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Photoshop-Tricks bringen Microsoft in Bedrängnis

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Microsoft hat sich in Polen geraden einen dicken PR-Fauxpas geleistet – genau genommen war es die Grafikabteilung des Unternehmens. In den Staaten wirbt der Konzern unter anderem mit dem Spruch „Empower your People: With the IT Tools they need.“ Das Bild, das die Botschaft begleitet, zeigt drei gut gelaunte Büromitarbeiter, nämlich eine weiße Dame, einen Herren asiatischen Ursprungs und einen sympathisch schauenden Herrn mit dunkler Hautfarbe. Soweit so gut.

Beim jüngsten Update des polnischen Website-Ablegers schaffte die Werbung den Sprung über den Atlantik: Auch hier wird für den Microsoft Exchange Server geworben, nun aber mit einem leicht abgewandelten Teaser-Bild: der schwarze Herr ist plötzlich verschwunden (s. Abb. oben). Zumindest sein Kopf, denn der wurde gegen den eines weißen Mannes ausgetauscht – die Hand blieb unretouchiert. Der kleine Photoshop-Streich führte laut AP zu allerlei Unmut unter den Bloggern. Andere unter ihnen versuchten wiederum den Microsoft-Vorstoß zu verteidigen: Immerhin gebe es in der polnischen Zielgruppe traditionell weniger Schwarze als beispielsweise in den USA.

Microsoft selbst ist die Sache unangenehm und hat bereits eine offizielle Entschuldigung ausgesprochen: „Wir überprüfen gerade die Sache im Detail“, sagt ein Sprecher der AP. „Wir entschuldigen uns und sind dabei, das Bild offline zu nehmen.“ Das war vor sechs Stunden. Microsoft hat Wort gehalten und das Foto gegen das Original ausgetauscht.

Update, 13:13 Uhrballmerpoland

Wie ich sehe, hat sich Techcrunch gerade des Themas angenommen und gleichzeitig einen Photoshop-Contest ausgerufen. Die Vorschläge der Leser findet ihr in den dortigen Kommentaren.

Via: Mashable

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

18 Kommentare

  • Techcrunch-Contest: Lustig. Einerseits. Andererseits auch wieder erschreckend, wie viele Internetbewohner sich an so einem kleinen Fauxpas stundenlang aufg***en können.

  • „Andererseits auch wieder erschreckend, wie viele Internetbewohner sich an so einem kleinen Fauxpas stundenlang aufg***en können.“

    Unterschreib ich so

  • Oh Mann…Wen interessierts? Als ob es so ungewöhnlich ist, Werbung dem jeweiligen Land anzupassen.

    *gähn*

    In China würde man wohl auch eher Chinesen sehen…

  • viel lärm um nichts. werbung muss an zielgruppen angepasst werden. das ursprüngliche bild sieht halt einfach zu amerikanisch aus. es macht einfach keinen sinn in polen oder auch in deutschland so zu werben.

  • schon peinlich genug das von jeder „rasse“ auf nem flyer 3 leute sitzen müssen, damit in den usa keiner diskrimiert wird.

  • Selten so dämliche Kommentare wie hier gelesen.
    Auch wenn es viele nicht sehen, ist Rassismus immer noch vor unserer Haustür

  • #5: „Unter den ausländischen Staatsangehörigen stellen Vietnamesen die größte ethnische Gruppe“ (Zitat de.wikipedia.org/wiki/Polen#Einwohner_und_Ethnien)
    Außerdem verbinden viele mit Asiaten eine hohe IT-Kompetenz.

    #9: Selten sowas Dämliches gelesen. Das ist kein Rassismus sondern zielgruppenorientiertes Marketing.

  • #1: Unterschreibe ich ebenfalls so, wie hier schon erwähnt, Zielgruppenmarketing =! Rassismus. Kann man gerne mal bei Wikipedia nachschlagen um den Sinn hinter diesen beiden Wörtern zu verstehen.

  • […] Photoshop-Tricks bringen Microsoft in Bedrängnis (BasicThinking) Folgender Fall: Microsoft betreibt 2 sehr ähnliche Sites im Internet, eine davon in Polen für den polnischen Markt, eine für den US-Markt. Auf der US-Version ist eine weiße Frau, ein asiatischer und ein schwarzer Mann zu sehen. Die Seite für Polen wurde mit Photoshop bearbeitet und der schwarze Mann wurde durch einen weißen ersetzt. Und das nicht mal besonders gut. Nun geht ein Aufschrei durch die Web-Welt, Microsoft hätte da irgendwas gegen Schwarze und so weiter und so fort. Klar hat Microsoft da einen Schwarzen gegen einen weißen ausgetauscht, aber doch wohl nicht aus Rassen-Gründen. Hier Microsoft den schwarzen Peter zuschieben zu wollen ist leider völlig daneben. Wenn es irgendjemand verbrochen hat, dann wahrscheinlich irgendeine beratende Agentur, die dem Zielmarkt entsprechend auftreten wollte. Das ist Gang und Gebe. In verschiedenen Ländern haben manche Produkte verschiedene Namen, verschiedene Images und ein unterschiedliches Auftreten. Das ist so und wer daran rummäkelt hat Marketing nicht verstanden. (Klar, es ist unglücklich aber nicht schlimm). Sorry André, dein Beitrag soll hier nur exemplarisch genannt sein. 😉 […]

  • Marketingstrategien dürfen also nicht mehr hinterfragt werden.?
    Microsoft weiß schon warum das Bild schnell wieder aus dem Netz genommen werden sollte; weil es eben nicht ganz vertretbar ist…vor allem jetzt wo sich auch noch der Fehlerteufel eingeschlichen hat.
    Man muss ja nicht gleich laut Rassismus schreien aber es darf doch wohl noch drüber nachgedacht und reflektiert werden.
    Es ist so vieles Gang und Gebe. Das mit „das ist so“ abzutun finde ich noch lächerlicher als den Fauxpas selbst. Tut mir leid wenn sich die Marketingstrategen da jetzt an’s Bein gepisst fühlen aber ich hab Marketing wohl einfach nicht verstanden…

  • Man darf allenfalls über die farblich nicht angepasste Hand schmunzeln.

    Dass bei solchen Grafiken einzelne Personen ausgetauscht oder komplett entfernt werden, ist doch nichts Neues.

    In Deutschland wären Fotos mit Asiaten auch ein wenig unglaubwürdig.

  • Also ich finde das Bild auch nicht so sehr verwerflich. Ich bin schon häufig in Polen gewesen und muss bestätigen, dass es in diesem Land kaum Dunkelhäutige gibt. Wie andere Kommentare auch schon geschrieben haben, werden solche Werbeplakate regelmäßig an die Länder angepasst und das ist nicht weiter untypisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Plakat in China oder Japan so gezeigt werden würde…. Es sieht wie oben beschrieben einfach zu amerikanisch aus.

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