Apple Maps könnte der endgültige Abschied von Google bedeuten

André Vatter

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maps_appleOh, Gott – was werden die Nachbarn sagen? Wie alle mitbekommen haben dürften, geht gerade die Vorzeige-Ehe des Silicon Valley in die Brüche: nie zuvor ist eine einstmals dermaßen innige Beziehung wie diejenige zwischen Apple und Google in so kurzer Zeit vergiftet worden. Die Gründe gehen über den Streit bezüglich der Voice App hinaus. Die beiden Unternehmen werfen ihre Netze immer häufiger in denselben Märkten aus: Apple greift mit dem iPhone im Mobilfunk an, Google hält mit Android dagegen. Bald könnte auch Chrome OS dem Mac OS bei den Desktops und Laptops in die Quere kommen, schon jetzt haben beide Unternehmen eigene Browser im Rennen. Und dann kündigt Google auch noch an, die Clip-Schleuder YouTube zur professionellen Online-Videothek umzubauen. Apple, stolz wie Oskar auf den iTunes-Filmverleih, steht zähneknirschend daneben.

Im August war wohl beiden Parteien klar, dass nach einer Trennung ein „Wir können ja auch Freunde bleiben“ nicht möglich war und Steve Jobs warf seinen Best-Buddy und Google-CEO Eric Schmidt aus dem Apple-Aufsichtsrat: „Weil Google sich mit Android und dem neuen Chrome OS immer mehr auf Apples Kerngeschäft zubewegt, wird Erics Effektivität als Aufsichtsratsmitglied leider bedeutend schrumpfen“, so Jobs. Schulterklopfen, Dankesworte – da ist die Tür!

Dass beide nun eigene Wege gehen, kann man sehr gut an Steve Jobs jüngsten Schritt erkennen. Wie Computerworld diese Nacht vermeldete, hat Apple bereits im Juli Vorsorge für einen endgültigen Rausschmiss von Google-Produkten getroffen und eilig einen eigenen Kartendienst akquiriert. Der Deal fiel nur auf, weil ein weiterer Online-Kartenanbieter plötzlich merkte, dass seine sonst genutzte Schnittstelle plötzlich offline war. Der Name des übernommenen Unternehmens lautet PlaceBase. Dessen Chef, Jaron Waldman, nennt sich nun nicht mehr PlaceBase-CEO, sondern arbeitet nach eigenen Angaben bei LinkedIn beim „Geo Team at Apple“.

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Laut dem Computerworld-Bericht handelt es sich bei PlaceBase um ein durchdachtes Produkt, das sehr wohl mit Google Maps mithalten könne: das Kartenmaterial ist vollständig, es gibt eine Zoom- und Ebenenfunktion. Externe Daten könnten einfach per API über auf die aktuelle Ansicht gelegt werden (mehr Hintergründe und hier eine Beispielanwendung).

Schauen wir mal, was Apple damit vor hat. Würdet ihr Google Maps auf dem iPhone und dem iPod Touch vermissen?

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.