Sonstiges

Stinkbotschaften: Ein Franzose zeigt, wie sich aus Mist Geld machen lässt

kuhfladenIch habe keine Ahnung, wie viele von euch schon das Frühstück intus haben, deshalb entschuldige ich mich schon einmal pro forma. Jedenfalls steckte mir diese News gerade die französische Nachrichtenagentur AFP, die zwischen den Feiertagen eine ganz besondere Spürnase für feine Unterhaltung zeigt.

Die Geschichte dreht sich um den Start-Upper Olivier Legrand, der Creative Director einer Werbeagentur in Besançon ist – ein Städtchen, ziemlich weit im Osten Frankreichs. Er hatte die Idee, aus Scheiße Geld zu machen und gründete deshalb fumier.com (zu Deutsch: misthaufen.com), ein Online-Shop, in dem sich abgepackter Kuh-Dung für 8,50 Euro kaufen lässt. Kunden geben zuvor die Adresse ein, an die das Paket gehen soll. Das kann jeder sein: „Ihr Chef, Ihre Schwiegermutter, ein Nachbar, ein Feind – wer weiß?“ heißt es auf der Website. Legrands Partner ist ein Bauer aus der Umgebung von Besançon, sein Name lautet Roger Combotte, doch er selbst nennt sich nur „Der König des Misthaufens“. Er ist begeisterter YouTuber und hat auch einige süße O-Töne zum Projekt beigesteuert, die ich hier in der ebenso putzigen Unbeholfenheit von Google Translate einfach mal stehen lassen möchte:

Sie müssen sich austoben? Rache zu bekommen? (aber bitte mit Humor)! […] Ja, es riecht nicht sehr gut, aber es ist 100% natürlich! Und es ist zu lachen! Der Empfänger wird zwangsläufig durch Ihre freundliche Geste Bio überraschen!

Verschickt wird die Gülle in kleinen Holzkästchen. Alle Kundenwünsche werden dabei allerdings nicht akzeptiert. So werden anonyme Sendungen und Bestellungen mit böswilligen Hintergründen abgelehnt („aber bitte mit Humor!“). Laut AFP sollen sich auch schon Lokalpolitiker die Finger verbrannt haben, als sie ihren politischen Gegnern eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen wollten.

Der Mist-Lieferdienst ist erst seit einigen Wochen am Start, doch schon jetzt kann sich Legrand über regen Zuspruch freuen. Im Schnitt besuchen rund 5.000 Leute seine Websites am Tag. Insgesamt wurden bis heute 180 Päckchen Gülle bestellt. Doch bevor ihr euch jetzt am Kinn kratzt und über mögliche Empfänger nachdenkt: fumier.com beliefert nur französische Haushalte. Da müsst ihr euch also schon selbst was einfallen lassen…

(André Vatter / Foto: Pixelio – Fotograf: Hamfel)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

13 Kommentare

  • Ergänzung: In Deutschland besteht die Möglichkeit, künstlichen Dung zu versenden: http://shitbag.de. Anonym und gerne mit einem netten Kommentar versehen. Der Shitbag sieht nicht nur echt aus, es riecht dank nichtgesundheitsschädlicher Aromastoffe auch so.

  • Nur ein kleiner Hinweis: Du hast geschrieben: schöne Mutter. Das ist falsch übersetzt. Belle Mère heißt nämlich Schwiegermutter. Aber sonst ist die Idee ganz cool

  • Servus Leute,

    daran sieht man mal wieder, daß die Franzosen uns die Nase leider voraus haben. Es wäre in Deutschland gar nicht möglich echte Kacke zu verschicken, da man sich dann ja gleich der Körperverletzung schuldig machen würde. Also haben wir uns eben die Nummer mit der täuschend echten Kacke ausgedacht. In Frankreich ist zumindest die Presse auch humorvoll genug darüber zu berichten, während es in Deutschland, Shitbag gegenüber, ein regelrechtes Medienboykott gibt. Das ist natürlich schade, denn jedem sollte selbst überlassen werden, ob er das Prinzip mag oder nicht – und nicht durch eine Mediensperre versuchen Dinge gleich noch „im Keim zu ersticken“. Aber genau dafür gibt es ja Blogs, deswegen hier an dieser Stelle ein dickes Danke von Dave und mir (die Shitbag-Macher). Ob sich der gute Franzose die Idee bei uns abgekupfert hat, lässt sich schwer sagen – möglich ist es allemal. Frohes Neues Euch allen, und viel Spass beim „Scheisse verschicken“ in ganz Deutschland, auch gänzlich anonym unter http://www.shitbag.de/ .

  • Eigentlich sollte der Titel geändert werden:

    Stinkbotschaften: Robert Basic zeigt, wie sich aus Mist Geld machen lässt

Kommentieren