Sonstiges

Im Rechnergehäuse beerdigt: Warum nicht?

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Es sollte das Natürlichste auf der Welt sein, auf eine Weise zu Grabe getragen zu werden, die das Leben des Verstorbenen am besten widerspiegelt. James Doohan alias Scotty wurde nach seinem Ableben ins All geschossen, bei der Beerdigung des Muppet-Erfinders Jim Henson gab Big Bird Bebo ein Abschiedsständchen und wenn ein Clown von uns geht, geben seine Freunde ihm eben das letzte Geleit. Dennoch mutet die Vorstellung, in einem Desktop-Rechner unter die Erde gebracht zu werden, zunächst einmal seltsam an.

Die Geschichte trug sich in Amerika zu (wo sonst?), nachdem ein absoluter PC-Geek namens Alan das Zeitliche gesegnet hatte. Seinem Bruder Mike fiel die Wahl des Begräbnisbehältnisses leicht, mit dem Alan seine Reise in die „große Himmelsdatenbank“ antreten würde. Eine nostalgieanregende SPARCstation aus den Achtzigern bot gerade genug Komfort: „Ja, er ist tatsächlich da drin“, sagte Mike später in einer Mail an Slashdot. „Die Blende des Floppy-Laufwerks habe ich drangelassen, allerdings mussten das eigentliche Laufwerk sowie die Festplatte und ein Großteil der Stromversorgungen aus Platzgründen entfernt werden.“ Das Motherboard sei allerdings im Gehäuse verblieben, betonte Mike.

Bei der Abschiedszeremonie stand es Familienmitgliedern und Freunden offen, dem Verstorbenen letzte Worte mitzugeben, indem sie Post-It-Zettel durch den Diskettenschlitz schoben. Übrigens: Die Kunststoffplakette, die an der SPARCstation angebracht wurde, trägt die Aufschrift: „Beam me up, Scotty. I’m done here.“ Dieser Spruch stamme direkt von Alan, so der Bruder, und sei das Letzte gewesen, das er sagte. „Natürlich haben wird als Kinder die Serie in der Erstausstrahlung gesehen“, so Mike.

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

11 Kommentare

  • Wirkt villeicht auf den ersten Blick absurd, jedoch finde ich man erkennt das hier jmd. versucht hat sich über den Verstorbenen Gedanken zu machen und es „persönlich“ zu gestalten. Was ich bei vielen alten Holz-Särgen und Zeremonien nicht sagen kann…

  • Genau das habe ich dem René bei Nerdcore auch als Thema empfohlen, da war er dann wohl eine halbe Stunde schneller als ihr 😉 Lustigerweise habe ich das Thema von einem Ahnenforschungsnewsletter den ich lese, man ist halt nirgends mehr vor Geek-Lifestyle sicher, hehe …

  • Die Sparc hab ich seit gut 10 Jahren nicht mehr gesehen. Ich erinnere mich an verdunkelte RZ-Räume in der Uni und Experimenten mit SunOS. In der Kiste möchte ich bitte nicht begraben werden. Dann lieber in den lodernden Flammen alter 5,25″ Disketten einäschern lassen.

  • Ist eine außergewöhnliche, aber darum auch besondere und inidividuelle Beerdigung. Find ich eine gute sache. Was ich nur nicht verstehe ist, wie hat er dort rein gepasst? Ist das so ein riesen Servergehäuse? Weil auf dem Bild siehts nach nem stink normalen Desktop Gehäuse aus? Auch wenn da nix mehr drinne ist, ist kein platz für einen menschlichen Körper Oo

    Und bei einer Einäscherung hätte man wohl kaum die Festplatte und alles ausbauen brauchen?

  • Das waren noch Zeiten stark ausgeprägter Kaffeesucht, als ich an den Dingern ausgebildet worden bin. Ich kann mir ein Leben ohne Rechner heute zwar auch nicht mehr vorstellen, aber ich glaube bei meinem Abgang gehe ich einen anderen Weg (bzw. lasse ihn gehen) und plädiere dafür mich in einem NES begraben zu lassen. Warum nicht mit dem Ende zurück zum Anfang gehen, zu dem was einem in der frühesten Kindheit am meisten Spaß gemacht hat ?

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