Twitter-Update: Aus Replies werden Mentions

André Vatter

Wieder einmal ein Update im Land der Vögel, also nicht wundern. Gestern hat Twitter die @Reply-Übersicht im Homescreen abgeschafft. An ihre Stelle rückt nun @Username. Klickt man darauf, erscheinen nun nicht nur Tweets, die speziell an den Nutzer gerichtet sind („@basicthinking Was macht ihr so?“), sondern alle Tweets, die den eigenen Nutzernamen enthalten – und zwar egal, ob am Anfang, in der Mitte oder am Ende („gerade auf @basicthinking gelesen…“). Twitter nennt die neue Funktion „Mentions“, was sich wohl einfachhaltshalber auch mit „Erwähnungen“ übersetzen lässt.

Zum Warum des Updates finden sich einige Informationen im Blog-Eintrag von Biz Stone: Das Zwitscherverhalten habe sich geändert. Stellten Nutzer anfangs ihren Tweets den Namen des Adressaten voran, so würde dieser nun immer häufiger mitten im Text auftauchen. Außerdem gebe es immer mehr 140-Zeichen-Nachrichten, in denen gleich mehrere Personen angesprochen würden („Gleich Meeting mit @YYY und @ZZZ.“). „Today’s update better reflects how folks are using Twitter now“, so Stone. Eine Mentions-Funktion war zwar bereits länger (per Twitter Search beispielsweise) verfügbar, auf diese Weise ist es aber ein wenig komfortabler.

Dass diese Veränderung bereits etwas mit dem neuen Twitter-Design-Chef – sorry: Creative Director – Douglas Bowman zu tun hat, wäre eine weitere plausible Erklärung. Bowman hatte vor zwei Wochen überraschend seinen Posten als kreativer Kopf bei Google aufgegeben, um Biz Stone in Sachen Interface-Design abzulösen. Laut PaidContent.org soll der Neue eine Balance zwischen dem minimalistischen Design und einem leistungsfähigen Interface finden. Großer Unterschied zu seinem Ex-Arbeitgeber: Bei Twitter dürfte er dabei alle kreativen Freiheiten genießen. Nach seinem Abschied von Google hatte Bowman einen großen Abgesang auf die Arbeitsweisen der Suchmaschine veröffentlicht. Tenor: Programmierer und Ingenieure würden mit ihrem inspirationslosen, maschinenhörigen Denkverhalten einfach alles lahmlegen.

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.