Erste Videoplattform stellt um: HTML 5 macht Flash überflüssig

André Vatter

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Eigentlich hatte ich mich auf einen gemeinen und blutigen Kampf zwischen Adobe und Microsoft eingerichtet. Der Showdown wäre gar nicht mehr in so weiter Ferne gewesen – vielleicht hätte er noch zwei, drei Jahre gedauert. Doch nun hat HTML 5 alles durcheinandergewirbelt. Anstatt die Abhängigkeiten von proprietären Rich-Media-Playern wie Adobe Flash oder Silverlight zu verstärken, kommt die neueste Version der Hypertext Markup Language unter anderem mit einer direkt integrierten Unterstützung für Audio und Video – und greift damit die beiden Multimediaspieler auf ihrem Terrain an.

Noch unterstützt kein offizieller Browser vollständig den neuen, offenen Standard, doch die Beta-Version des kommenden Firefox 3.5 (und auch der Safari Beta 4, danke für den Hinweis, Jonas) kann bereits Audio- und Video-Tags interpretieren.

Wie das dann aussieht, zeigt Dailymotion. Jeder, der die neue Firefox-Beta installiert hat, kann auf der Videoplattform ab sofort Clips anschauen und hören – und zwar auch ohne Flash-Plugin. Das Experiment befindet sich derzeit im Status „Pre-Beta“ (also irgendwo zwischen Alpha und Beta) und kann hier betrachtet werden. Wie gesagt: der Firefox 3.5 Beta ist allerdings Voraussetzung.

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Dailymotion nimmt etwaigen Kritikern mit einem Blog-Post bereit im Vorfeld den Wind aus den Segeln. Die Qualität von Ton und Video lässt nämlich noch zu wünschen übrigen:

Das ist normal… zu diesem Zeitpunkt jedenfalls. Als neue Encoding-Formate setzen wir Ogg, Theora und Vorbis ein, die nicht so gut sind, wie die etablierten Codecs wie H264 oder ON2 VP6. Dafür enthalten sie aber auch ein offenes Format, das nicht patentiert ist, sprich: gratis ist und von Mozilla unterstützt wird. Also, macht euch keine Sorgen – es wird bald besser werden. Wir setzen bereits jetzt einige Tricks ein, um die Qualität zu erhöhen, doch da wir insgesamt 300.000 Videos in das neue Format re-encoden müssen, waren wir zu diesem Kompromiss gezwungen.

Ich persönlich finde die Beeinträchtigung nicht störend – da habe ich beim konkurrierenden Google-Ableger schon Schlimmeres gesehen. Übrigens, wer sich von den weiteren Vorteilen des HTML5-Videoplayers überzeugen möchte, sollte sich unbedingt diese Demo-Site anschauen.

Was ich mich jetzt frage: Der Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG), die seit 2004 am neuen Standard arbeitet, gehört neben Mozilla und Opera auch Apple an. Sollte es also irgendwann auch bei Safari mit HTML 5 soweit sein, dürften sich nicht wenige Flash-lose iPhone-Nutzer freuen, richtig?

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.