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Hilfe! Schäuble will mein Surfverhalten checken

Big Brother Wolfgang Schäuble is watching you. Jetzt wird es langsam eng in meinem Computer. Nach den Terrorfahndern vom Bundeskriminalamt wollen jetzt noch mehr Leute einen Blick auf mein Allerheiligstes riskieren. Allerdings interessieren sie sich dieses Mal nicht nur für meine Dateien und E-Mails, sondern sie wollen nun auch noch an meinen Web-Browser ran – um zu sehen, welche Seite ich wann wie oft besucht und welche Inhalte ich dort angeklickt habe. Da wird mir ja angst und bange bei dem Gedanken. Zum Einen geht dieser neue Gesetzesvorstoß Schäubles über das zum Jahreswechsel in Kraft getretene Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung weit hinaus, zum Anderen gefällt mir das Rumschnüffeln persönlich gar nicht, da es für viele unbescholtene Nutzer – mich sicherlich eingeschlossen – manchmal auf ganz schön peinlich werden könnte.

Hintergrund des ganzen Spuks ist ein geplantes Gesetz zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes. Auf Seite zehn und unter Artikel drei des Entwurfs ist folgender Text zu lesen:

Artikel 3
Änderung des Telemediengesetzes
Dem § 15 des Telemediengesetzes vom 26. Februar 2007 (BGBl. I S. 179) wird folgender Absatz 9 angefügt:
„(9) Soweit erforderlich, darf der Diensteanbieter Nutzungsdaten zum Erkennen, Eingrenzen oder Beseitigen von Störungen seiner für Zwecke seines Dienstes genutzten technischen Einrichtungen erheben und verwenden. Absatz 8 Satz 2 und Satz 3 gilt entsprechend.“

Wird dieser Passus so von den Politikern im Bundestag und Bundesrat durch gewunken, würde dies den Betreibern von Internetdiensten wie beispielsweise Google Tür und Tor öffnen. Das genaue Surfverhalten der Nutzer könnte so künftig unter dem Vorwand der Störungsabwehr klickgenau gespeichert und ausgewertet werden. Brisant ist auch die Tatsache, dass die gesammelten Daten auch von allen staatlichen Ermittlungsbehörden sowie von den Geheimdiensten eingesehen werden können. Eine richterliche Anordnung ist dazu nicht nötig. Besonders aufpassen müssten dann auch die bösen Filesharer. Denn wie der Online-Dienst golem.de berichtet, hätten auch die Piratenjäger der Unterhaltungsindustrie problemlos Zugriff auf meine sensiblen Daten.

Datenschutz in allen Ehren, aber mein Recht auf Privatsphäre ist mir wichtiger. Zudem gehen damit die Befugnisse des BSI viel zu weit. Zeit also, mal wieder auf die Barrikaden zu gehen …

(Michael Friedrichs)


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Über den Autor

Michael Friedrichs

Michael Friedrichs hat als Redakteur für BASIC thinking im Jahr 2009 fast 400 Artikel veröffentlicht.

54 Kommentare

  • Da denke ich genauso. Also wenn das durchgebracht wird, dann geht das alles echt zu weit.
    Der Herr Schäuble erlaubt sich da ganz schöne Dinge. Wo nimmt er die Kreativität her?

  • Naja, ich sage doch, in Deutschland wird es bald auch keine privaten Rechte mehr geben! Google & Co. wirds freuen, wenn sie noch mehr Daten unter einem sinnlosen Vorwand speichern dürften.

    Aber diese Diskusion kann man sich eigentlich sparen, ich denke das solch ein Gesetz nicht durchkommen wird, da man ja aus der Vergangenheit schon kennt, dass solche Entwürfe gegen das GG verstoßen.

  • Ehrlich, Bundestrojaner und Co., Spionagesoftware, was soll das!

    Alle stehen im Verdacht ein kleines schmutziges Geheimnis zu haben, das der Herr Schäuble unbedingt wissen möchte.

    Was für ein riesen Haufen an Datenmüll der Staat da ansammeln möchte, ist fast beispiellos. Und das in Zeiten der Finanzkrise.

    Ach, ich vergaß, das wir unsere Überwachung selber bezahlen müssen.

    Wenn der Auftraggeber die Beschattungskosten bei der Durchführung aus unserem Geldbeutel mitnimmt, ist doch echt … !

    Blick in die Zukunft:
    Wenn nichts geschieht werden nachfolgende Generationen irgendwann wirklich einen Microchip eingepflanzt bekommen um die Überwachung des Menschen durchzuführen und sogar dessen richtige Funktions- und Handlungsweise.

    Science Fiction? Dachte man auch von so mancher Technik die heute alltäglich verwendet wird.

    Bei jeder neuen Vorschrift sollte man Folgeschäden berücksichtigen, auch wenn sie sich nicht heute zeigt.

  • Bei heise liest sich das aber völlig anders: http://www.heise.de/newsticker/Informatiker-kritisieren-BSI-Gesetz–/meldung/122059

    Aber auch aus dem Entwurf kann man herauslesen: Der „Dienstanbieter“ kann, muss nicht diese Daten erheben – und auch nicht in jedem Fall. Dienstanbieter wäre doch jeder Webseitenbetreiber in dem Fall oder lese ich das falsch? Damit sind nicht nur Google und Co wieder die bösen, sondern jede Webseite – auch Basicthinking. Und schon wäre der Artikel leicht verzerrend.

  • [ … Datenschutz in allen Ehren, aber mein Recht auf Privatsphäre ist mir wichtiger. …]

    Ähem … Datenschutz IST (praktisch gesehen) das Recht auf Privatsphäre. Ich glaube Ihre Formulierung ist nicht ganz glücklich.

  • Ich beobachte den blog hier schon sehr lange und hab noch nie NIE ein Kommentar abgegeben – nu isses soweit! Ich muss leider den rss kündigen.
    Schade, aber ich merk nach nen paar Tagen schon das hier nur noch Müll geschrieben wird. Hatte Burkhard Schneider wohl doch recht wie man hier lesen kann.
    http://www.best-practice-business.de/blog/?p=6103

    Viel Glück noch.

  • „Ich muss leider den rss kündigen“ – das seh ich gang genau andersrum – das frühere Basicthinking war mir zu selbstverliebt, bis hin zum „Verbeug“ am Schluss, und hier ist es interessant zu beobachten, wie die Leute dabei sind, ihren eigenen Stil zu finden…

  • ot: Mehr Kommunikation in den Kommentaren, das wäre schön! Und ganz dringend: Autorenname deutlich sichtbar auf der Startseite, wie viele schon sagten….fürs Profil und die „Identifikation“ für den Leser. Danke!

  • Ich finds momentan etwas unausgewogen. Auf der einen Seite Pseudo-Privatbloggen auf der anderen News News News – aber wenig eigenes kreatives Denken. Ihr findet Euch noch, bestimmt. Ausser Ihr habt die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen, nach dem Motto: Die 46 TEuro holt Ihr wieder rein!

  • Naja, ich finde hier die Diskussion geht etwas in die falsche Richtung: fakt ist doch der, dass man zur Prävention von Hack-Angriffen die Nutzungsdaten analysieren muss. Dafür wird in der Regel halt mal die IP-Adresse verwendet, weil nichts anderes zur „Identifikation“ desselben Nutzers verwendet werden kann. Das Problem sehe ich also nicht darin, dass die IP-Daten durch dieses Gesetz protokolliert und ausgewertet werden dürfen (das finde ich nämlich absolut notwendig), sondern vielmehr sollte sichergestellt werden, dass man als „Normalsterblicher“ – also ohne richterliche Genehmigung – die IP-Adresse nicht auflösen kann und darf – das können nämlich nur die Provider erreichen.

    Meiner Meinung nach geht hier der Arbeitskreis deutlich zu weit, wenn es fordert, dass IP-Adressen nicht protokolliert werden dürfen. Das Gesetz versucht nun eben auf diese Problematik einzugehen und sagt – meiner Meinung nach völlig zurecht – dass IP-Adressen und damit das Nutzungsverhalten gespeichert werden darf.

    Ich möchte das Verfahren erstmal sehen, dass ohne Identifikation des gleichen Nutzers Hack-Angriffen entgegenstehen kann.

  • Naja, ich finde die Diskussion geht etwas in die falsche Richtung: fakt ist doch der, dass man zur Prävention von Hack-Angriffen die Nutzungsdaten analysieren muss. Dafür wird in der Regel halt mal die IP-Adresse verwendet, weil nichts anderes zur „Identifikation“ desselben Nutzers verwendet werden kann. Ich möchte das Verfahren erstmal sehen, dass ohne Identifikation des gleichen Nutzers Hack-Angriffen zeitnah entgegenstehen kann, ohne Kollateralschaden zu verursachen.

    Das Problem sehe ich also nicht darin, dass die IP-Daten durch dieses Gesetz protokolliert und ausgewertet werden dürfen (das finde ich nämlich absolut notwendig), sondern vielmehr sollte sichergestellt werden, dass man als „Normalsterblicher“ – also ohne richterliche Genehmigung – die IP-Adresse nicht auflösen kann und darf.

    Meiner Meinung nach geht hier der Arbeitskreis deutlich zu weit, wenn es fordert, dass IP-Adressen nicht protokolliert werden dürfen. Das Gesetz versucht nun eben auf diese Problematik einzugehen und sagt – meiner Meinung nach völlig zurecht – dass IP-Adressen und damit das Nutzungsverhalten gespeichert werden darf.

  • DIESES TMG!!! Schlimm genug, daß so ziemlich jeder zu dieser irren Impressumspflicht verdonnert wurde und jetzt das noch. Wie ich das finde kann ich hier gar nicht schreiben;) Hoffentlich ändert sich was, wenn die neue Bundesregierung steht. Aber ich fürchte nicht.

  • Ich habe mir diesen Blog einige Zeit angesehen und muß sagen das ich das Lesezeichen wieder lösche (ohne Kommentar) !!!!

  • Ich hatte den rss-feed schon vor langer, langer zeit gelöscht. weiter so, dann landet er wieder in meinem reader. das geschreibsl von robert war absolut unerträglich. das hier finde ich wesentlich besser….

  • Ein Amtsenthebungsverfahren gegen Schäuble ist längst überfällig. Nicht erst nach diesem Gesetz(esentwurf). Der Typ ist mental nicht mehr in der Lage den Posten auszufüllen und lässt sich nur noch von seiner persönlichen Angst und Traumata leiten. Wieso kommt er da so lange mit durch?

    @13
    Das war jetzt aber mit Kommentar.

  • ach ja. zu nr.7.

    der verlinkte blogeintrag ist totaler schrott. das ging in österreich mit einer sondergenehmigung, die in deutschland so noch nicht möglich ist….nur so als info.

  • Danke an euch für diesen Beitrag!

    Ich finde es super, wenn ihr eure Reichweite nutzt um über die Misstände und den Machtmissbrauch zu berichten.

    Bisher trauen sich leider ganz wenige grosse Internetseiten über die Probleme mit der Vorratsdatenspeicherung, dem BKA-Gesetz usw. zu berichten.

    Hut ab! Und weiter so – je mehr Menschen sich dessen bewusst werden, was momentan passiert , desto eher können wir die Zukunft – und zwar gemeinsam – im Positiven verändern.

  • ist internet privatsphäre?

    ich meine wenn ich an öffentlichen dingen teilhabe, dann ist das durchaus nicht privat…

    und internet ist nunmal öffentlich

  • Einige Schreiben hier das diese Gesetz nicht durchgewunken wird. Seit der Entscheidung vom 19.12. letzten Jahres zur Vorratsdatenspeicherung bin ich da anderer Meinung, und das zurecht.

    Gerade dieses Gesetz (Vorratsdatenspeicherung) verstoesst eindeutig gegen das Grundgesetz und wurde beim 2. Anlauf mit kleinen unerheblichen Aenderungen ohne Probleme durchgewunken. Ich habe selbst meinen Augen nicht getraut.

    Mittlerweile begibt sich Herr Schäuble auf sehr dünnes Eis, wahrscheinlich angespornt durch „seine Erfolge“ im letzten Jahr. Wir bewegen uns in den naechsten Jahren ganz klar in Richtung Überwachungsstaat alla 1984, und das laesst sich leider auch nicht mehr aufhalten.

    Die Politiker hier in Deutschland ziehen Ihr eigenes Ding durch, d.h. Vertreten keinesfalls die Meinung der Bevölkerung, und drücken mit fadenscheinigen Begründungen Gesetze durch.

    Demokratie Ade ;(

  • Alles lässt sich aufhalten. Die Politiker sind nur Volksvertreter. Wenn sich eine kritische Masse dagegenstellt kommt sowas nicht durch. Leider ist es aber den meisten Leuten egal. Da liegt das Problem.

  • Sehr gut. Vielleicht solltet ihr allgemein einen Nachtblogger einstellen, der die News und das Net abklappert.
    Bin auf den Beitrag gespannt und viel Spaß beim tippen.

    M*

  • Och ne, nicht wieder auf Google rumhacken.

    Google würde am allerwenigsten ungezwungen mit unserer Regierung zusammenarbeiten. Das machen dann schon die PROVIDER.
    Google kann nur Daten liefern, die mit Ihren Diensten zusammenhängen. Dein Provider kann ALLE Daten liefern, die du über das Internet schickst. Also wo würdest du versuchen Daten abzuziehen?

  • […] Wolfgang Schäuble will jetzt mein Surfverhalten mitverfolgen. Ich finde das mehr als inspirierend und überlege, ob ich ihm nicht auch all meine icq-Verlaufsmeldungen ausdrucken und in einem liebevoll eingepackten Päckchen zuschicken sollte. So hätte Wolfgang Schäuble zudem auch die Möglichkeit, von mir persönlich zu erfahren, dass ich plane in den nächsten zehn Jahren einfach aus Spaß an der Freude einen “Spitzen”politiker zu kidnappen und tagelang in einem engen Raum unter dem Einfluss von Bewusstseins erweiternden Drogen und unter Zuhilfenahme psychedelischer Musik wie beispielsweise  “Love don´t cost a thing” von Jennifer Lopez gefangen zu halten. Am liebsten Schäuble selbst… wenn es nicht vor mir schon einer getan hat. […]

  • @ #20:
    Nun die Kneipe ist auch öffentlich. Wäre es Dir recht, wenn der Wirt über Monate eine personalisierte Statistik führt welcher Gast wann kommt, mit wem und über was er spricht und was er trinkt?

    Das speichern der Trinkgewohnheiten wäre gut für die Polizei, damit sie Ihm zum passenden Zeitpunkt abpassen kann, um zu verhindern, dass er besoffen Auto fährt. Alles zum Wohle der Allgemeinheit, da besoffen Auto zu fahren sehr gefährlich ist. Auf der anderen Seite würde man dann, wenn jemand betrunken Auto gefahren ist alle Kneipen im größeren Umkreis nach dessen Trinkgewohnheiten abfragen um feststellen zu können, ob er regelmäßig trinkt, was damm zum sofortigem Einzug des Führerscheins führen würde.

    Und in den Gesprächen könnte es ja um einen Anschlag gehen, also sollte man am besten jeden Tisch mit einer Wanze versehen und die Aufnahmen auch ein Jahr aufheben um das noch nachvollziehen zu können. Gegen den Nachweis einer Lebenspartnerschaft kann man sich dann auch anhören, was der / die Liebste in der Kneipe besprochen hat, wenn man nicht dabei war. Es könnte ja jemand auch fremd gegangen sein und dann wäre das eine nützliche Information im Scheidungsprozess.

    Ja das ganze ist jetzt etwas überspitzt dargestellt, aber vom Kern her trifft die Aussage darin zu, denn darum geht es bei dieser Ganzen Vorratsspeicherung der Daten.

    Ich bin ein sehr ruhiger Mensch und verabscheue Gewalt, aber bei dem, was von Schäuble da am deutschen Volk verbrochen wird, wünsche ich mir, dass die Vergangenheit etwas anders verlaufen wäre.
    Ein Innenminister, der von einem Anschlag traumatisiert zu sein scheint ist kaum die richtige Person, um Gesetze zur Abwehr von Anschlägen zu verfassen. Dass er die Verhältnismäßigkeit, einem der wichtigsten Artikel in unserem Grundgesetz, dabei nicht einhält ist ja kaum verwunderlich.

  • @29: Wenn du in ein Restaurant zum essen gehst, wird doch auch ein Profil erstellt, was du trinkst und isst, bis zu dem Zeitpunkt, an dem du bezahlst und das Restaurant verlässt. Dann werden die Daten aber nicht unbedingt gelöscht, sondern das „anonyme“ Profil wird unter Umständen verwendet, um die Karte den Kundenwünschen anzupassen. Was ist daran verwerflich?

  • […] etwas völlig normales. Im Internet ärgert man sich allerdings darüber, sass es erlaubt werden soll, das Surfverhalten als Seitenbetreiber zu protokollieren. Das soll nämlich – so denke ich zumindest – durch die Gesetzesänderung ermöglicht werden, […]

  • @29 (calain):

    dein beitrag hat mir sehr gut gefallen, besonders der vergleich mit dem stammtisch.

    danke.

    .~.

  • So nen Bullshit, was Ihr da schreibt. Panikmache für Denkfaule.
    Ausserdem habt Ihr ja selber zusätzlich zu den gespeicherten Logfiles noch nen Extra-Statcounter (Der die entsprechenden Daten auch noch ohne Zustimmung eurer Nutzer an eine dritte Partei weitergibt…) am laufen, wie im Quelltext ersichtlich.
    Also lieber mal nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Auch der verlnkte Golem hat einen Tracker, einfach mal in den Quelltext schaun…

    Das Gesetz ist gut, weil es für Webmaster Rechtssicherheit bietet.

  • Das Problem: Wenn solche Daten erstmal gesammelt werden kommen da auch die bösen Jungs heran, bzw. solche die einem was böses wollen. Deshalb ist es immer besser wenn so wenig Daten wie möglich gesammelt werden, jeder hat schon mal Webseiten besucht für die ihn ein anderer an den Schuh pissen kann. Wenn ich durch die Stadt gehe will ich auch nicht das ständig jemand hinter mir herläuft und alles protokolliert was ich mache, auch wenn es noch so gute Absichten hat.

  • An alle die denken es wäre blosse Panikmache:

    Ihr könnt schon Unterscheiden zwischen zentraler und dezentraler Datenerhebung?

    Ein einzelner Webmaster kann mit seinen Logfiles, oder mit einem Statscounter kein Profil erstellen = Dezentral

    Der Betreiber des Statcounters hat dagegen Einblick auf alle Seiten auf dem der Dienst installiert hat. So kann er ein Profil erstellen = Zentral

    Da diese Protokollierung und Datenerhebung ja für die „Gefahrenabwehr“ ist, sind diese Daten dann auch nicht mehr anonymisiert abzulegen – und der Staat hat darauf dann Zugriff.

    Aber wer glaubt das würde ja nur immer gegen „Terroristen“ eingesetzt, der glaubt auch Märchen wie:

    Niemand will eine Mauer bauen
    Niemand hat die Absicht Steuern zu erhöhen
    Mautdaten werden nur zu Abrechnungszwecken erhoben

    usw.

  • und niemand will mir verbieten, die besucherströme auf meinen webseiten zu analysieren, was ich aber machen muss, um mein täglich brot zu verdienen….

  • Ja. und du? Beispielsweise diesen Absatz:

    „würde dies den Betreibern von Internetdiensten wie beispielsweise Google Tür und Tor öffnen“

    Ja! Ich möchte Google Analytics nutzen, ohne deshalb gleich eine Abmahnung von irgend welchen Schwachmaten zu riskieren!

    Und wenn du mal in den Quelltext dieser Seite schaust, wird dir schnell klar dass sowohl deine, als auch meine Daten von Basicthinking.de ohne unsere Zustimmung an einen „Betreiber von Internetdiensten wie beispielsweise Google“, in diesem Falle statcounter.com weitergegeben werden.
    Also genau das gemacht wird, über dessen Legalisierung man sich scheinheilig und lauthals beschwert.

    Dieser verlogene Schäuble-Hype ist doch unter aller Sau! So gut wie jeder, der sich im Web über diesen Passus beschwert, hat auf seiner Seite selber einen externen Tracker laufen.
    Und die 2%, die es nicht tun, sammeln ihre Logfiles halt „nur“ selber. Oder ist das auf deiner Seite etwa nicht der Fall.
    Wie gehst du mit deinen Logfiles um?

    Was nicht heisst, dass man eventuelle Verpflichtungen zur Weitergabe an staatliche Stellen nicht thematisieren könnte und sollte.

  • Es ist schon heiss, wie ein Anschlagsopfer wie Schäuble an eine Stelle kommen kann wie die innere Sicherheit, jeder Richter z.B. der z.B. Drogen nehmende Kinder in der Familie hat und dies Publiziert würde dürfte wegen Befangenheit nicht mehr einen einzigen Fall der mit Drogen zu tun hat verhandeln.

    Also ich glaube es hackt!

    Es wird Zeit diesen Mann aus dem Amt zu drängen, dass beste ich soll diesen Mist auch noch finanzieren. Meine eigene Überwachung bezahlen und die irgendwelcher anderer Leute unter scheinheiligem Vorwand auch noch! Den Leuten geht es wohl zu gut! Springen mit unseren Geldern herum als ob sie Ihnen gehören und meinen auch noch für uns etwas zu tun, wenn Sie uns in unseren Freiheiten und Privatsphären beschneiden. Ich habe keinen Bock für die LSD Allmachtsfantasien von Herrn Wolfgang Schäuble auch nur einen müden Cent auszugeben und ich denke es geht vielen anderen auch so! Nur weil der „gute“ Mann wegen einem Attentat im Rollstuhl landete sieht er überall nur noch Terroristen, welche es mit allen Mittel zu jagen gilt! Der Schäuble gehört in eine „geschlossene“ Angsttherapie und nicht in ein öffentliches Amt.

    MFG

    Henrik

  • Wenn man sich erst aufregt, das Askimet und Google Analytics eventuell in Deutschland verboten sind, sollte man sich nicht darüber aufregen wenn das Gesetz so geändert werden soll, dass das Software wie Askimet erlaubt wird.

    Da wir einen Rechtsstaat haben gibt es eigentlich zwei Alternativen:
    1) Die Polizei fängt an zu verfolgen wenn Leute Google Analytics und co verwenden
    2) Die Gesetze werden so angepasst, dass es erlaubt ist.

    Das einzige was an dem Gesetz zu kritisieren ist, ist das es nicht genau sagt was den Störungen bei technischen Einrichtungen sind.
    Ist so etwas wie Google Analytics wirklich notwendig um irgendeine Störung abzuweheren (und das muss man dann einem Richter eventuell erklären).

    Auf jeden Fall ist es notwendig um DDoS Attacken abzuwehren IP Adressen mitzuscheiden oder wenn man anderweitig gehackt wirst.
    Wollt ihr es wirklich das Webseiten Betreibern das Mitscheiden von IP Addressen in solchen Fällen verboten ist?

  • Ich bin nur mal gespannt, wann die ersten Leute spurlos verschwinden, die gegen den zukünftigen Diktator das Wort erheben. Im Namen des Terrors werden heutzutage alle möglichen Massnahmen getroffen. Abhören, Aufzeichenen der Internetaktivitäten und so weiter… Was will die Regierung nur mit all den Daten? Warum interessiert es sie, was ich im Internet tue oder lasse? Terroristen fängt man auf die Art keine, aber unangenehme Querdenker, die alles Hinterfragen und sich in Zeiten der gewollten Volksverdummung (Bildzeitung, RTL, Superstars und Dschungelcamp) noch selbst Gedanken um die Gesellschaft und den Staat machen, identifizieren. Der nächste Schritt wäre logischerweise die Eliminierung solcher subversiven Elemente und das kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder? MERKT eigentlich KEINER, dass wir wieder in Richtung DDR und Stasistaat wandern? Wen interessiert da noch Google? Schaltet mal das Hirn ein da draussen und eilt nicht in Gehorsam voraus. Naja, was solls, wandern wir halt wiedermal aus… Achja: Wir haben ja alle nichts zu verbergen…

  • @ Markus.
    Guten morgen. Was du sagst hört sich gut an, ich habe es schon mal gehört, und in anderem Zusammenhang war es mit Sicherheit auch sinnvoll.

    Dieses Gesetz sollte zunächst einmal dazu beitragen DEIN EIGENES VERHALTEN ZU LEGALISIEREN. DENN DU SELBER GIBST DIE DATEN DER BESUCHER DEINER WEBSEITE MARKUSWALZ.EU AN EINEN DRITTEN WEITER DER SIE SAMMELT UND AUSWERTET, NÄMLICH
    WHOS.AMONG.US
    IM MOMENT MACHST DU DICH DAMIT WAHRSCHEINLICH STRAFBAR!

    Und sag mir nicht, du hättest das nicht gewusst. Jeder Besucher deiner Webseite kann auf den kleinen blauen Button rechts unten in deinem Blog klicken und dann sieht er, wie du schamlos die Daten deiner Besucher weitergibst. Und wie sie aufbereitet, analysiert, und gespeichert werden.

    DANK DEINER AKTIVEN ENTSCHEIDUNG UND UMSETZUNG.

    Und dann noch das Maul so weit aufreissen…
    gehts noch, echt.

  • @florian: Danke, dass Du mich darauf hingewiesen hast. Wie so viele Leute im WWW bin ich lediglich Nutzer und nicht Macher. Das Design stammt nicht von mir und sowohl der Counter (den ich schon entfernt habe, weil der an einer von mir erreichbaren Stelle saß, nämlich der Sidebar), als auch der seltsame blaue Button, den ich bisher gar nicht beachtet hatte, sind von meinem Webmaster in dem Glauben eingefügt worden, er täte mir damit einen Gefallen. Allerdings sehe ich mich nicht als Diensteanbieter, da ich keinen Dienst anbiete. Ich schreibe ledigleich meine Meinung in ein öffentliches Tagebuch und stelle Bilder online. Das ist definitiv keine Dienstleistung. Eine Dienstleistung wäre es, wenn ich jemandem einen Account bei mir zum Bloggen anbieten würde, das tue ich aber nicht. Ich berate Dich auf meinen Webseiten nicht und ich biete Dir nichts an, ausser dass Du meine persönliche Meinung lesen kannst.

    Erfahrungsgemäß übernehmen sowieso die Gerichte in Zukunft die Auslegung des wohl extra ziemlich schwammig gehaltenen Paragraphen. Und ich denke, dass es darauf hinauslaufen wird, dass hauptsächlich die Medienindustrie bei den Internetprovidern Geld für Auskünfte über das Surfverhalten von Kunden oder „Raubkopierern“ zahlen wird. Sprich für IP-Adressen identifizierter Downloader. Allerdings öffnet es auch Geheimdiensten und Leuten mit unlauteren Absichten Tür und Tor für alles Mögliche. So gesehen ist mein obiger Kommentar gar nicht so falsch und Du hast möglicherweise die Tragweite des Ganzen nicht erfasst. Ohne Dir mit dieser Aussage zu nahe treten zu wollen. Denk nochmal drüber nach. Wen insteressiert die Benutzung von Google Analytics, Statcountern und solchem Kram, wenn morgen vielleicht Herren in schwarz vor der Tür stehen, weil Du die falsche Meinung auf basicthinking.de geäussert hast? In diesem Sinne, schönen Tag noch.

  • @Markus erst mal sorry für meinen Ton gestern abend.

    Über den Counter hinaus ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Webhoster auch noch Logfiles anlegt, in denen die selben Daten gespeichert werden.
    Mach dich mal schlau…

    Für mich persönlich ist es sehr wichtig vernünftige Statistiken der Besucher meiner Webseiten zu haben, hätte ich sie nicht, würde ich mir erheblich schwerer tun, mein Geld zu verdienen.
    Analytics oder zumindest einen vergleichbaren Dienst zu haben, ist extrem wichtig für mich. Und nicht nur für mich, sondern auch für zehtausende andere, die im Internet ihr Geld verdienen.

    Ich denke ausserdem nicht, dass eventueller Zugriff auf Statistiken von Webmastern im Zweifelsfall mehr Infos bringt, als die Auswertung der Statistiken von Internetprovidern. Im Gegenteil.

    Sollte ich das nicht dürfen, wäre das für mich eine massiver Eingriff in meine persönliche Freiheit.

    Das Vorhalten einer eigenen Domain übrigens, auf der du Texte und Bilder veröffentlichst stellt meiner Auffassung nach, und meiner Kenntnis nach auch der Auffassung der Gesetzgebung und Rechtsprechung nach (puh) durchaus das Anbieten eines Internetdienstes dar…
    Aber das spielt ja auch keine Rolle. Denn wenn das Gesetz betreibern solcher Dienste, datenspeicherung erlauben würde, du aber keiner bist, und trotzdem Daten speicherst, was heisst das?

    Meine Daten übrigens werden ja- wie du weisst – nicht nur über Tracker wie sie auf deiner Seite liefen (und auf dieser Seite nach wie vor laufen)
    gespeichert.

    Wenn ich auf deiner Seite einen Komentar abgebe, speichert WordPress nach wie vor die IP.
    Oder hast du das auch deaktiviert???

    Und auch das WordPress auf dieser Seite, die sich verlogenerweise gegen so etwas ausspricht, speichert 100%ig die IP.

    Was machst du, wenn jetzt jemand (beispielsweise) jeden Tag rechtsradikale, volksverhetzende, strafbare Kommentare in deinem Blog abgibt?
    Gibst du nach einigen Tagen/Wochen/Monaten die Daten an die Staatsanwaltschaft weiter?

  • @florian und @markus:

    Ganz zu schweigen davon, dass ohne die Speicherung der IP-Adressen die erfolgreiche Spam-Rate deutlich zunehmen dürfte. Denn mit der Speicherung der IP-Adressen können Spammer recht erfoglreich – zumindest kurzfristig – verhindert werden.

    Und dass der Staat mit meinen Daten etwas anfangen kann ist nur insoweit richtig, wenn der Provider diese Daten auflösen kann und tut. Das könnte er zwar mit der Vorratsdatenspeicherung, das hat aber mit dieser Gesetzesvorschlag nicht viel zu tun. Diese Änderung, die hier gerade diskutiert wird, macht sehr wohl Sinn und ich halte sie für wichtig und richtig. Die Vorratsdatenspeicherung hingegen, mit dem ich Personen erst wirklich „ausschnüffeln“ kann (als Staat, sonst geht das bisher sowieso nicht) ist ein echtes Problem.

  • Guten Morgen,

    so ein Wortgefecht zwischen florian und markus.
    Hab auch alles gelesen, find ich toll.

    Um auf den dezentralen Gedanken zu kommen, den finde ich gut.
    Jeder Webmaster sollte für seine Seite alles speichern dürfen, jedoch unter Sicherhheitsauflagen, um den Datenschutz zu gewähren. Wäre ne tolle Sache das so zu legalisieren.

    Was den Spam angeht: Es ist so gewesen und wird immer so sein. „Gut“ und „Böse“ lernen immer wieder voneinander.

    Was der eine an Neuentwicklung macht, wird der andere jeweils gegen den anderen einsetzen. Daher wird es niemals, abgesehen von drastischen Mitteln, eine humane Lösung geben.

    Außerdem denkt doch mal daran wer die Kontrolle über die Bits und Bytes im Web hat? …

  • Hab gerade einen echt tollen Gedankenblitz.

    Wie wäre es wenn man eine geile Aktion startet, bei der man die „Macht des Volkes“ demonstriert und es sogar in die Presse schaffen könnte.

    Als Protest könnte man „kontrolliert“ generierte Benutzerdaten erstellen, die natürlich datenschutzbedenklich völlig uninteressant sind und sie dem Herrn Schäuble als ausgedruckte Version zuschicken oder vorbeibringen, sodass sein Schreibtisch zusammenbrechen würde.

    Wär doch ein riesen Spaß fände ich.

    Alla Bild: „Erstes Unternehmen liefert Schäuble Datenbestände – in Papierform“

  • #42 florian schrieb am 22.01.2009, 00:22:

    @ Markus.
    […], ich habe es schon mal gehört, und in anderem Zusammenhang war es mit Sicherheit auch sinnvoll. […]

    Sorry, wie ist das bitte gemeint?

  • #45 florian schrieb am 22.01.2009, 13:20:

    […] Für mich persönlich ist es sehr wichtig vernünftige Statistiken der Besucher meiner Webseiten zu haben, hätte ich sie nicht, würde ich mir erheblich schwerer tun, mein Geld zu verdienen.
    Analytics oder zumindest einen vergleichbaren Dienst zu haben, ist extrem wichtig für mich. Und nicht nur für mich, sondern auch für zehtausende andere, die im Internet ihr Geld verdienen.

    Im Zeitalter von Noscript und AdBlockPlus ist GoogleAnalytics mit seinem Javascript aber mittlerweile zu einer Art Witz verkommen. Such Dir lieber einen mit php angetriebenen Statistiker oder mach GoogleAnalytics php angetrieben, wenn Du sinnvolle Logs brauchst.

  • @Wissender: Danke für die Blumen. Aber was du vielleicht nicht weisst (liest sich so) Akismet, das von den meisten Bloggern verwendete Anti-Spam Plugin, liest IPs aus und schickt sie weiter. Rechner mit auffälligem „Verhaltensmuster“ (Spammer) kommen dann auf eine Blacklist. Deren Kommentare müssen dann von Hand freigeschaltet werden. Das funktioniert recht gut.

    @Dieter: Manchmal überleg ich mir eh, ob ich Leute mit Adblocker von der Nutzung meiner Seiten ausschliessen sollte. Dann müssten sie sich auch nicht mehr ausspioniert vorkommen und das Problem hätte sich erledigt.
    Genau: Ein Plugin, das alle Seiten komplett blockt, die Daten aufzeichnen oder Werbung schalten. Das wäre doch das richtige für alle, die zwar den Nutzen aus kostenlosen Webangeboten ziehen wollen, gleichzeitig aber den Webmaster sabotieren wollen, wenn er sein täglich Brot verdienen möchte.
    Es blieben noch geschätzte 2% des Internet für diese Leute übrig.

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