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Basic Sunday: Der letzte Auftrag

Basic Sunday: Der letzte Auftrag

„Check, Check – hörst du mich? Ich warte an unserem vereinbarten Treffpunkt.“ Eine vertraute Stimme antwortet. „Bin gleich da. Musste noch schnell was besorgen. Einen Moment“. Wenige Augenblicke später sehe ich sie um die Ecke kommen. „Na endlich. Du weißt doch, dass wir nicht ewig Zeit haben. Hast alles dabei?“ Sie stellt sich vor mir hin, schaut sich noch einmal um und holt dann ihre Waffen hervor. „Alles perfekt. Heute stellt sich uns niemand in den Weg. Und es wird wirklich mal Zeit, dass wir die Leute erledigen.“ Dann schleichen wir uns langsam voran. Es ist dunkel, nur das vereinzelte Licht schwacher Straßenlaternen erhellt die Dunkelheit, welche uns umgibt. „Dieses Mal müssen wir aufpassen. Wir dürfen nicht noch einmal den gleichen Fehler machen.“ Ein Schatten vor uns – scheinbar hat er uns nicht bemerkt. „Da vorne ist der Erste. Kannst du ihn erledigen?“ „Was denkst du denn.“ Sie wechselt ihre Waffe und zielt. Ein leises Zischen nur und ich sehe den Mann umkippen. Scheinbar hat niemand was bemerkt. „Los, weiter.“

Die Planung steht

Etliche Male nun haben wir diese Situation durchgespielt. Haben uns immer wieder besprochen, wie wir es schaffen, diesen Teil endlich hinter uns zu bringen. Haben über Plänen gegrübelt, uns im Internet informiert und mit Gleichgesinnten gesprochen. Vereinzelte Tipps haben uns wirklich weitergebracht. So konnten wir uns mit brandneuen Waffen und dazugehöriger Munition eindecken und sogar Schutzwesten haben wir gefunden. Falls wir entdeckt werden, wird das auch nicht unbedingt weiterhelfen aber vielleicht bringt es uns wertvolle Sekunden. Und diese können entscheidend sein. Bei all den hilfreichen Tipps war eine Sache am wertvollsten: Der Lageplan. Ich kann nicht sagen, wie er ihn gefunden hat, aber nun wissen wir genau, welche Wachposten wo stehen und wann ihre Runden drehen. So ist es nun fast nur noch wie ein einfaches Schachspiel. Der wichtige Unterschied: Wir wissen, wann unser Gegner seine Figuren bewegt.

Heute haben wir endlich beschlossen, zuzuschlagen. Ich habe mich von meinen Liebsten losgesagt und verabschiedet. Ich bin mir sicher, sie werden mich wiedersehen. Nur das „Wann“ kann ich ihnen nicht beantworten. Das hängt davon ab, ob wir unsere Mission endgültig bewältigen können. Aber jetzt, wo wir so gut vorbereitet sind, dürfte kaum etwas schief gehen. Nun nähern wir uns immer schneller unserem Ziel. Auf dem Weg dahin haben wir noch einmal unsere Munition überprüft. Meine Partnerin wurde bei der letzten Schießerei leicht verletzt aber das ist nur ein kleiner Kratzer. Weiter geht’s.

Die Mission schreitet voran

Unser Feind hat es sich in seiner Villa bequem gemacht. Wahrscheinlich ahnt er nicht einmal, dass wir kommen. Je näher wir uns dem Haus nähern, umso nervöser werde ich. Unsere Waffen fest im Anschlag versuchen wir es dieses Mal über die Mauer im Osten. „Pass auf, oben ist ein Wachmann.“ Schnell verziehen wir uns ins Gebüsch. „Ich kümmere mich drum“ sage ich, komme langsam aus dem Gebüsch raus und hangele mich oben an den Rand der Mauer. Der Wachmann scheint keine Lust zu haben. Immer wieder zieht er an seiner Zigarette. Dann läuft er weiter in die entgegengesetzte Richtung – das ist mein Zeichen. Leise schreite ich voran und als ich hinter ihm stehe, geht es ganz schnell. Dann sackt er in sich zusammen. „Kannst hochkommen. Weiter geht’s.“

Alles verläuft nach Plan. Doch dann passiert uns ein folgenschwerer Fehler. „Pass auf, da ist eine Kamera“ brüllt mich meine Partnerin an. Doch es ist zu spät, der Alarm geht los. „Mist, wir wurden entdeckt.“ Nun muss es schnell gehen. Scheiß auf die Kameras oder die anderen Überwachungsgeräte – wir rennen los. Immer wieder geben wir kurze Schüsse ab. Überall hören wir laute Rufe. Sie scheinen zu wissen, wo wir sind, aber eine andere Wahl haben wir nicht mehr. Auf unserem Weg metzeln wir mehrere Wachen nieder. In unserem Rausch merken wir nicht einmal, dass sowohl meine Partnerin als auch ich von einzelnen Schüssen getroffen werden. Die Schutzwesten sind wirklich ihr Geld wert.

Das Ziel ist zum greifen nah

„Lass uns aufteilen“ ruft mir sie mir zu. „Du von vorne, ich von hinten. Wir treffen uns oben.“ „Alles klar“ sage ich und hechte zum Südfenster. Wir haben Glück, dass unser Feind einen so wohl behüteten Garten hat. Überall große Hecken und Bäume, die mir Schutz bieten. Ich krieche weiter voran, bis ich unter dem großen Fenster im Erdgeschoss stehe. Langsam erhebe ich mich und schaue vorsichtig hinein. Alles dunkel – niemand zu sehen. Mit einem leisen klirren lasse ich die Scherben zerbersten und klettere in den Raum. Totenstille. „Fast ein wenig zu ruhig“ denke ich mir. Aber mehr Zeit bleibt mir nicht. Als ich mich erhebe, um ins erste Stockwerk zu kommen, stehen auf einmal zwei Männer vor mir. „Hände hoch.“ rufen sie mir zu. „Das war’s“ denke ich mir. Jetzt ist alles vorbei. Vorsichtig hebe ich meine Hände in die Luft. „Und nun weg mit der Waffe. Legen Sie sie vorsichtig auf den Boden.“ Ich komme ihrem Wunsch nach. Einer der Wachen fängt an zu lachen. Dann ruft er in sein Mikrofon „Wir haben einen von ihnen. Das Haus ist sicher.“

Ich höre zwei dumpfe Geräusche und zucke zusammen. Bin ich getroffen? Ich blicke auf und sehe beide Wachen leblos nach vorne kippen. Aus dem Schatten tritt meine Partnerin. „Na? Hast du Angst gehabt?“ ruft sie mir zu. „Hör auf zu labern. Wir haben nur noch 2 Minuten. Los, hoch mit uns.“ Ich hebe meine Waffe hoch und gemeinsam rennen wir in den zweiten Stock. Scheinbar ist niemand der Wachen mehr da. „Hier ist es.“ Wir gehen die Türen entlang. „Eins….zwei….hier. Die dritte Tür muss es sein.“ Ein kurzer Blick. „30 Sekunden. Und los.“ Mit einem lauten Knall rennen wir in das Zimmer. Unser Feind liegt im Bett und schreckt in diesem Moment hoch. „Noch 20 Sekunden.“ Er hebt seine Hände. „Nicht schießen“ ruft er. Meine Partnerin schaut mich an. „Was machen wir jetzt?“ „Noch 10 Sekunden“. Dann ein Schuss. Meine Partnerin knallt gegen die Wand. Ich schaue wieder auf unseren Feind im Bett. Er hat eine Pistole in der Hand und hat sie nun auf mich gerichtet. Ich zögere keine Sekunde und feuere los. Er kippt nach hinten. „Wie ist dein Status?“ rufe ich ihr zu. „Alles in Ordnung…habe noch genügend Power. Wir haben es.“

Uns bleibt keine Zeit mehr

„Na endlich. Wie viele Male haben wir versucht, diese Mission zu Ende zu bringen?“ sage ich mit lautem Lachen. „Keine Ahnung. Aber hey…das vorletzte Level ist endlich geschafft. War das mal cool? Bamm Bamm…und weg war er.“ Ich schaue auf die Uhr. „Du, wir müssen los. In 20 Minuten müssen wir da sein. Die Gesetzesverabschiedung.“ Ein Seufzer am Telefon. „Ja stimmt. Hatte ich fast vergessen. Warum machen wir bei so einem Mist überhaupt mit? Killerspiele verbieten. Was für ein Blödsinn. Alleine der Begriff dafür ist so an den Haaren herbeigezogen. Bei so etwas frage ich mich echt, was ich bei den Sozialen zu suchen habe. Selbst die Anderen mucken nicht auf. Da sind so viele junge Leute dabei. Wenn die mal später an die Macht kommen sollen. Daran mag ich gar nicht denken.“ Ich nippe an meinem Tee. „Ach, was du nicht sagst Franzi. Wenn ich so höre, was du in der Presse alles so erzählst, wird mir auch manchmal anders.“

„Ach, du weißt doch wie das ist. Wenn man in der Politik was werden will, muss man auffallen und eben mitziehen. Das muss ich dir doch nicht begreiflich machen, Philipp. Wer der große Vorreiter dabei ist, alles zu kontrollieren und zu verbieten, wissen wir doch beide.“ Nachdenklich blicke ich gegen meine mit Zeitungsartikeln und Fotos gespickte Wand. „Jeder ist sich selbst der Nächste, weißt du doch. Und wenn die Bevölkerung nicht aufmuckt… selber schuld.“ Franziska grinst. „Typisch Philipp, du Killer.“ Wir beide lachen. „Also bis gleich. Und morgen knacken wir den letzten Level.“

(Alper Iseri)


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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

31 Kommentare

  • Eine sehr spannend geschriebene Geschichte. Gut zu lesen und mit einem Ende, welches ich persönlich so nicht erwartet hätte.

    Alle Achtung! Immer wieder was neues und immer wieder gute Geschichten. Danke Alper!

  • Sehr guter Artikel mal wieder! Vor allem gefällt mir, dass der Begriff der Killerspiele kritisiert wird und die Geschichte sehr spannend zu lesen ist. 🙂

  • Wieder einmal ein spannend geschriebener Artikel, Alper!

    Und tolles Ende – Franziska, die Bundesvorsitzende der Jusos, und Philipp, Bundesvorsitzender der Jungen Union, als „Täter“ bei dem Verbot von „Killerspielen“ ganz vorne mit dabei.

    Ist bestimmt genauso wie bei Paintball & Co.: Nach außen heftig dagegen wettern und hinterrücks selber begeistert herumballern.

  • Vielen Dank für euer tolles positives Feedback. Ich freue mich wie immer sehr darüber. Dieses Mal ist mir das Schreiben auch wieder leicht gefallen. Interessantes Thema gefunden und einfach mal runtergeschrieben.

    Ein besonderes Lob an aevriday: Hast meine zwei kleinen Easter-Eggs entdeckt. War sehr gespannt, ob das jemand herauslesen wird :-))

  • Haha, genial.

    Nahe dem Ende hatte ich so eine Vermutung 😉
    Ich hoffe nächsten Sonntag gibts Nachschub.

    Nochmal danke für diese Zeilen. 🙂

  • Alper, danke für die Mühen, es hat sich allemal gelohnt. Neben meiner Sonntagszeitung etablierst Du Dich online zu meiner Lieblingsanlaufstelle am Sonntag #vorfreude

  • @ Alper:
    Meiner Meinung nach ist dir dieser Artikel zum Basic-Sunday besonder gut gelungen.

    Die Geschichte ließe sich doch prima weitererzählen. Anstatt Kapitel währen es zB: Level oder Ebenen. =)

  • Haste gut geschrieben, Alper.

    Killerspiele werden ewig in unserer Gesellschaft ein Diskussionspunkt bleiben, immer aktuell und brisant.

  • Viele kleine Steine bringen eine Lawine ins Rollen. Für die meisten sind Egoshooter hoffentlich nur eine aufregende Abwechslung und Adrenalin-Kick. Gewaltverherrlichung sollte aber nie gutgeheißen werden.

  • Tja, was soll man sagen… Alper, wie immer sehr gut geschrieben. Liest sich jeden Sonntag wie Butter. Danke für die abermals interessante Lektüre am Ende des Wochenendes.
    Wünsche Euch allen einen guten Start in die Woche.

  • Hört sich an wie eine alltägliche Szene auf Deutschlands Straßen. Waffen gibt es an jeder Ecke zu kaufen.
    Ich finde den Text wirklich gut geschrieben. Liest sich wie ein Krimi.
    Ich verstehe die Aufregung um die sogenannten Ballerspiele nicht, denn nicht jeder, der sie spielt wird zum Mörder. Ich habe größere Probleme mit Fußballspielen, bei denen ich ständig die Fassung verliere.

  • Anfangs war es mir fast zu krass, aber mit der Wendung am Ende hast du es dann wieder schön rumgerissen.
    Eine leichte Kritik an der Politik lese ich da auch raus… aber gut, dass du den letzten Absatz dein hast… kann man niemandem was vorwerfen *g*
    Ich „mucke“ übrigens gerne….

  • Lieber Alper, Dein Schreibstil entspricht dem eines Viertklässlers und ist inhaltlich so wertvoll wie ein Pickel am Allerwertesten. Ich wünsche Dir nichts Schlechtes im Leben, eher wünsche ich Dir in der Zukunft einmal Vater eines Jungen zu sein, der solche Geschichten aus Deiner Feder ständig liest und auf seinen Vater stolz sein darf. Vielleicht kommt dieser Sohn dann auch einmal ins Fernsehen, wenn er gerade dabei ist, andere Menschen einfach abzuballern. Ist doch eine tolle Sache oder etwa nicht? Wir brauchen solche wertlosen fiktiven Geschichten am Sonntag in einem Blog, der sich noch einer großen Leserschaft erfreuen kann. Fragt sich nur, wie lange noch?

  • Ich bin Familienvater und auch ich war und bin immer noch der Sohn meines Vaters. Dieser weiss auch dass ich hin und wieder mal Ballerspiele gespielt habe, wie meine übrigen Brüder auch… nur konnten wir recht gut zwischen Spiel und Realität unterscheiden.
    Das eine ist ein Spiel und schaltet man anschließend den Kasten aus, ist diese Welt auch schon wieder verschwunden. Wer das allerdings nicht versteht und die Spiele mit der Realität verwischt, der hat entweder ein Problem oder wurde schlicht und einfach nicht ordentlich erzogen, denn für mich kam nie die Frage auf, die Welt der Computerspiele mit in die normale Welt zu nehmen.
    Und als ich den Text gestern las (genauer gesagt, vom Lageplan gelesen habe), musste ich bei der Vorstellung auch an ein Computerspiel denken. Daher denke ich dass Alper den Text gut geschrieben hat und es ist halt momentan ein Thema in der Welt.
    Aber es gibt bei jeden Themen immer die einen die „Pro“ und die anderen die „Contra“ sind. Daher jedem seine Meinung, ich kann die Idee des Familienvaters ja hier drüber auch verstehen. Nur sehe ich -für mich- keinen Bezug zwischen Ballerspielen auf der Mattscheibe und Amoks im wahren Leben. Es gab schließlich auch vor der Zeit der PC-Spiele schon Amokläufe, nur bekam man dies noch nicht so mit, da die Welt damals noch nicht so vernetzt war und jeder immer weltweit auf dem neusten Stand war.
    Wünsche allen einen friedlichen Start in die Woche!

  • Ich denke, die Kritik an solchen Spielen ist in manchen Fällen sogar zu verstehen. Aber ich denke nicht, dass solche Spiele einen Killer aus einem Kind oder einem Jugendlichen machen. Viele Amokläufer haben solche Spiele zuhause auf ihrem Rechner aber es ist nicht so, dass Leute, die solche Spiele spielen, häufig zu Amokläufern werden. Solche Spiele einfach als Teufelswerk abzutun ist platt und einfach nur falsch.

    Was ich richtig und wichtig finde ist, darüber eine offene Diskussion zu führen, ohne anzugreifen, zu beleidigen oder jemanden gleich in eine Ecke zu drängen. Und genau das möchte ich mit meinem Artikel auch tun. Politiker und viele Menschen, die mit dem Internet eben nicht groß geworden sind, verstehen einfach nicht, was es mit solchen Spielen auf sich hat. Sie sind eben anders aufgewachsen. Leider fehlt einigen Menschen der Respekt und wohl der Grips um mit dem Thema neutral umzugehen.

    Ein offener Umgang mit solchen Spielen, eine offene Kommunikation und vor allen Dingen eine ordentliche Erziehung der verantwortlichen Eltern sind das Wichtigste. Da braucht es keine öffentliche Ächtung der Spielehersteller. Kriegsspiele und Egoshooter gibt es schon seit Jahrzehnten. Und trotzdem ist eine ganze Generation damit groß geworden. Alles Amokläufer oder verkappte Existenzen? Mit Sicherheit nicht…

  • @ Alex – wenn es so einfach wäre: Computer aus und damit auch das Ballerspielen ausschalten.

    Ich frage mich nur, weshalb es überhaupt solcher Spiele bedarf, bei denen es immer einen Gegner gibt, den es auszuschalten gilt. Was habe ich davon, andere fiktiven Figuren umzulegen, nur damit ich ein bestimmtes Ziel erreichen kann? Was ist der Sinn? Gibt es nichts Sinnvolleres im Leben, als in einer virtuellen Scheinwelt mittels diverser Waffen Ziele zu erreichen?

    Die sonntägliche Märchenstunde bei Basicthinking würde einen anderen Anspruch bekommen, wenn sie inhaltlich einen Schreibstil wiederspiegelt, den man von anderen Beiträgen gewohnt ist. Das, was ich z.Zt. von Alper hier lese, hat nichts mit gutem Schreibstil zutun und gleicht einem Aneinanderreihen von Szenen aus eben diesen bescheuerten Ballerspielen.

    Gibt es nichts anderes, als solche Inhalte? Alper schreibt über sich: Das Talent zu Schreiben ist kein Gut, welches man einfach erlernen kann. Man muss es leben und sich mit jeder einzelnen Zeile, mit jedem einzelnen Wort wiederfinden.“

    Darum wäre es gut, wenn sich die sonntägliche Märchenstunde auf einem anderen Niveau bewegen würde. In diesem Sinne viele Grüße

  • @ familienvater: Zitat „wenn es so einfach wäre: Computer aus und damit auch das Ballerspielen ausschalten.“

    Bei mir ging es so. Habe den PC eingeschaltet, Spiel gestartet. Irgendwann Spiel aus, PC aus und das wars.
    Genau so wie bei 100ten anderen Spiele auch. Ich wurde im Fussball Bundesliga Meister, habe Formel1 Rennen gewonnen, Städte gebaut, Fluglinien gemanagt… und wenn der Kasten aus war, war ich wieder im realen Leben.

    Man muss halt nur den Hebel umschalten können. Und da fängt meiner Meinung nach die Erziehung an. Es gibt ja auch Kinder die Superman gucken, aus dem Fenster springen und leider meinen, sie könnten ebenfalls fliegen. Wird deshalb gesagt man sollte solche Filmer verbieten? Nein. Da die Eltern einem beim schauen schon sagen sollten… kleiner Mann, das ist nur ein Film und hat nichts mit der Realität zu tun. Und was bei Filmen geht, geht auch bei Spielen. Nur müssen die Eltern den Kindern dies auch mit auf den Weg geben.

    Meine Meinung. Liebe Grüße

  • Ich habe auch einen kleinen Sohnemann. Noch während des Studiums hab ich nicht wenig Computerspiele gezockt. Ich muss ehrlich zugeben, wenn ich noch so viel Freizeit wie damals hätte, dann würde ich auch heute noch das ein oder andere Spielchen wagen. Mir ging es dabei genauso wie Alex. Nach dem Spiel war ich derselbe wie vor dem Spiel. Es ist hundertprozentig richtig dass die Erziehung – aber auch das Umfeld – einen Menschen zu dem macht was er ist, und somit auch befähigt oder nicht, zwischen Spiel und Realität zu unterscheiden. Ich möchte meinem Sohn diese Fähigkeit mit auf den Weg geben, und das schaffe ich natürlich nur, indem ich mich mit ihm gemeinsam über solche Dinge unterhalte. Leider muss man aufgrund der heutigen Erziehung die in manchen Familien herrscht, Angst haben, dass nicht wenig Kinder / Jugendliche mit Gewalt in den Medien nicht klar kommen und diese Eindrücke dann im wahren Leben umsetzen. Leider.

    Aber ein Verbot ist der falsche Weg.
    Aufklärung und Erziehung der Eltern ist der richtige Weg.
    Steinig aber meiner Meinung nach machbar!

  • @Ballerspiele – Sinn oder Unsinn
    Auch ich habe einen 8 jährigen Jungen als Sohn, der den Vater oft als Vorbild sieht. Als Eltern machen wir zur Zeit die Erfahrung, das innerhalb des relativ großen Freundeskreises meines Sohnes die Weiterentwicklung genau bei den Kindern hapert, die zuhause im Kinderzimmer schon alle Annehmlichkeiten besitzen, die uns der Fortschritt heute so bietet. Dazu gehören zum Teil eigener Fernseher, alter Computer des Vaters, Playstation und so weiter.

    Unser Sohn hingegen hat dies alles nicht, ganz einfach, weil wir in der Kindeserziehung mehr Wert darauf legen, das sich z.B. die Phantasieentwicklung des Kindes nicht auf das Bedienen von Computern beschränken soll, eher soll das Kind in seiner jetzigen Entwicklung das reale Leben mitbekommen und lernen, darin nicht nur jetzt zurechtzukommen. Dazu gehören Dinge, wie der Umgang und die Verantwortung mit „eigenen“ Haustieren, der Umgang mit Geld und der Möglichkeit, sich Taschengeld zu verdienen u.v.m.

    Natürlich darf der Sohn auch an den Rechner seiner Eltern dran, dies geschieht aber immer unter dem Aspekt, das wir wissen, was er anschaut und wo er im Internet daddeln will. So ist es auch mit dem fernsehen. Kommen abends irgendwelche interessanten Sendungen, die einen Jungen in dem Alter auch interessieren, dann sitzen wir zusammen vor der Glotze und sprechen hinterher darüber.

    Mein Sohn zieht es vor, Bücher zu lesen. Er schreibt sogar selbst schon Geschichten, auch solche, die aus der Phantasie heraus entstehen. Favoriten sind im Moment die Harry Potter Bücher, bei denen wir aber nur die Bücher zulassen, die seinem Alter entsprechend zumutbar sind. Positiver Effekt dabei ist, die Phantasie wird gefördert und die Ausdrucksweise gegenüber anderen Menschen auch. Im Gegensatz zu mir (als ich vor 47 Jahren so alt war wie mein Sohn jetzt) legt er schon mit 8 Jahren eine erstaunliche Ausdrucksweise an den Tag, die nur dadurch möglich wurde, weil er in Büchern liest (statt am Rechner zu daddeln und zu ballern). Wir verbieten ihm das Spielen mit der neuen Technik nicht und es gibt den Ausschaltknopf. Das wissen wir.

    Aber wenn es sich beim Spielen am Rechner immer nur um das Abknallen und Ausschalten von Gegnern dreht, werden dem Kind alle Möglichkeiten für später genommen, wenn es einmal als erwachsener Mensch selbst Entscheidungen treffen muss. Und hier kann man schon auf die Entwicklung Einfluss nehmen. Wenn es keine Ballerspiele im Haus gibt, sind diese auch irgendwann entbehrlich. Die Gehirnwindungen werden für andere wichtigere Sachen geschult und im Ergebnis bringt es das Kind auf jeden Fall weiter.

    Und dies klage ich in diesem Beitrag an, der inhaltlich wirklich aus der Feder eines Viertklässlers kommen könnte und dem meiner Ansicht nach hohem Anspruch des Blogs eigentlich nicht gerecht wird. Phantasie hin und Märchenstunde her, ich habe nichts gegen solche Geschichten, wenn denn sie lesenswerter geschrieben würden. Wenn es dabei aber hapert, sollte man sich überlegen, die Themen zu wechseln. Aber hier scheint die Phantasie nicht auszureichen, bisher jedenfalls nicht.

    Klar ist für mich: Ich habe ja die Freiheit, selbst zu entscheiden, wo ich lese. Aber ich habe auch die Freiheit, eine Meinung zu äußern. Vielleicht wird diese von anderen geteilt, es würde mich freuen.

  • Zitat: „Dazu gehören zum Teil eigener Fernseher, alter Computer des Vaters, Playstation und so weiter. “

    Das habe ich eh noch nie verstanden, wieso es Eltern gibt, die den Kindern eigene Fernseher in die Zimmer stellen. Klar, der Grund ist schnell gefunden: die Eltern wollen sich so ein Stück Ruhe erkaufen. Die Kleinen einfach vor den Kasten setzen. Sehr einfach, zu einfach. Aber Erziehung kann man so etwas nicht nennen.

    Auch ich und meine Brüder, hatten nie einen eigenen Fernseher, wir hatten einen Gemeinschafts-PC und das wars. Noch nicht einmal der Game Boy kam uns ins Haus.

    Dennoch haben wir alle später „Ballerspiele“ gespielt.
    Daher passt der Beitrag hier drüber nur bedingt, auch wenn ich ihn zu 99% teile.

    Denn auch ich will meine Kinder in etwa so erziehen wie es hier drüber beschrieben wird. Nur gibt es heutzutage leider nur noch wenige Eltern, die sich überhaupt noch solche Gedanken machen, wie wir es tun.

    Wie gesagt… der Hauptschlüssel liegt in der Erziehung und im Umfeld des Kindes. Ballerspiele an sich, sind nicht das Gefährliche.

    Und zurück zum Text: es ist eine erfundene Geschichte, es liest sich gut und hat somit meinen Sonntag abgerundet. Die Schlüsse daraus muss jeder für sich selber ziehen.

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