Adobes neuer Photoshop: Kickt störende Objekte auf Knopfdruck aus dem Bild

Marek Hoffmann

Ich möchte als Einleitung ein klitzekleines Anekdötchen erzählen: Als ich vor vielen Jahren mal Urlaub in Istanbul gemacht habe, bin ich vor wundervoller Motiv-Vielfalt fast nicht mehr mit dem Fotografieren hinterhergekommen. Ich nahm damals auch ein besonders stimmungsvolles Foto auf, auf dem zwei ältere Herren mit langen weißen Bärten – gestützt auf ihre Krückstöcke – auf einer Bank vor einer Moschee saßen und sich unterhielten. Sie wussten nicht, dass sie fotografiert wurden, daher wirkte alles sehr natürlich. Sehr ärgerlich war dann aber, dass just im Moment des Knipsens eine junge Frau von rechts ins Bild lief. Foto versaut, Wiederholung ausgeschlossen. Ende vom Lied war, dass ich die Dame für viel Geld von Profis aus dem Bild habe entfernen lassen.

Heute, im Zeitalter der Digitalkameras und Bildbearbeitungssoftware, kann dies jeder in Eigenregie bewerkstelligen. Es erfordert aber mitunter sehr viel Zeit und häufig auch mindestens semi-professionelle Kentnisse der Software. Am 12. April dieses Jahres könnte es damit aber vorbei sein und der vorhin geschilderte Eingriff zum Kinderspiel werden. Dann wird Adobe der Öffentlichkeit nämlich seine neue Creative Suite 5 präsentieren (einen Monat später wird der offizielle Verkausstart erwartet). Und die wird die neue Version des bekannten Bildbearbeitungstools Photoshop enthalten, das mit einem Feature aufwartet, welches es wirklich in sich hat.

Es nennt sich „Content-Aware Fill“ und erlaubt es dem User mit wenigen Klicks ungewollte Objekte aus seinen Digitalfotos zu entfernen. Und wenn ich vorhin von Kinderspiel gesprochen habe, dann meine ich das auch so. Denn die störenden Elemente müssen vom Fotofreund weder eigenhändig ausgeschnitten werden (die Software erkennt die Umrandung automatisch und kickt das Objekt raus), noch muss das dadurch entstandende Loch im Foto vom User wieder mit Leben gefüllt werden.

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Denn auch diese Arbeit übernimmt Photoshop. Das Programm berechnet selbsständig die Farben und Formen, mit denen sie die entstandenen Lücke im Bild füllen muss, um es so aussehen zu lassen, als hätte sich an dieser Stelle niemals etwas befunden (Im Teaserbild befand sich in der oberen linke Ecke zuvor noch ein Baum). Wenn ich aber hier schon über Bilder spreche, sollte ich auch Bilder sprechen lassen. Nachfolgend daher also ein kurzer Einblick in das, was Fotoliebhaber im April zu erwarten haben. Ein Tipp noch für die Ungeduldigen unter euch: Da das Filmchen etwa knapp fünf Minuten dauert, spult einfach für die wirklich beeindruckenden Demos vor bis Minute 2.50.

Natürlich öffnet dieses Feature eher dubiosen Zeitgenossen Tür und Tor, damit ihren Schabernack zu treiben. Aber über die negativen Möglichkeiten möchte ich mir jetzt keinen Kopf machen. Dafür bin ich momentan zu begeistert von den Optionen, die es den Hobbyfotografen und durchschnittlichen begabten Photoshop-Usern bietet. Denn natürlich ist all das, was in dem Video zu sehen ist, auch heute schon machbar. Aber eben mit viel höherem Zeitaufwand, Softwarewissen und letztlich auch höherem Preis verbunden.    

Apropos Preis: Über den ist mir noch nicht bekannt, werde ihn an dieser Stelle aber nachreichen, sobald ich ihn erfahre. Und auch über weitere Features, ob etwa auch ein „Reparieren“ von Fotos (einfacher) möglich sein wird, weiß ich leider noch nichts.  

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(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.