Instant Trend von Tokyoflash: Social Media für das Handgelenk

André Vatter

Das Tragische an Designstudien ist, dass sie Designstudien sind und der staunende Betrachter zum Warten verdammt ist. Immerhin: Bei Tokyoflash stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass eines Tages aus einer Photoshop-Augenweide tatsächlich mal ein marktfähiges Produkt wird. So ist mittlerweile das auch bei uns einmal besprochene Escape C, eine Art MP3-Ufo mit Uhranzeige, tatsächlich im Shop der Designschmiede gelandet (77 Euro plus Porto).

Tokyoflash sammelt gerne Ideen von der Community ein, wer welche hat, aber nicht das über das nötige Werkzeug oder das kreative Durchhaltevermögen verfügt, kann seine Vorschläge für neue Produkte einfach einreichen. Auf diese Weise kommen dann auch so Sachen wie die neue Instant Trend zustande. Dabei handelt es sich um eine Uhr, die um ein Bluetooth-Modul erweitert wurde, um mit dem Handy kommunizieren zu können. Nach dem Pairing ist sie in der Lage, Tweets und Status-Updates von Facebook auf dem OLED-Display darzustellen, per Knopfdruck springt man dann von Meldung zu Meldung. Eine nette Idee, die vor allem den Leuten entgegen kommen dürfte, die nicht immer das Smartphone zücken wollen, um die Lage im Netz zu checken.

Umständlicher wird es dagegen bei der Hauptfunktion des Geräts: der Anzeige der Uhrzeit. Tokyoflash ist bekannt dafür, Ziffernblätter so zu entwerfen, dass sie später kein Schwein lesen kann. Und so ist es auch bei Instant Trend nicht anders: Um auf die Frage „Kannst du mir sagen, wie spät es ist?“ eine halbwegs gescheite Antwort folgen zu lassen, müssen zunächst die einzelnen Pixel-Blöcke zusammengezählt werden: Elf Stück davon gibt es für die Stunden, fünf Stück für jeweils 10-Minuten-Einheiten und neun Stück für einzelne Minuten (demnach wäre es auf der obigen Darstellung 6.35 Uhr). Gottseidank hat Tokyoflash auf die Darstellung der Sekunden verzichtet. Alternativ reicht allerdings auch ein Knopfdruck, um die Weltzeit in verständlichen Zeichen angezeigt zu bekommen.

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.