos gewesen wäre.

Die wichtigsten Effekte des Wikis:
* Der Informationsstand aller Mitarbeiter ist viel besser als vorher
* Die wesentlichen Unternehmensdokumente sind immer aktuell
* Führungskräfte sind von unsinnigen Entscheidungen befreit, die heute an der Stelle getroffen werden, wo die Fachkompetenz sitzt.
* Die Produktion von Wissen und Innovation hat sich von der klassischen Hierarchie abgelöst. Es sind viel mehr Mitarbeiter als vorher an der Produktion und Innovation beteiligt.

Man sagt das zwar gerne so dahin, wenn man vom mitmachenden Mitarbeiter spricht, dem Entscheidungsspielräume überlassen werden, damit über dieses Organisationsprinzip die gesamte Belegschaft ihr volles Potential entfalten kann, doch in der Praxis sieht das meistens anders aus. Bei Synaxon scheint dieser Basisgedanke in Ansätzen jedoch gut zu funktionieren.

Frank macht sich desweiteren über Blogs, Firmenwebseiten, Instant Messaging und Microblogging Gedanken. Und denkt auch über eine ansatzweise Veröffentlichung der betriebsinternen Kommunikation über Abteilungsgrenzen hinweg nach, gedanklich anlehnend an Open Source Projekten. Genau an dieser Stelle wird es hochspannend, denn eine Öffnung dürfte weniger an der betriebsinternen Öffentlichkeit denn an der mentalen Einstellung der Mitarbeiter scheitern, wenn man solch ein Thema zu radikal pushen würde. Zumal die regional verteilten Standorte bei Synaxon per se durch Personalstärke und Aufgabenverteilung unterschiedlich sein dürften, was sich auf den Einsatz und die Akzeptanz betrieblicher Softwareeinführungen auswirken wird (hört sich banal an, ist es aber nicht, denn Standorte und Abteilungen generieren eigene Mikrokulturen im Unternehmen).

Ich hoffe, Frank wird auch in Zukunft derart spannende Blog-Postings verfassen. Es gibt noch viel zu wenig Unternehmensverantwortliche da draußen, die ihre Erfahrungen am lebenden Objekt über den Einsatz recht neuer SW-Tools zu Webpapier bringen.


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

14 Kommentare

  • Danke für den Hinweis.

    Ich gebe dir auch recht, dass zu wenig Firmen berichten. Meine bisherige Erfahrung ist die, dass der Einsatz selten so sauber läuft, wie anscheinend bei Synaxon. Da will sich natürlich keiner die Blöße geben. Auch bei vielen Mitarbeitern wird der effektive Nutzer neuer SW-Tools selten gesehen. Im ersten Moment heißt es meistens „Mehraufwand“. Denn nun sind ja alle Notizen, alle Texte, alle Beschreibungen direkt öffentlich.

  • Ich kann nur zustimmen. Ein Unternehmenswiki ist selbst für winzige Betriebe in der IT Branche sinnvoll. Allein solche Dinge wie Serverzugänge und Konfigurationen sind so für alle schnell erreichbar. Das spart massiv Zeit und Aufwand.

  • @ Malte

    An solch eine Lösung habe ich noch nicht gedacht. Klar, man kann wenn Mitarbeiter bereit sind die wiki-Syntax zu „lernen“ einen funktionierenden Wiki erstellen. Aber ohne spezielle Leitung wird dieser, so denke ich, ggf. chaotisch und unübersichtlich. Dazu geht ja nun wirklich ein Mehr an Zeit drauf…

    Ist wohl eher etwas für große Unternehmen und Kleinstunternehmen, die sich in ihrer Nische somit Besucher fangen.

  • Vielen Dank für diesen wirklich interessanten Beitrag. Die Synaxon AG ist anscheind wirklich immer vorne mit dabei neusten Techniken und Verfahren einzusetzen. Schon vor Jahren ist das Franchising Konzept von „€œPC Spezialist“€? sehr positiv aufgefallen. Drot wird auch sehr detailiert im Vorfeld erklärt und vorallem vor Fehlern beim Start gewarnt. Hut ab dieser Konzern versteht es mit der Zeit zu gehen! Grüße Carsten

  • Der Beitrag ist aufschlussreich. Eine Herausforderung für manche Führungskraft wird sicher die neue Art der Informationsweitergabe darstellen. Die Führungskraft sollte hierbei die Vorteile von Delegierungen sehen, und nicht Angst vor einer möglichen Entmachtung haben. Gilt speziell für die öffentlichen Verwaltungen, die auf diesem Gebiet sicher noch Aufholbedarf haben.
    Schöne Grüße aus Südtirol
    Stefan

  • Bei meinen alten Arbeitgeber haben wir schon relativ früh mit einen internen Wiki angefangen. Zum Glück waren in der Geschäftsführung und der IT viele Wiki Fans, so war der interne Einsatz schnell beschlossen und bereits nach wenigen Wochen war allen klar, wie wichtig und hilfreich ein solches Wiki für uns ist.

    Ich kann es auch nur jedem Unternehmen empfehlen, es zumindest mal teilweise zu testen.

  • @florian:

    das mit der wiki syntax sollte kein großes problem sein. ich selbst habe mit IT eigentlich gar nichts am hut (bin angehender jurist) und komme trotzdem schnell und gut damit zurecht. also jeder angestelle der groupware und internet nutzen kann sollte auch mit einem wiki zurecht kommen.

    wir benutzen es in erster linie als skizzenblock, pflichtenheft und eben als zugangsdaten speicher 😉
    vg malte

  • Vielen Dank für den interessanten Beitrag.

    Ich finde den Einsatz von Wikis in Unternehmen einen interessanten Ansatz. Ich selbst arbeite als Programmierer in einem recht jungen Unternehmen im Web 2.0 Bereich (auf das die Blase nicht allzu schnell platzen möge 😉 ), das nach neuen Wegen der Dokumentation sucht. Unsere „Dokumentationsordner“ (sowohl digital als auch „analog“ in Pappe und Papier) sind bislang zwar bewährt, aber nur allzu oft entscheidet sich ein Mitarbeiter für eine ungünstige Einordnung seiner Dokumentation, die über ruhige Monate nicht bemerkt, aber im „Krisenfall“ zum Problem wird.
    Gibt es denn vergleichbare oder andere Erfahrungen mit dem Wiki-Einsatz zum Zwecke betrieblicher Kommunikation/Dokumentation?

    MfG AVGP

  • Wir haben seit 3 Jahren wikis im Einsatz für alle Mitarbeiter.
    2 Punkte waren entscheidend, damit unsere weniger technikaffinen Mitarbeiter(innen) das wiki auch tatsächlich genutzt haben:
    * wysiwyg-editor (absolut Pflicht!)
    * layout passend zu unserem sonstigen intranet-design

    Relativ triviale Dinge, aber bei uns viel wichtiger als irgendwelche tollen technischen features.

Kommentieren