Pfui, Flash: Google, gib uns freie Video-Formate!

André Vatter

Vielleicht ist dieser Aufruf bereits jetzt schon gänzlich überflüssig – warum sonst hat Google rund 134 Millionen Dollar in das Videounternehmen On2 gepumpt? Vielleicht aber auch nicht. „Obwohl wir nicht über spezifische Produktpläne sprechen können, ehe der Deal besiegelt ist, lässt sich sagen, dass wir die Verbesserung der Videoqualität im Netz anstreben“, hatte Google die Übernahme selbst kommentiert. „Und wir glauben, dass sowohl das Team als auch die Technologie von On2 uns dabei helfen werden, dieses Ziel zu erreichen.“

„Aha!“, dachten sich daraufhin einige Netzaktivisten und witterten Morgenluft. „Das ist der perfekte Zeitpunkt, um Flash endgültig abzuschießen.“ Dieses Gedankenspiel leistet sich derzeit zumindest die Free Software Foundation (FSF), die Google in einem offenen Brief die Pistole auf die Brust setzt. Durch den On2-Kauf halte Google nun Rechte an einem Haufen erstklassiger Videocodecs (von VP3 bis VP8) und es wäre töricht, diese nicht auch einzusetzen – und vor allem: diese für jeden Hardware- und Software-Anbieter frei verfügbar zu machen. Die Plattform, die diesen weltweiten Befreiungsschlag in kürzester Zeit möglich machen könnte, sei Googles Cip-Plattform. „Ihr (Google) besitzt den Hebel, um ein solches freies Format zum globalen Standard zu machen. YouTube ist die größte Videoseite der Welt, fast jedes digitale Video, was gemacht wird, taucht dort auf“, erklärt die FSF.

Seit seinem Start vor fünf Jahren setzt YouTube auf das proprietäre Adobe Flash: erst in jüngster Zeit experimentiert Google mit HTML5-Lösungen, die jedoch noch alle auf dem Videokomprimierer H.264 basieren. Ein ebenfalls proprietärer Ansatz.

Smarter als dein Feed

Lass dich mit unserem Tech-Briefing UPDATE bei KI und den Tech-News von morgen nicht abhängen – kostenlos täglich in der Inbox von über 13.000 Lesern.

Mehrere PDFs Mockup

Gratis zur Anmeldung:
Zugriff auf alle PDF-Guides

Mit deiner Anmeldung akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.

„Die Möglichkeit, ein freies Format auf YouTube anzubieten, ist nur ein kleiner Schritt. Die Party wird erst richtig losgehen, wenn ihr damit anfangt, die Browser-Entwickler zu ermutigen, freie Formate zu unterstützen“, heißt es in dem Brief weiter. Als Beispiel wird Apple genannt. Die Firma aus Cupertino habe gezeigt, dass es möglich ist, auf Flash gänzlich zu verzichten: „Das hat Web-Programmierer dazu gebracht, Flash-freie Websites als Alternative ins Netz zu stellen.“ Nutzer sollten heutzutage lieber ihren Browser updaten, anstatt irgendwelche Plugins auf den neuesten Stand zu bringen. „Würde so auf YouTube vorgegangen werden, würde der Browser-Support für freie Formate blitzschnell auf 50 Prozent und mehr steigen.“

Zum Ende des Schreiben hin wird der Ton der FSF allerdings immer rauer: „Ihr schuldet es der Öffentlichkeit ebenso wie dem Medium, das euch so erfolgreich gemacht hat, dieses Problem ein für alle mal und für alle zu lösen.“ Nun sei es an Google, den nächsten Zug zu machen. „Solltet ihr nicht so handeln, wissen wir, dass euer Interesse nicht der Freiheit im Netz gilt – sondern Googles Dominanz.“

Hui. Harter Tobak, der da von der Gruppe kommt. Dennoch kann ich nicht umhin, mit dem Kopf zu nicken und zu sagen: „Bravo Jungs, Recht habt ihr.“ Vielleicht auch ein wenig dazu zu applaudieren. Ob sich Google sich jedoch zu einem offenen Brief äußern wird? Wir halten mal weiter die Augen auf…

Unser Zins-Tipp

Eröffne jetzt dein kostenloses Myntro Festgeld und erhalte 3,38 Prozent Zinsen auf dein Geld – und das garantiert für 12 Monate!


Jetzt Zinsen sichern

Anzeige

(André Vatter)

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

STELLENANZEIGEN
Social-Media- und Community-Manager Health (m...
MedicalContact AG in Essen
Praktikant*in E-Commerce / Online Marketing (...
Chantelle Lingerie GmbH in Düsseldorf
Online Marketing Manager*in (m/w/d)
diind GmbH in Hamburg
Werkstudent (m/w/d) E-Commerce und Onlinemark...
Protina Pharmazeutische GmbH in Ismaning
Werkstudent (m/w/d) Content Writer/ Content T...
pso vertriebsprogramme GmbH in Köln
(Senior) Paid Social Marketing Manager (m/w/d)
Instaffo GmbH in München
Referent (m/w/d) Social Media und Onlinekommu...
Würth Deutschland in Kuenzelsau
Social Media Marketing Praktikant:in
7NXT GmbH in Berlin
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Folgen
André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.