Sonstiges

Neue Einnahmequelle: Vodafone bastelt am mobilen Personalausweis

Das zukunftsweisende ID-Kärtchen der Deutschen lässt noch auf sich warten. Erst im November soll der neue Personalausweis an die Bürger ausgeteilt werden, doch ob es bei dem Termin wirklich bleiben kann ist zu bezweifeln. „Zu unsicher„, sagen die Datenschützer – „Zu teuer!„, sagen Stimmen in den politischen Reihen.

Mitten in dieses Chaos hinein platzte nun die Meldung, dass auch private Anbieter in das lukrative Geschäft mit der Personen-Identifikation einsteigen wollen. Laut einem aktuellen Bericht der „Financial Times Deutschland“ ist Vodafone-Deutschlandchef Friedrich Joussen jedenfalls schon ganz wild darauf: „In Afrika erledigen die Menschen bereits mobil ihre Bankgeschäfte“, wird er zitiert. Das ist korrekt und auch ein interessantes Beispiel, das seine Existenz allerdings dem schwach ausgeprägten Filialnetz in den afrikanischen Staaten schuldet. Hierzulande soll nun das Handy den Komfort beim mobilen Online-Shopping deutlich erhöhen. Joussen plant einen digitalen Personalausweis, der auf der SIM-Karte verankert ist. Die Technik sei weit genug fortgeschritten, ein Marktstart wäre längst überfällig: „Wir müssen das Problem des fehlenden Vertrauens im Internet lösen, um dem Internet als Geschäftsplattform zu einem echten Durchbruch zu verhelfen.“

Doch ein Telco wie Vodafone will nicht plötzlich Waren über das Netz anbieten: der Mobilfunker will lediglich Provision bei Transaktionen kassieren. Die FTD spricht das schon vor Jahren gelüftete Geheimnis an, dass sich für die TK-Anbieter mittlerweile kaum andere Geldquellen erschließen lassen. Die Preise für DSL sind im Keller, Handy-Sprachdienste sind billig wie nie und auch der boomende Sektor der Datendienste wirft (auch aufgrund hoher Investitionskosten) zusehends weniger Geld ab. Joussen drückt auf die Tube und fordert sowohl die Regierung als auch die Wettbewerber und Chipkartenhersteller zum Mitmachen auf: „Jeder muss etwas auf den Tisch legen.“ Bis es allerdings soweit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen…

(André Vatter)

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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

8 Kommentare

  • Ich finde dein Einfallsreichtum immer sehr interessant. Aber bitte wozu den PA auf die SIM Karte? Das ist unnötige Steuergeldverschwendung. Wenn ich per Handy einkaufen will, dann geht das auch so. Apps ermöglichen fast alles. Online Banking, Amazon etc. Letztendlich habe ich sogar irgendwo gelesen dass man per Bluetooth Fahrkarten kaufen kann. Also für mich ist das eine sinnlose Idee. Man sollte gleich eine Stufe höher springen und den Fingerabdruck als Zahlungsmittel einführen

  • Es liegt nicht am schwachen Filialnetz. In vielen afrikanischen Staaten haben die Menschen schlichtweg kein Konto. Das wiederum liegt an hohen Gebühren für eines und – zugegeben teilweise – vllt auch am schwachen Filialnetz. Dort wurde bisher Lohn etc. bar ausgezahlt und viele Menschen wurden auf dem Weg zum Markt überfallen. Ein Prepaidhandy haben dort jedoch viele Leute. Sie erhalten jetzt ihr Geld aufs Handy und können überall damit bezahlen. In Deutschland ist das hingegen Blödsinn und schon einmal richtig gefloppt. Hier hat ja nahezu jeder ein Konto und viele auch noch eine Kreditkarte. Von daher halte ich auch von dieser Idee nichts.

  • @Benne:
    Und ein Konto ist soweit ich weiß Pflicht für den Arbeigeber. Schwarzgeld-Empfänger können mich gern korrigieren 🙂
    Also von daher aus meiner Sicht kein sinnvoller Gedanke oder täusche ich mich da?

  • Ich habe ja schon ein Problem mit Kreditkarten das ich das nicht so mag weil mir zu unsicher und da soll ich auch noch mit Handy bezahlen :(, nene

  • ne, das wär schon cool aber ich denke das geht schon.
    Der 2d-barcode bei der Bahn wäre genau das.

    Dazu brauchts nur noch ne Kamera und gut.

    Täglich oder stündlich neu generiert. Fertig, einfach und sicher

  • „Vodafone bastelt am mobilen Personalausweis“?

    Komisch. Ich hab schon seit fast 30 Jahren einen mobilen Personalausweis … muss wohl ein Prototyp gewesen sein …

  • @Zippo „fast 30 Jahren einen mobilen Personalausweis“ keine Ahnung was du da hast mit sicherheit nur weil du ihn mit dir rumtragen kannst ist es kein mobiler Personalausweis

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