Sonstiges

Domaingrabbing: Kasse machen mit der Schweinegrippe

sparschweinEs gibt Menschen, die mitten in der Krise einen kühlen Kopf behalten – und sich so eine goldene Nase verdienen. Sobald sich ein Medien-Hype anbahnt, der auf breites, öffentliches Interesse stößt, übersetzen sie das Thema in passende Domains. So auch im Fall der aktuell grassierenden Schweinegrippe – Entschuldigung: der Nordamerikanischen Grippe, nein: der Mexikanischen Grippe, ne anders: der Neuen Grippe (mehr über die Prioritätenverteilung von Staaten kurz vor der Pandemie findet ihr hier). Wie ich gerade gesehen habe, sind scharenweise Domaingrabber ausgeschwärmt, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern. Schweinegrippe.de, beispielsweise, wurde am 28. April neu registriert und dann direkt an Sedo für das Domain-Parking übergeben, nachdem der Titel der Seite in „Schweinegrippe wird immer gefährlicher“ geändert wurde. Voilà: Das Tageswerk ist verrichtet. Jetzt kann die Kasse klingeln.

Wer auch die übrigen Kandidaten ausprobiert, trifft auf nichts anderes: mexikanischegrippe.de und neuegrippe.de sind parkend vergeben – selbst nordamerikanischegrippe.de wurde geschnappt und in den Dienst einer Münchener Full Service Online Agentur gestellt. Manchmal frage ich mich, welcher unbedarfte und zufällig dort gelandete Internetnutzer tatsächlich einen Link anklickt, der mit „Sie haben Schweinegrippe! Informationen und Erfahrungsaustausch. Jetzt gratis mitmachen!“ beworben wird. Aber bitte…

Hey, ihr Domaingrabber: Meldet euch einmal bitte bei uns. Uns würde aufrichtig interessieren, wie viel Kohle sich mit Aktionen wie diesen einfahren lässt – und was mit den Adressen passiert, wenn der Hype vorbei ist.

(André Vatter / Bild: pixelio.de)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

32 Kommentare

  • Gewusst wie…
    Jetzt wo ich das so lese frage ich mich, ob nicht auch Domains mit der Finanzkrise Kohle machen können? „www.antiaufschwung.de“.

    Wie ich gesehen habe, steht „www.wirtschaftsaufschwung.de“ tatsächlich zum verkauf.

    Ob diese Sache aber wirklich ein großes Finanzielles Plus in die Taschen bringt würde mich echt interessieren. Wenn ja bedeutet es für mich aufjedenfall, jeden möglichen Hype in Schlagworte verfassen und Domainnamen daraus bilden und kaufen um diese dann zu verkaufen!

    Domaingrabbing für Fortgeschrittene, vll. sogar bald ein toller Berufszweig.
    „Guten Tag ich bin ausgebildeter Profi Domain-Grabber und verdiene mein Brötchen durch den Verkauf von Welthype-Domains.“

    Gibt es eigentlich schon Schweingerippe-Tassen, Bettwäsche und Mützen?

  • Wenn man keine kohle damit verdienen kann, bzw. sich kein Käufer fand… auslaufen lassen, oder kündigen. Den Verlust des Geldes lässt isch bei den heutigen Domainpreisen mehr als gut verkraften…

  • Mit solchen Domains kann man recht gut Geld machen: Einfach ein Formular draufpacken, mit dem man sich anmelden* und Informationen abrufen kann.

    Gibt sicher einige Leute, die das interessiert…

    * 2-Jahres-Abonnement. Jahrespreis: 96,- jährlich, im Voraus zu zahlen.

  • Ich denke, dass man dadurch nicht wirklich viel Geld verdienen kann. Klar, ein paar werden mal hier und dort rumklicken und ein bisschen mehr wird die domain dann schon wert sein, aber der hype wird doch eh schnell vorbei sein und ich bezweifle, dass die Länge des Hypes ausreichen wird, um auch nur in den 4 stelligen Bereich zu gelangen..

  • Für Domaingrabbing lohnt sich so ein kurzzeitiger Boom denke ich nicht.
    Aber für kurzzeitig mal viele Besucher auf einem Artikel immer 😉

    LG, thomas

  • Boah, das ist doch krank!

    3000 Dollar am Tag für praktisch NICHTS!
    Ich frage mich nur, wie viele Domains der eigentlich registriert hat.

    Weiß das jemand?

  • Die Schweinegrippe ist ein Geheimplan der Regierung. Die UN erlaubt keine Kriege mehr, deshalb muss die Weltbevölkerung nun auf diese Art dezimiert werden, damit die Rohstoffe länger für die oberen Zehntausend reichen. Ein Koffer mit dem Geheimplan wurde am 23. April von schwarzen Helikoptern ohne gültige Flugnummer direkt zum Kanzleramt gebracht. Die Politiker und ihre Familien wurden geimpft, in den Medien behaupten sie, einen Impfstoff gebe es nicht. Aber der Impfstoff kann aus Zutaten erzeugt werden, die in jedem Supermarkt erhältlich sind, wenn man das Rezept kennt.

  • Auf meine Anfrage antwortete der Inhaber von „schweinegrippe.de“, der Preis liege bei 29.500 Euro. Angebote sollten über Sedo.de gemacht werden.

  • Oh man, das ist doch wohl ein schlechter Witz. 29.500 Euro für eine leere Seite? Ich glaube da kann er lange warten. Für das Geld kann man ja schon fast eine so etablierte Seite wie basicthinking.de kaufen – und die hatte jede Menge Inhalt und einen etablierten Namen. Fürchte auf sein Geld muss der Schweinegrippe-DE-ler doch noch etwas warten…

  • Ich denke auch nicht, dass so ein „kurzer Trend“ wirklich eine eigene Domain wert ist.

    Zudem ist das moralisch auch sehr zweifelhaft: Denn letztendlich verdient man nur durch einen Medienhype und unterstuetzt das Verbreiten von falschen Tatsachen!

  • Also wenn mit der .com Domain alleine schon ca 30 € am Tag bei raus kommen, ist der Wert bei der .de sicherlich noch höher. 1000 € sind doch bei dem Aufwand eine Menge Geld.

    Die 30.000 halte ich auch für übertrieben, aber 4stellig ist bei der Domain schon realistisch, sie muss nur zum richtigen Zeitpunkt verkauft werden.

  • @ Simon: „3000 Dollar am Tag für praktisch NICHTS!“

    Naja, ich denke, Domaingrabbing ist wie Perlentauchen. Wenn einer die perfekte Perle in 2 m Tiefe findet, hat er auch ein Vermögen gemacht mit „praktisch nichts“. Aber wie viele Austern hat der vorher ans Licht gebracht, geöffnet und nichts gefunden?

    Ich denke, wenn man mit sowas richtig Geld verdienen will, ist das schon richtig Arbeit.

    Was solls, es wird niemand gezwungen, diese Domains zu kaufen, es ist legal, da sind mir andere (betrügerische) Machenschaften im Web wesentlich unsympathischer.

  • Da hat einer also teuer „basicthinking.de“ gekauft und ein anderer billig „schweinegrippe.de“. In beiden Fällen gab es mehrere Interessenten. Einmal bekam der den Zuschlag, der am meisten gezahlt hat, das andere Mal der, der der am schnellsten war.
    Das eine ist doch nicht (moralisch) besser als das andere. Und beide können daraus (finanziell) viel oder wenig machen.

  • Geht man davon aus, dass die Domain rund 12 € im Jahr kostet, dürfte das Unternehmen wohl ein Plusgeschäft werden. Ob die Einnahmen jedoch ein Level erreichen, das man von nachhaltigen Wohlstand sprechen kann, mag ich zu bezweifeln. Die Seite bietet keinen relevanten Inhalt zum Thema. Wurde der Besitzer ein Informationsportal mit Affiliate Links etc. aufbauen und Texte mit Adsense Werbung versehen, dürfte das schon anders aussehen. Außerdem ist die Seite nicht Google Optimiert. Abgesehen von der Geschmacklosigkeit der Aktion, läuft die Seite ganz klar unter Potenzial!

  • und h1n1.de ist auch entsprechend geparkt. bei der Vogelgrippe mit h5n1 war damals die domain zwar registriert aber ohne inhalt. inzwischen steht da das gleiche

  • Nun bloggt die Schweinegrippe auch noch. Belegt sind zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Kommentars:
    1. „schweinegrippe-blog.de“,
    2. „schweinegrippeblog.de“ und
    3. „schweinegrippeblog.com“.
    Wozu das gut sein soll, weiß ich nicht. Andererseits gibt es schon Millionen wertlose Internet-Adressen und Hunderttausende Blogs ohne Sinn und Verstand. Drei weitere machen da auch nichts mehr aus.

  • Sowas ist schade, für die neuen Webmaster, die oftmals kein oder nicht viel Geld haben wird es nahezu unmöglich an eine gute Domain ranzukommen.

Kommentieren