Wer-kennt-wen.de holt sich Musicload auf die Plattform

André Vatter

wkw1Musicload zieht bei wkw ein, die Info ist eben reingekommen. Noch wurde die Partnerschaft aber nicht umgesetzt (ich habe reingeschaut). Dazu soll der Shop komplett in die Plattform integriert werden, so dass Käufe direkt im Netzwerk getätigt werden können. Zur Erinnerung: Seit Anfang März verzichtet die Telekom-Musiktochter auf DRM-Ware und haut ausschließlich MP3s raus.

Laut Pressestelle würden Social Networks für Musicload als „Vertriebs- und Kommunikationskanäle“ immer mehr an Bedeutung gewinnen, was durchaus nichts Neues ist: ein bisschen Kontakte knüpfen, dabei ein paar Songs hören – es könnte funktionieren. Um den Abverkauf weiter zu pushen und Musik als allgegenwärtigen Gesprächsgegenstand in den Raum zu stellen, sollen auf den Profilseiten Buttons angebracht werden („XY’s Musik hören“), über die sich Besucher vom Song-Geschmack des Anderen überzeugen können. Natürlich werden nicht ganze Lieder geboten, sondern lediglich eine „Vorhörfunktion“ – was wahrscheinlich auf 30-Sekunden-Schnipsel hinausläuft. Spannender finde ich die angekündigte Rasterfahndung nach Gleichgesinnten. Profile werden dann auch nach Musikvorlieben ihrer Besitzer ausfindig zu machen sein.

Ich bin kein wkw-Nutzer, könnte mir aber vorstellen, dass die Community (6,5 Millionen Nutzer sind es derzeit) diese „einzigartige Möglichkeit“ wohlwollend annehmen wird. Ob dann tatsächlich Geld für Musik ausgegeben wird, bleibt abzuwarten. „Kunden tauschen sich zunehmend über gekaufte Produkte aus und empfehlen sie als Multiplikatoren weiter“, meint Musicload. Richtiger wäre allerdings: „Kunden tauschen zunehmend gekaufte Produkte aus.“ – Wenn ich einen Song auf der Platte habe, den mein bester Web 2.0-Buddy unbedingt hören will, würde ich wohl eher die Plattform kurzzeitig verlassen und eine Mail mit Anhang losschicken, als ihm zu raten: „Kannste ja ab heute auch direkt hier kaufen.“

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.