Dank Quantentechnik: Handy-Fotos sollen bis zu viermal bessere Qualität erhalten

Marek Hoffmann

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Die in Feature- oder Smartphones verbauten Kameras können einem Vergleich mit Digitalkameras in der Regel nur in Ausnahmefällen standhalten. Sowohl in Bezug auf die maximale Auflösung der Bilder als auch die Funktionsvielfalt haben sie meist nur gegen sehr günstige Modelle eine Chance. Dieser Umstand dürfte aber den meisten Handy-Besitzern bewusst sein und kaum einer wird von seinem Gadget mehr verlangen, als damit gute Schnappschüsse schießen zu können. Doch leider lässt auch bei denen die Qualität häufig zu wünschen übrig. Wenn es nach dem Willen von Jess Lee geht, soll dieses Manko der Mobiles aber spätestens in zwei Jahren behoben sein.

Dann nämlich dürfte die „Quantenpunkt„-Technologie, an der sein kalifornisches Start-Up InVisage bereits seit dem Jahr 2006 still und heimlich forscht, Marktreife erreichen und die Qualität der Onboard-Kamers um bis zu ein Vierfaches erhöhen. Und so soll das in Grundzügen funktionieren (ich lass das ganze Fachchinesisch mit CCDs und CMOS weg, Cracks sind aber herzlich eingeladen, die Funktionsweise anhand dieser Termini eingehender zu beschreiben): Herkömmliche Kamera-Chips basieren auf Silizium. Mittels dieses chemischen Elements wird das für die Fotoaufnahmen benötigte Licht eingefangen. Da die Sensoren aber meist nur ein Viertel des einfallenden Lichts verarbeiten können, ihre Lichtempfindlichkeit also nicht sehr hoch ist, ist die Qualität von in Innenräumen oder bei künstlicher Beleuchtung aufgenommenen Fotos dementsprechend schlecht. Dann benötigen sie zu viel Zeit, um ausreichend Licht zu sammeln, was unter anderem in unscharfen Bildern resultiert.

Lee hat nun eine Möglichkeit gefunden, die Lichtempfindlichkeit der Sensoren um ein Vielfaches zu steigern. Hierzu wird den Chips einen Schicht aus Nanopartikeln hinzugefügt – der sogenannte „Quantum film“, die bis zu 95 Prozent des einfallenden Lichts absorbieren können. Hierdurch können mehr Bild-Informationen verarbeitet werden, was zu einem geringeren Bildrauschen und somit zu einer höheren Qualität der Fotos führt.

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Sollte dies tatsächlich möglich sein, und erfolgreich im Untersuchungslabor durchgeführte Tests lassen für Lee keinen Zweifel daran, dann dürften sich sowohl die Hersteller als auch die Kunden freuen. Die Handy-Kameras mit der Nano-Technologie zu pimpen würde nämlich nur wenig teurer sein, als ihre bisherige Herstellung. Und aus 1, 2 oder 3-Megapixel-Kameras könnten locker 5-Megapixel werden. Minimum. „Die Frage ist, werden es 12 Megapixel oder möglicherweise mehr werden“, so Lee.

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.