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'Was wollte ich machen…?' – Studie empfiehlt Pop-Up-Stop

e-mailen_mit_Ich hatte ja schon mal darüber geschrieben, wie viel Geld Angestellte ihre Arbeitgeber kosten, wenn sie während ihrer Arbeitszeit privat die Seiten sozialer Netzwerke ansteuern. Und wie viel von der Arbeitszeit dabei flöten geht. Eine aktuelle Studie der Cardiff University könnte so manch einem Chef nun zusätzliche Argumente liefern, um seine Angestellten vom Internet fernzuhalten.

Offenbar wirkt sich nämlich nicht nur das aktive Surfen negativ auf die Arbeitskraft aus, sondern auch schon das Lesen von kurzen Pop-Ups, die über eine Mail, eine Messenger-Nachricht oder einen Twitter-Post informieren. Die Konzentration einer Person werde dadurch so stark negativ beeinflusst beziehungsweise sogar zeitweise unterbrochen, dass sie deutlich länger als normalerweise zur Beendigung einer Aufgabe bräuchte. Und das selbst dann, wenn die „Störung“ nur wenige Sekunden dauert. „Wir müssen dann herausfinden, wo wir gerade waren und was wir als nächstes machen wollten, bevor wir mit der Arbeit im ursprünglichen Tempo fortfahren können“, so Helen Hodgetts von der Cardiff University.

Aufgrund der gewonnen Erkenntnisse aus der „Now Where Was I Again?“-Studie empfiehlt Hodgett daher, alle Störquellen abzuschalten, damit sich der Angestellte richtig und ausschließlich auf seine Aufgaben konzentrieren kann. Das bedeutet im Klartext, Mails nur noch zu festgelegten Zeiten zu bearbeiten und auf sämtliche Benachrichtigungs-Dienste zu verzichten. Das bedeutet aber auch, dass die Mär vom effizienten Multitasking endgültig der Vergangenheit angehört.

Es sollte sich aber jeder Chef gut überlegen, ob er so ohne Weiteres dieser Empfehlung folgen und seinen Mitarbeitern alle Verbindungen zum Netz kappen möchte. Ich frage mich nämlich gerade, wie produktiv ich morgen wohl wäre, wenn ich plötzlich auf Outlook, ICQ, und Twhirl verzichten müsste…

(Marek Hoffmann /Bild: Pixelio – Fotograf: Rainer Sturm)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Na das ist doch nichts neues. Das ganze gilt aber genauso für das Telefon, Kollegen die eben was wissen wollen, oder auch die gute alte Mail. Da wäre es auch Sinnvoller das nur zu bestimmten Zeiten zu bearbeiten. Also Morgends, nach der Mittagspause und evtl. noch mal Abends. Aber wenn eine Mail nicht innerhalb von ner Stunde beantwortet ist, kommt doch gleich das Telefonat hinterher.

  • @ Anonymous: Neu ist es insofern, als es erstens nun zum ersten Mal durch eine Studie nachgewisen wurde, und es zweitens um „optische Störungen“ geht.

    @ Christoph: 😀

  • was mir aber fehlt:
    die mitarbeiter lernen mit diesen medien umzugehen, sich zu vernetzen, zu kommunzieren, zusammenzuarbeiten. sie bauen know-how auf.

    enterprise 2.0 nennen viele das. weniger reisekosten durch vid-chats, ums statt e-mails.

  • @ satyasingh: Ich gebe dir Recht. Trotzdem legt die Studie nahe, dass all dies ein Zeiträuber und Geldvernichter ist – zumindest aus Arbeitgebersicht.

  • Ich habe den letzten Satz des Berichtes mit Freude gelesen.
    Zum Einen ist es sicher klar, dass der Arbeitnehmer die maximale Effizienz aus seinen Mitarbeitern herausholen möchte. Also wird alles was „für die Arbeit unproduktiv“ ist am besten verboten.
    Ich höre aber eigentlich von so vielen Leuten, dass die Arbeit „keinen Spaß“ mehr macht weil einfach alles nur mehr auf maximale Effizienz ausgelegt wird. Und ich meine „Spaß“ in dem Sinne, dass die Arbeit ein lebenswerter Teil meiner Zeit ist.
    Und dazu gehört nach meiner Meinung nach auch die Chance eben selbst wenigstens minimal zu bestimmen ob „Ablenkungen“ privater Natur auch erlaubt sind.
    Was hilft es, die Arbeitszeit maximal ausgenutzt zu haben, wenn der Mitarbeiter dann unzufrieden wird? Dann schaut er halt „blöd vor sich hin“ was auch nicht produktiv ist und weder dem Arbeitgeber noch dem Mitarbeiter wirklich gefällt.

    Wenn ich die Studie aber betrachte dann geht es ja vorrangig nicht nur um „private“ Ablenkungen sondern um die Konzentrationunterbrechungen allgemein. Und da ist der Tip – mails nur zu bestimmten Zeiten zu bearbeiten wirklich sinnvoll.
    Allerdings hilft das all jenen nicht die ein Telefon in der Nähe haben – das unterbricht die Konzentration genauso – und ob die Arbeitgeber es gerne sehen würden wenn jemand sagt „ich darf nur zu vorher festgelegten Zeiten angerufen werden – sonst kann ich nicht konzentriert und produktiv für sie arbeiten“ wage ich zu bezweifeln.

  • Auch wenn es schwer fällt, als Arbeitnehmer sollte man vermeiden während der Arbeitszeit social communities aufzusuchen, da man dadurch auch sein Privatleben preisgibt, was gerade in Zeiten der Spionage und Datenskandale vermieden werden sollte!

  • …das hier mehrfach zitierte Telefon als Störenfried möchte ich mal von der anderen Seite beleuchten: Oftmals ist ein kurzes Telefonat weit effektiver als zahlreiche Mails, die zudem Missverständnisse produzieren, die dann mit einer weiteren Mailflut wieder ausgebügelt werden müssen. Vielleicht sind Technologien wie GoogleWave da ein interessanter Ansatz, Vorteile aus beiden Verfahren zu verbinden.
    Ansonsten: Time Management (z.B. Zeitblöcke für Mails etc.), Benachrichtigungen so weit wie möglich abstellen usw. sind heute ein wesentlicher Faktor, dem man – egal ob Arbeitgeber oder -nehmer – ausreichend Beachtung schenken sollte.
    Jegliche private Kommunikation zu unterbinden killt auch jegliche Motivation. Andererseits gibt es Auswüchse, denen der AG sehr wohl entgegensteuern muss.
    Neue Technologien = neue Möglichkeiten = neue Herausforderungen

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