'Wie eine Desktop-Anwendung': Google erweitert Feature-Liste von Google Docs

André Vatter

Na? Ist das wieder eine der regulären Innovationswellen bei Google oder wird da jemand wegen Microsoft nervös? Der Konkurrent hatte angekündigt, im Zuge der Veröffentlichung von Office 2010 eine kostenlose (da werbebasierte) Büro-Suite für alle Nutzer frei zu schalten, die direkt im Browser nutzbar sein wird: Ein direkter Angriff auf Google Docs. Microsoft nennt die Online-Anwendung „Office Web Apps“, sie beinhaltet Word, Excel, PowerPoint und OneNote.

Was immer letztendlich den Anstoß dazu gegeben hat: Google hat sich nun die eigene Office-Software noch einmal zur Brust genommen und kernsaniert. Die Editoren des Textprogramms, der Tabellenkalkulation und des Zeichenprogramms, das es künftig als alleinstehende Anwendung gibt, wurden komplett überarbeitet. Unter anderem wurde dabei flotteres JavaScript integriert: „Die Applikationen laufen nun so schnell wie Desktop-Anwendungen – doch sie haben den einzigartigen Vorteil, dass sie sich in der Cloud befinden.“

Die Textverarbeitung hat nun ein Lineal spendiert bekommen, über das sich Texte leichter formatieren lassen, zudem gibt es Tweaks bei Listen und Aufzählungen. Bilder können nun per Drag&Drop auf der Seite platziert werden. In der Tabellenkalkulation begegnet uns mehr Platz für das Editieren von Formelzellen sowie eine Funktion für das Auto-Vervollständigen. Ganze Spalten lassen sich außerdem ebenfalls per Drag&Drop im Dokument bewegen – „ein Feature, das mit alten Browser-Technologien nicht verfügbar war“, so Google.

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Der wirkliche Clou besteht aber in der verbesserten Online-Zusammenarbeit: Nun werden bis zu 50 Nutzer gleichzeitig auf ein Dokument bei allen drei Anwendungen gelassen, in der Textverarbeitung werden zudem sämtliche Veränderungen Zeichen für Zeichen in Echtzeit angezeigt (hey, da war Google Wave also doch nicht ganz unnütz!). Und so sieht das Ganze in der Praxis aus:

Zusammen mit den Neuerung verkündete Google aber auch eine schlechte Nachricht: Da bislang die Editoren auf Gears basieren, über das auch der Offline-Zugriff abgewickelt wird, und nun vermehrt HTML5 zum Zuge kommt, wird es hier bald zu Einschränkungen kommen. Laut dem GoogleWatchBlog wird der Offline-Funktion am 3. Mai der Saft abgedreht, wer also noch Dokumente auf dem Rechner hat, die er gerne online bearbeiten möchte, sollte sie zügig synchronisieren. Wann die Offline-Funktion wieder aktiviert wird, ist derzeit unklar.

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.