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Freiminuten gegen Werbe-SMS: Mobilfunker bringen Mobile Advertising in Stellung

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Was ist denn da los? Innerhalb von einer Woche haben sich zwei Mobilfunkbetreiber in Sachen Handy-Werbung in Stellung gebracht: Sowohl E-Plus als auch Vodafone wollen externen Werbern gegen Bezahlung ihre Plattformen öffnen. E-Plus hat dazu beispielsweise Gettings gelauncht, über das sich Vertrags- und Prepaid-Kunden von E-Plus, BASE, vybemobile und blau.de für das Werbeprogramm anmelden können. Wer sich damit einverstanden erklärt, erhält zwischen zehn und 25 Werbebotschaften in der Woche per SMS, MMS, E-Mail oder Audio-Nachricht auf das Handy. Im Gegenzug gibt es Extra-Guthaben oder Rabatte auf die Monatsrechnung (maximal zwei Euro), alternativ kann auch zwischen Frei-SMS und -Minuten gewählt werden. Nutzer können den Dienst jederzeit kündigen. E-Plus verkauft Gettings als eine Art Informationskanal („Früher wissen, was sich lohnt!“), verschweigt aber zu diesem Zeitpunkt noch die Namen der Werbepartner. Dass diese Schlange stehen, ist eher unwahrscheinlich, derzeit macht es eher den Eindruck, als ob der Betreiber zunächst einen Pool von willigen Werbeempfängern aufbauen möchte, um damit dann auf Partnerjagd zu gehen.

Vodafone setzt wiederum direkt beim Werber an. Kurz vor dem Wochenende wurde myCampaign gelauncht, ein Do-it-Yourself-Baukasten für kleine und mittlerer Unternehmen, die ihre mobilen Anzeigen dort selbst zusammenschneidern können. Die Werbung wird dann im Vodafone live! Portal ausgeliefert, das (potentiell jedenfalls) von 3,5 Millionen Nutzern aufgerufen werden kann. Als Alleinstellungsmerkmal für den Dienst setzt man auf den lokalen Aspekt: Bevor die Kampagne abgeschickt wird, haben Unternehmen die Möglichkeit, die Zielgruppe per PLZ-Eingabe einzugrenzen. Glaubt man der Pressemitteilung, so ist dies erst der Anfang bei Vodafone:

In den nächsten Monaten werden weitere innovative Webeformen wie beispielsweise mobile Anwendungen auf dem Handy, die als Werbeträger dienen und die Kundenbindung erhöhen (Branded Applications: Appvertising), optin basiertes Messaging (Versendung von Werbe-Botschaften an Handynutzer, die sich dafür registriert haben) und das erste Mobile Interstitial, ein mobiles Werbemittel auf dem gesamten Handy-Display folgen.

Für die Pläne hat sich Vodafone schon die Hilfe des Vermarkters Gruner & Jahr EMS gesichert. Bei uns kamen anbetracht der Pläne allerdings Zweifel auf. Wie einige von euch wissen, war Kollege Hayo Lücke in der vergangenen Woche auf der Handelsblatt Jahrestagung, wo Mobile Advertising durchaus auf der Tagesordnung stand – und dabei die Rede vom „Bruchteil des Umsatzes“ die Runde machte. Auf dem Handy scheint es grundsätzlich anders zu laufen, als beispielsweise im Internet, wo man an Werbung gewöhnt ist und sie dankend in Kauf nimmt, um ja nicht 1,50 Euro im Monat für sein täglich aufgesuchtes Nachrichtenportal zahlen zu müssen. Wie sieht es bei euch aus? Würdet ihr für ein paar Gratis-Minuten oder -SMS bis zu 25 Werbenachrichten die Woche zulassen?

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

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