Apple macht sich wieder unbeliebt – durch Verbot von Schutzfolien

Marek Hoffmann

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Es klingt wie ein verfrühter Aprilscherz. Das auf Berichterstattung über die Apple-Produkte iPod, iPhone und iPad spezialisierte Online-Magazin iLounge schreibt aktuell, dass das Unternehmen aus Cupertino Schutzfolien für die Displays der oben genannten Gadgets aus seinen Retail- und Online-Stores verbannt. Hierbei handelt es sich laut Redakteur Charles Starrett keinesfalls um ein Gerücht, da ihm auf Nachfrage mehrere Unternehmen das im Mai in Kraft tretende Verbot bestätigen konnten. Namentlich wurde der Hersteller XGear genannt, der den Mirage Mirror Screen Protector anbietet.

Ich habe daraufhin hier direkt mal in die Tasten gehauen und sowohl einen freien Händler angerufen, der Apple-Produkte verkauft, als auch im Apples Online-Store. Beide Male gab es die gleiche Antwort: Man weiß von nichts und verkauft die Dinger zunächst einmal fleißig weiter. Genaueres wissen auch die betroffenen Unternehmen in den USA nicht. Wie immer in solchen Fällen, schweigt sich Apple zu seiner Geschäftspolitik aus und eine Anfrage des Journalisten blieb bis dato ebenfalls unbeantwortet.

Es darf also munter drauflos spekuliert werden. Die am häufigsten vermutete Erklärung lautet, dass sich Apple um den Ruf seiner Produkte beziehungsweise deren Zuverlässigkeit Sorgen macht. Folien, die das Display der Cupertino-Gadgets schützen sollen, erwecken bei potenziellen Käufern unter Umständen den Eindruck, als würden sie schnell verkratzen. Sollte dies tatsächlich der Grund sein, wäre es jetzt schon der Brüller des Jahres. Zum einen würde dies bedeuten, dass künftig alle Autohersteller die Stoßstangen an ihren Fahrzeugen abmontieren. Und wenn sie schon dabei sind, auch gleich noch die Sicherheitsgurte. Denn sonst könnte der potenzielle Kunde auf die Idee kommen, das Fahrzeug ginge ohne Schutz leichter kaputt, sei nicht sicher oder er sei im selbigen nicht sicher. Der Vergleich hinkt, weil nicht andere Unternehmen das Auto mit den Schutzmechanismen ausstatten, sondern der Hersteller selbst?

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Okay, in diesem Fall hätte Apple für die Schutzfolien sorgen sollen. Dann würde sich das Unternehmen aber im Widerspruch zu sich selbst befinden, weil es die Displays ja für ausreichend robust hält. Ich bin iPhone-Besitzer und kann aus Erfahrung sagen, dass das Display einiges abhaben kann. Trotzdem ist es verkratzt. Das hätte vermutlich auch keine Folie verhindert, aber darum geht es nicht. Worum es geht, ist, dass sich User die Folien kaufen werden, wenn sie sie haben wollen. Ob nun im Apple Store oder woanders. Und es geht darum, dass die Kunden nach solchen Folien verlangen, sonst gäbe es sie nicht. Insofern ist es völlig egal, was Apple über die Qualität seiner Geräte denkt. Zumal viele diese Folien nicht kaufen, weil sie das Display für zu empfindlich halten, sondern weil sie es einfach noch besser schützen möchten. Und dann gibt es ja noch Folien, die ohnehin einen anderen Zweck haben: zum Beispiel Entspiegelung oder Schmutzschutz.

Wo auch immer der Grund liegen mag, weshalb Apple das Verbot verhängt hat – ihn mit den Geschäftspartnern offen zu kommunizieren, wäre das mindeste gewesen. Dafür gibt es von mir auf jeden Fall einen gesenkten Daumen. Ob der zweite auch runter geht, wird sich zeigen, wenn der Grund publik wird…  

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.