Kein Zutritt (mehr) für Zugreisende mit Netbooks

Hayo Lücke

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bahn-netbook-verbot

April, April! 🙂 Alles nicht so ernst gemeint. Natürlich gibt es auch künftig die Möglichkeit, bei der Deutschen Bahn Notebooks zu nutzen – sofern es der neue Bahnchef zulässt.

Tja, kaum hat man sich – den kleinen Netbooks sei Dank – an die ständige Verfügbarkeit des Rechners unterwegs gewöhnt, ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Als ich heute morgen im Regional-Express saß, wurde ich jedenfalls von dem Kontrolleur freundlich darauf hingewiesen, das „Ding“ bitte umgehend einzupacken. Wie mir aufgrund meines verwirrten Gesichtsausdrucks beiläufig erklärt wurde, sind Netbooks mit Stichtag heute in den Zügen der Deutsche Bahn nicht mehr gestattet.

Angekommen in Köln, hat es mich am Bahnhof sofort in Richtung Kundencenter gezogen, wo mir die „neue Vorschrift“ bestätigt wurde. Der Mitarbeiterin zufolge haben verschiedene Verkehrsbetriebe in Deutschland beschlossen, dauertippende Netbook-Nutzer (oder zumindest das technische Gerät) aus den öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbannen. Seitdem man sich keine Schulterschmerzen mehr beim Notebook-Transport zuziehen muss, haben offenbar immer mehr Reisende ihr Lieblingsspielzeug dabei – zum Leidwesen der Nicht-Computer-Junkies.

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Auf Nachfrage erfuhr ich, dass sich bei der Bahn in letzter Zeit Beschwerden über egoistische Netbook-Nutzer häufen. Vor allem von Kunden der 1. Klasse, hier wirbt die Bahn schließlich mit Ruhe. Wer sich jetzt fragt, was mit den Notebook-Anschlüssen an den Sitzen im ICE passiert: Sie bleiben. Warum? Für die Notebooks. Bei einem größeren Laptop könne man davon ausgehen, dass dieses beruflich genutzt werde. Man möchte wohl die Geschäftskunden nicht vergraulen. Die kleinen Rechner hingegen würden nur zur Unterhaltung dienen, was wiederum den Sitznachbarn stören könnte.

Wo jetzt genau die Grenze gezogen wird, welches Notebook man benutzen darf und welches nicht, konnte mir leider niemand beantworten. Auch aus den neuen Leitfäden der Bahn und der Kölner Verkehrs-Betriebe geht dies nicht hervor. Dort ist lediglich die Rede von „kompakten Geräten zum mobilen Computing“. Die neuen Hinweis-Schilder, die an großen Bahnhöfen und S-Bahn-Haltestellen aufgestellt werden, zeigen nur ein kleines, durchgestrichenes Notebook.

Für die kommenden Fahrten muss ich dann wohl wieder zum schwereren Laptop greifen. Oder auf die Bahn verzichten und mir von dem gesparten Geld ein Handy zulegen, das mehr kann als nur zu telefonieren.

(Saskia Brintrup / Hayo Lücke)

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Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.