Kurzzeitige Verunsicherung: Ist die Twitpocalypse vorüber?

André Vatter

twitter-errorEigentlich wollte Martin Dufort gar nicht für großen Wirbel sorgen: Der Chef der kanadischen Entwicklerfirma Wherecloud hatte vor wenigen Tagen über die neu eingerichtete Website Twitpocalypse vor dem baldigen Untergang der 140-Zeichen-Welt gewarnt. Grund sei die 32-Bit-Umgebung, in der die meisten Clients operierten. Diese ließen nur Berechnungen bis zur Zahl 2.147.483.647 zu. Da nun jeder Tweet eine eindeutige ID-Nummer zugeordnet bekommt und man sich auf diese Weise in rasender Geschwindigkeit der magischen Zahl nähern würde, seien weltweite Abstürze vorprogrammiert.

Das war vor dem Wochenende. Mittlerweile wurden ID-Nummern jenseits von 2.147.483.647 erreicht und wir haben es alle überlebt. Der große Twitter-Blackout blieb aus, dennoch ist die Kommunikation in manchen Fällen weiter gestört. Den ersten Ausfall bemerkte ich am Samstagabend bei der Bezahl-iPhone-App Twitterriffic (siehe Screenshot). Nichts ging mehr – auch wenn ich später merkwürdigerweise vereinzelt Tweets von mir im Profil wiederfand. Andere berichteten von Ausfällen bei Twitter-Anwendungen für Facebook. Es wäre ja nicht Twitter, wenn wir nicht eine ständig aktualisierte Liste von betroffenen Programmen per Hash-Tag aufspüren könnten.

Also war zumindest doch etwas Wahres an der Sache dran: Dufort sagte der „Los Angeles Times“, dass ihn der Fehler in seiner eigenen App auf die Idee zur nahenden Twitpocalypse gebracht hatte: „Wir hatten keine Ahnung, ob es auch Anwendungen von Drittanbietern betreffen würde.“ Sein Unternehmen hat durch die kurzzeitige Hysterie profitiert – sowohl die Twitpocalypse-Website als auch die Firmenpräsenz würden ordentlich Traffic verzeichnen.

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Die Anbieter funktionsgestörter Clients haben dagegen noch mit Problemen zu kämpfen. Erst vor wenigen Stunden konnte Twitterrific-Entwickler Iconfactory einen Teil der Nutzer beruhigen:

The free version of Twitterrific 2.0.2 has been approved and is now propagating through the App Store. It will take some time before all time zones see the update, but it has been released.

Noch wartet Iconfactory auf die Freischaltung der Bezahlvariante durch Apple. Premium-Nutzer sollen bis dahin auf die Lite-Version ausweichen. Wer von euch kann noch von Ausfällen berichten?

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.