Der AOL-Kahlschlag: Alle Büros werden in Deutschland dicht gemacht

André Vatter

aol-banner

Und wieder verabschiedet sich eine Netzlegende… AOL – frisch an der Börse gehandelt und mehr als schwer angeschlagen – verfolgt den radikalen Sparkurs weiter: Wie uns das Unternehmen gerade offiziell bestätigt hat, plant der Online-Riese die Schließung sämtlicher Büros in Spanien, Schweden und Deutschland; hierzulande werden 140 Jobs in Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt wegfallen. Der wohl profitable Werbeableger AdTech soll hingegen nicht angefasst werden. „AOL verabschiedet sich nach 15 Jahren als Top-5 AGOF-Player aus dem deutschen Online Markt“, fasst ein Sprecher den Entschluss zusammen. Darüber hinaus stehen weitere Filialen in den insgesamt elf europäischen Staaten, in denen AOL vertreten ist, auf der Kippe. Die Gespräche mit den jeweiligen Betriebsräten würden zur Stunde aufgenommen, heißt es weiter.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit dem selbstauferlegten Sparzwang: alle Bereiche, die „nicht mehr zur Kernstrategie gehören“ würden damit zur Disposition gestellt. AOL hatte Mitte November im Rahmen der Umstrukturierung angekündigt, weltweit jede dritte Stelle streichen zu wollen: insgesamt rund 2.500 Arbeitsplätze. Es gibt ein Freiwilligenprogramm für den Ausstieg, für das sich bereits 1.100 Mitarbeiter gemeldet hätten. Sollte die angepeilte Zahl von Entlassungen jedoch nicht erreicht werden, würden „unfreiwillige Kündigungen auf das Freiwilligen-Programm folgen“.

Die Flut an Kündigungsschreiben ist aber nur ein Teil der neuen Strategie. AOL-Chef Tim Armstrong hat bereits im Herbst für radikales Streamlinen in den Redaktionen gesorgt. Die Journalisten bekommen ihre Themen nun nach Buzz-Maßstäben vorgegeben – und werden entsprechend bezahlt. Zudem wurde kurz vor Weihnachten bekannt, dass sich AOL von seinem Instant-Messaging-Dienst ICQ trennen wolle. Sollte ein Käufer für das Chat-Urgestein gefunden werden, würde das AOL Einnahmen in Höhe zwischen 200 und 300 Millionen Dollar einbringen.

Jetzt sichern: 100+ KI-Codes

Lass dich mit unserem Tech-Briefing UPDATE bei KI und den Tech-News von morgen nicht abhängen – kostenlos täglich in der Inbox von über 13.000 Lesern.

100+ virale KI-Codes PDF

Gratis zur Anmeldung:
PDF · 100+ virale KI-Codes

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

Alles in allem sind das alles andere als gute Nachrichten, die uns da erreichen. Hoffentlich ist Armstrong bewusst, dass Qualität auch einen Preis hat und AOL durch das konsequente Wegrationalisieren langsam ausblutet – oder noch schlimmer: in die Bedeutungslosigkeit abgleitet.

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,38 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

(André Vatter)

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
Head of Social Media (m/w/d)
Instaffo GmbH in Mülheim-Kärlich
Paid Social Manager (m/w/d)
Instaffo GmbH in München
Video Content Creator Social Ads
Instaffo GmbH in Dresden
Digital Marketing Manager (m/w/d) – Website, ...
Mpire GmbH in Backnang bei Stuttgart
(Senior) Social Media Manager:in (m/w/d)
Potluck GmbH in Hamburg
Performance Marketing & Social Media Mana...
Landhaus Walter in Hamburg
Senior CRM (HubSpot) & Marketing Automati...
Quantum-Systems GmbH in Gilching, Bayern, Germany
Senior Berater Datenschutz / Jurist (m/w/d)
DSN GROUP in Stuttgart, Würzburg
Teile diesen Artikel
Folgen
André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.