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Sehr praktisch: Google Maps zeigt jetzt auch Hotelzimmerpreise

Ich wollte diesen Artikel eigentlich mit den Worten beginnen, dass ich diese Idee auch schon hatte. Da mir das aber sowieso niemand abnehmen würde, lass ich es bleiben. Jedenfalls hat Google am gestrigen Montag ein neues Feature für seinen Dienst Maps gelauncht, das vor allem Globetrottern sehr entgegenkommen wird (und vermutlich auch in erster Linie für sie entwickelt wurde): Wer künftig in einer Stadt nach Hotels sucht, bekommt nicht nur die passenden Treffer präsentiert, sondern zusätzlich direkt auch deren Zimmerpreise. Das spart dem Reisewilligen oder bereits Reisenden in doppelter Hinsicht Zeit, da er die Preise nun erstens nicht mehr selbst herausfinden muss und zweitens schneller und leichter vergleichen kann. Vorausgesetzt natürlich, die Preise sind für das gewünschte Hotel auch verfügbar.

Da wären wir aber auch schon bei den Einschränkungen, die es leider (noch) gibt: Die Zimmerpreise werden nämlich offenbar nicht vom Hotel selbst angegeben, sondern von Reiseportalen wie beispielsweise Expedia (siehe Screenshot). Ist also ein Gasthaus nicht im Portfolio eines Anbieters, gibt’s auch keine Preise. Ich weiß zwar nicht genau, nach welchen Kriterien die Herbergen in die Liste der Online-Reiseplaner aufgenommen werden. Sollte sich das Maps-Feature aber durchsetzen und im Hotelgewerbe rumgesprochen haben, dürften alle Hotels früher oder später auf eine Berücksichtigung drängen. Nachteile für den Reisenden kann ich mir daher in dieser Hinsicht nur in der Frühphase des Features vorstellen.

Eine weitere Einschränkung – die aber keinen von euch so recht überraschen dürfte – ist die, dass noch nicht jeder User auf dieses Feature zugreifen kann. Ich leider auch nicht, so dass ich den Dienst  leider nicht für euch testen und auch keine eigenen Screenshots machen konnte. Nachfolgend gibt es daher dieses Mal ausnahmsweise einen vom Google-Blog (größere Ansicht):

Wie ihr erkennen könnt, werden im Suchfeld zunächst der Suchbegriff „Hotels“ nebst Stadt eingegeben. Anschließend muss das Eincheck-Datum und die Zahl der Übernachtungen angegeben werden und dann gibt’s auch schon die Preise. Mit Klick auf das kleine Dreieck rechts vom Preis werden dann in einem separaten Fenster die Anbieter genannt, die euch für die angegebene Summe dort pennen lassen. Mit einem weiteren Klick auf einen von ihnen, landet ihr auf der entsprechenden Homepage, wo ihr dann die Reservierung vornehmen könnt. Alles sehr easy. Noch eine kurze, private Anmerkung: In dem zuerst genannten Hotel bin ich auch schon abgestiegen. Hat eine super Lage und einen kaum zu schlagenden Preis. Die Zimmer sind dafür aber unterirdisch. Die Dusche wollte ich fast nur mit Schuhen betreten und der Lärm der Klimaanlage hat mich nur deswegen nicht in den Wahsinn getrieben, weil ich vom Rumlaufen in der Stadt abends immer todmüde ins Bett gesunken bin. Das aber nur so als Randinfo.

Was noch zu sagen wäre, ist, dass das neue Feature laut Google-Blog kein Einfluss auf das Ranking der Hotels in Maps haben wird. Hier wird weiterhin nach Relevanz zu den Suchbegriffen und Entfernung sortiert – aber nicht nach Preis. Das lässt sich ja auch auf dem Screenshot erkennen und erklärt auch, warum die günstigsten Hotels nicht ganz oben gelistet werden. Bleibt nun also zu wünschen, dass das Feature bei den Test-Usern gut ankommt, ihr Feedback Google dazu bewegt, es permanent in Maps einzubinden und wird dann bald alle davon profitieren können.

(Marek Hoffmann)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

13 Kommentare

  • Kann man dann jetzt Hotels auch verklagen, wenn der bei Google angezeigte Zimmerpreis nicht dem realen entspricht?… Das Thema hatten wir ja erst kürzlich.

  • Das Feature ist sicher eine gute Orientierungshilfe, dennoch sollte man bedenken, dass auf diversen booking-engines und bei Reiseveranstalter die gleiche Leistung zu günstigeren Preisen bekommt, als direkt im Hotel.

  • @Monika: Ich weiß nicht, ob ich dich richtig verstehe, denn die Preise bei Google sind ja dgerade nicht die Preise der Hotels (siehe Beispiel Expedia).

  • Eine Integration von Trivago wäre wohl ein einfachsten – die vergleichen alle und das so ziemlich am besten von alle Hotel-Preis-Vergleichanbietern

  • Na hoffentlich setzt sích das durch! Und hoffentlich übt das etwas Druck auf Hotelzimmerpreise aus. Immerhin müssen die deutschen Hotels ja nur noch 7% statt 19% Mehrwertsteuer abführen, haben ihre Übernachtungspreise jedoch nicht wirklich gesenkt (zumindest die, die ich hin und wieder ansteuer)! Was ich jetzt auf dem Screenshot vermisse ist der Preis für EZ und DZ.

  • da stellt sich mir eine Frage, die ihr ja mal aufgreifen könntet.
    Wenn nun die Hotels dank Google im direkten Wettbewerb stehen dank vergleichbarer Preis auf der Karte… macht das nicht irgendwann Expedia.de überflüssig? Also ist es für ein Hotel nicht ratsam seinen „super“ Preis nicht direkt über Google Maps rauszuschleudern ohne Expedias Hilfe?

  • @Carsten: Wäre theoretisch denkbar. Für Google dürfte eine Plattform wie Expedia aber als Werbepartner um einiges interessanter sein, als ein Hotel. Insofern denke ich nicht, dass Google die Preise direkt von den Hotels akzeptieren würde – zumindest nicht im obigen Feature.

  • Grundsätzlich finde ich die Idee (wie die meisten von Google) wirklich klasse. Ob es allerdings wirklich für Hotelgäste gut ist, muss sich erst einmal zeigen. Für Kunden wäre es sehr zum Nachteil, wenn Google sich da an Expedia und Co richtet.

    Viele Hotelvermittler kaufen Zimmer-Kontingente einzelner Hotelgruppen und können dadurch weitaus bessere Preise anbieten als die „Großen“. Wenn die aber nicht in den Maps abgebildet werden, ist dieses Features nicht für den Hotelkunden sondern ausschließlich für die großen Vermittler.

    Natürlich steht das Geld verdienen auch hier für Google im Vordergrund. Nur hat Google bisher auch immer darauf geachtet, dass die angezeigten Ergebnisse für den Suchenden einen Vorteil bringen (Dafür wurde ja z.B. auch der Qualitätsfaktor bei AdWords eingeführt). Wenn es nun tatsächlich um (teuer) bezahlte Platzierungen einzelner Großanbieter werden, würde Google damit seine eigenen Qualitätsansprüche herabsetzen.

    Ich bin gespannt, wie sich dieses Feature entwickeln wird ….

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