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Office 2010 mit Werbung: Kostenlos im Netz und auf neuen Rechnern

In etwa zwei Monaten, im Juni, dürfte es soweit sein und Microsoft schickt seine lang erwartete neue Büro-Suite ins Rennen. Einige Details über Office 2010 hat der Software-Riese bereits verraten, etwa, dass die Neuauflagen von Word, Excel und Co. stark in der Cloud verwurzelt sein werden. Zudem wird der Social Connector ständig Kontakt mit sozialen Netzwerken halten und Kontakte und Statusupdates fortlaufend synchronisieren.

Auch die Preise wurden bereits vorgestellt: Los geht es mit der Version Microsoft Office Home and Student 2010 ab 109 Euro, das Killer-Paket Office Professional 2010 schlägt in der CD-Ausführung mit sagenhaften 699 Euro zu Buche. Doch es gibt auch Wege und Mittel, um völlig kostenlos an Office 2010 zu kommen.

Für alle Nutzer – unabhängig vom Kauf der Software (so bestätigte es mir gegenüber ein Sprecher) – stehen zeitgleich mit dem Marktstart die Office Web Apps bereit, eine Art Google-Docs-Klon, der sich direkt über den Browser (anfangs werden Internet Explorer, Safari und der Firefox unterstützt) bedienen lässt. Hier stehen dem User dann Word, Excel, PowerPoint und OneNote in abgespeckter Form zur Verfügung. Microsoft generiert die Einnahmen des Services durch das Schalten von Werbung.

Soweit so gut, doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Bislang hatte Microsoft nur wenig Worte über die neue Software Office Starter 2010 verloren. Jetzt hatte Cnet aber die Gelegenheit, den Senior Vice President des Unternehmens, Chris Capossela, beim Mittagessen um ein paar konkrete Angaben zu bitten, die er bereitwillig machte. Office Starter 2010 soll künftig auf allen Windows-Rechnern vorinstalliert zu finden sein und damit Works ersetzen, das immerhin seit Windows 3 durchgeschleppt wird – allerdings beinhaltet die All-in-One-Lösung lediglich Word und Excel mit einem jeweils verkleinerten Funktionsumfang. Was das bedeutet? Capossela sagt, dass beispielsweise bei Word die Macro-Bearbeitung, die Kommentarfunktion und die automatische Erstellung von Inhaltsverzeichnissen fehlen (sorry, Studenten!). Bei Excel muss der Nutzer unter anderem auf Pivot-Tabellen verzichten. Beide Programme sollen aber in der Lage sein, eine große Auswahl an Dateiformaten zu interpretieren und auch komplexe Dokumente darzustellen.

Das Besondere an all dem ist, dass Office Starter 2010 ebenfalls werbefinanziert sein wird. Laut Capossela wird es mindestens ein Banner geben, das alle 45 Sekunden sein Aussehen wechselt. Anders als bei Google Docs soll es sich dabei aber nicht um kontextbasierte Werbung handeln: „Es wird kein Scannen der Dokumente geben“, so der Manager und dreht der Suchmaschine damit eine Nase. Stattdessen wird es „in absehbarer Zukunft“ lediglich Werbung für die übrigen Office 2010-Pakete geben, à la: „Vermissen Sie nicht PowerPoint? Greifen Sie jetzt zu!“

Microsoft hat wohl schon früher einmal vereinzelt Experimente mit der Schaltung von Werbung in Works gewagt – es aber wohlweislich nicht an die große Glocke gehängt. Jetzt soll der Trick mit dem Gratis-Office zur durchdachten Strategie werden. Office Starter 2010 wird zum Eingangstor für alle Suiten – über das Programm werden auch alle Upgrades vorgenommen; erst wird geschnuppert, dann wird gekauft. Microsoft geht davon aus, dass bereits „nach kurzer Zeit“ rund 80 Prozent aller neuen Rechner Office Starter an Bord haben werden. Im Herbst wird es nur noch vereinzelt Computer geben, auf denen die alte Kombi „Works + Trial-Version Office 2007“ zu finden sein wird.

Ein heikles – und gerade deshalb auch ein spannendes Unterfangen. Ob der Plan aufgeht, steht in den Sternen. Wenn alles nach Plan läuft, hat sich Microsoft da eine geniale Vertriebsstrategie ausgedacht. Wenn es in die Hose geht, bleiben weltweit die Anwender lediglich beim Gratis-Office on- und offline kleben: „Das bisschen Schreiben und Rechnen. Das reicht völlig aus…“

(André Vatter)


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Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

18 Kommentare

  • Für das „bisschen Schreiben und Rechnen“ gibt es genug Alternativen. Oft muss man sich gerade beim Schreiben und Rechnen konzentrieren – ob da ständig flackernde Werbung gut ist? Mich würde es stören…

  • so ein Scheiß. Werbung im Programm das die Augen flattern. Da lob ich mir OpenOffice und sage, warum Geld ausgeben wenn man es doch umsonst bekommen kann ? 🙂

  • Warum in aller Welt sollte man MS Office 2010 verwenden?
    Früher einmal, da gab es das Argument, dass MS Office so eine Art Büro-Standard sein. Und tatsächlich, in den meisten Firmen findet man noch MS-Office, allerdings in Version 2003, da seit dem Ribbon-Disaster MS-Office zur reiner Rentner- und Hausfrauen-Bürosuite verkommen ist, halt für die Mausschubserfraktion.

    Ich selbst verwende gelegentlich noch Office 2003. Zum Großteil jedoch bin ich auf Google Docs umgestiegen – und bin tatsächlich produktiver damit.

    Naja, Hausfrauen und Renter wird das nicht interessieren, die sind froh, dass Outlook und Word auf’m Rechner ist…
    Aber wirklich verstehen kann ich den Hype hier um das neue Office 2010 nicht – oder sind Hausfrauen und Rentner etwa die neue Zielgruppe von BasicThinking?

  • Vermutlich auch mit „Online Zwang“ beim Benutzen ? Wäre logisch für das Generieren der Werbung, da diese sicher von einen Server kommt.

  • Also Office 2003 wird in Firmen noch immer eingesetzt, weil die neue suite neue datei formate benutzt und die neuen funktionen auch nur dann funktionieren…desweiteren haben programme Wie TIS und SAP noch immer Problemme wegen der neuen Suite. Und sowas kan sich eine firma nicht leisten.

    So und wenn man wirklich mit Office arbeitet (und es braucht) dann kann google docs und open Office in keinster weise mithalten….tut mir leid auch wenn mir einige da wiedersprechen wollen. Aber mit Office kann nichts mithalten. Natürlich wenn man nur ein par Briefe schreibt und vllt ein par 1+1=2 rechnungen bei Excel macht dann reichen diese. Aber halt für mehr auch nicht…^^

    gruß

  • Für „das bisschen“ Textverarbeitung gibt es Abiword, „für das bisschen“ Tabellenkalkulation Gnumeric. Alles zusammen bekomme ich als OpenOffice Suite. Immer als Opensource,kostenlos und werbefrei. Für was brauche ich dann dieses kastrierte Mini-Office?

    Dennoch denke ich, dass das Free-Office ein Erfolg wird. Viele Anfänger werden dankbar sein, so etwas vorinstalliert zu haben. Und Nutzer, denen die Ribbons von MS Office 2007 gefallen (und das sind nicht immer nur Hausfrauen, Klaus ;)), könnten dadurch schon zum Kauf angeregt werden. Man sieht ja beim IE, wie erfolgreich ein Programm sein kann, weil es vorinstalliert ist. Wer gezielt nach einem neuen Browser sucht, nimmt praktisch nie IE. Wenn er runtergeladen wird, dann fast immer als Update. Die meisten wissen über seine Mängel Bescheid – und trotzdem ist er noch die nummer 1: Anfänger bleiben bei ihm aus Unwissen, und viele andere einfach aus Bequemlichkeit.

  • Wenn die Online Versionen ähnlich komfortabel in der Bedienung und auch einen ähnlichen Funktionsumfang wie die „Vollversion“ haben, könnte ich mir vorstellen, damit zu arbeiten.
    Google Docs hat’s für mich nicht wirklich gebracht und dann bekam ich auch noch eine Studenten Version von Office 2007. In absehbarer Zeit werde ich aber sicher nicht auf Office 2010 upgraden. Wenn ich das überhaupt jemals tun sollte.

    Ich habe auch einige Jahre Open Office genutzt. Aber ganz ehrlich, ich bin mit MS Office „aufgewachsen“, bzw. mit MS Word vorher. Trotz der teilweise bescheuerten „Neuerungen“ in 2003 und 2007, ist es für mich die benutzerfreundlichste Office Suite. Und mir ist klar, dass das ein absolut subjektives Urteil ist.

  • Als Student arbeite ich öfter und manchmal auch ‚umfangreicher‘ mit Word und Excel.
    Gerade bei MS Office 2007 war ich Dankbar, das endlich eine verbesserte Variante für die Eingabe von Formeln gefunden wurde.
    Wer schonmal 30 Formeln sauber und ordentlich in ein Dokument einbauen musste, weiß was ich meine.
    Tabellen und Formate, sowie die Möglichkeit angepasste Inhaltsverzeichnisse zu erstellen hat es ebenfalls für mich positiv herraus gehoben.

    Aber ums mal ganz einfach zu sagen.
    Perfekt ist es, wenn ich mich mit dem Inhalt mehr auseinander setzen muss, als mit dem Programm um diesen zu erstellen.
    Da ist bisher noch jedes Programm dran gescheitert.

  • Gut zu wissen, wo die Reise hin geht, lustig dass keiner Outlook erwähnt wird. Habe bisher mit XP Version gearbeitet, aber bin nun froh mit der neuen 2010 schon zu arbeiten, aber mit einem neuen Laptop und Windows 7 muss es mal wieder etwas aktuelles sein. OpenOffice gäbe es so auch nicht, wenn es nicht Unterstützer gäbe, die dieses Konzept fördern. Soviel zu umsonst und kost nix. Selbst für die google Apps hat jeder mal irgendwo ein Adsense Banner angeklickt. Geld für solche Applikation ist immer im Umlauf, es wird nur unterschiedlich wahr genommen.

  • werbung hin oder her. es geht doch eh nicht mehr ohne.
    fuer die nervige Werbung spart ein Student, toll.
    Aber spart er dann auch an viren?
    Ich bin gespannt, wer zu erst einen trojaner fuer das windows-kostenlos-paket programmiert. yay!

  • Studenten können ein Schnäppchen machen! Kauft man jetzt, kurz vor Markteinführung des Office 2010 für Studenten und Heimanwender Mitte Juni 2010, noch ein Office Home and Student 2007, so kann man dieses bis Ende September 2010 kostenfrei auf MS Office Home and Student 2010 upgraden! Dies ist möglich im Rahmen der Technologie Upgrade Garantie von Microsoft. Alle Käufer, die ab dem 5.3.2010 ein Microsoft Office 2007 Home and Student erwerben, können es nach Markterscheinung der 2010er Version als Download bei Microsoft kostenlos auf Office 2010 Home and Student upgraden oder sich das neue Office 2010 gegen kleine Gebühr direkt von Microsoft auf DVD zuschicken lassen.

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