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f8-Konferenz: Facebook will das gesamte Internet umspannen

Gerade eben wurde die f8-Konferenz in Kalifornien von Mark Zuckerberg mit einer Keynote eröffnet. Dort erklärte er der gespannt lauschenden Welt, wie die Zukunft von Facebook aussieht beziehungsweise wie in seinen Augen die Zukunft des Internets aussieht. Direkt zu Beginn seiner Ausführungen nennt er die Schwerpunkte der Keynote, der Konferenz und der Bemühungen Facebooks aktuell und bringt sie mit folgenden Schlagworten auf einen Nenner:

  • Open Graph
  • Instantly Social
  • Simple

Im Laufe der Konferenz werden Zuckerberg und seine Mannen den Anwesenden in aller Tiefe diese Punkte erläutern – und was sie für Facebook und uns alle bedeuten. In seiner Rede – in welcher er von FriendFeed-Gründer und Ex-CEO Bret Taylor unterstützt wurde – ist er lediglich grob auf die technischen Details eingegangen und hat stattdessen die Tragweite des Konzepts umrissen.

Open Graph

Unter diesem Punkt erklärt uns „Zuck“, wie fragmentiert das Internet heute immer noch ist. Alle Welt rückt virtuell näher zusammen und vernetzt sich, doch für Facebook sieht er noch ordentlich Luft nach oben. Nach dem Verkünden einiger Eckdaten allgemeiner Natur – über 400 Millionen Facebook-User und über 100 Facebook-Connect-User – wird uns erklärt, dass dank der Open Graph-Technik eine viel engere Vernetzung schon bald stattfinden wird. Wir werden nicht nur innerhalb des Facebook-Kosmos in unserem Newsfeed erfahren, wer welche Band, welchen Film, welche Seite mag, sondern finden diese Information auch „draußen“ im Netz auf den teilnehmenden Seiten.

Kern dieser Strategie sind die neuen Social Plugins. Neben einer Social Bar und Plugins zum Einbinden des Newsfeed und der Empfehlungen auf unserer eigenen Seite ist der bereits angekündigte universelle Like-Knopf wohl das wichtigste Feature. Rufe ich beispielsweise eine Seite auf wie die Filmdatenbank IMDb, kann ich dort seit heute bei dem gewünschten Film einen „Gefällt mir“-Button drücken, der diese Information natürlich unmittelbar in den Newsfeed bei Facebook einbindet, mir aber auch auf der IMDb-Homepage anzeigt, welcher meiner Freunde diesen Film noch mag:

Mit dieser Neuerung geht auch eine neue Organisation meiner Interessen auf der Facebook-Seite selbst einher: Jeder Film, jede Seite, jeder Künstler, der auf meinem Profil von mir angegeben worden ist, wird zu einer „Connection“. Bret Taylor macht dazu ein Beispiel:

Wieso sollten die Bands, die ich in diesem Augenblick höre, mehr zählen als die Bands, die ich beim Einrichten meines Facebook-Profils vor vier Jahren angegeben habe?

Das bedeutet für uns, dass mein eben abgegebenes „Gefällt mir“-Statement bezüglich des Filmes „Avatar“ nun auch auf meiner Profilseite unter meinen Interessen eingeordnet wird.

Zuckerberg rechnet übrigens mit nicht weniger als einer Milliarde „likes“ innerhalb den ersten 24 Stunden!

Graph API: Kritik der Datenschützer vorprogrammiert

Ein sehr spannender Punkt für die Entwickler ist die ebenfalls heute vorgestellte Graph API, mit der – neben der ebenfalls angekündigten Oauth-Unterstützung – es künftig erheblich leichter werden wird, auf bestimmte Daten eines Users gezielt zuzugreifen. Ein simpler Link reicht dazu aus. Das wiederum wird dann wieder die Datenschützer auf den Plan rufen, denn meine Interessen und meine „Gefällt mir“-Aktionen sind öffentlich und für jeden einsehbar und nicht jeder User möchte seine Neigungen über Facebook hinaus ins Netz ausposaunen. Ob das in den Privacy-Einstellungen noch zu korrigieren sein wird, kann ich erst abschließend kommentieren, wenn die oben genannten Neuerungen auch auf meiner eigenen Facebook-Seite live geschaltet werden.

docs.com – Kooperation mit Microsoft

Bereits vorher wurde gemunkelt, dass eine Facebook-Microsoft-Zusammenarbeit angekündigt wird. Das war dann auch tatsächlich der Fall, als mit docs.com die Online-Version der Microsoft Office-Suite als Facebook-Partner verkündet wurde:

Ich kann hier nun also an meinen Office-Dokumenten online arbeiten und zwar kooperativ mit meinen Facebook-Freunden. Eine ganz klare Kampfansage der beiden Unternehmen in Richtung Google.

„We’re building a web where the default is social“

Mit diesem Satz hat Mark Zuckerberg seine Vision vom Internet verdeutlicht und es sind Sprüche wie dieser, die im Zusammenhang mit gelockerten Privacy-Regelungen dafür sorgen, dass der smarte Milliardär manchmal eher wie ein Sekten-Guru wirkt und nicht wie ein Facebook-Boss wirkt. Logischerweise ließ Kritik nicht lange auf sich warten:



Fazit:

Ich möchte keinen Dingen vorgreifen und verweise an die noch andauernde f8-Konferenz. Dort wird noch das ein oder andere Detail ans Tageslicht kommen und voraussichtlich mehr Klarheit schaffen, was unser aller Privacy als Facebook-Nutzer angeht. Fakt ist jedoch, dass Facebook möchte, dass absolut alles und absolut jeder miteinander vernetzt wird – und dass der Schlüssel dazu Facebook heißt. Schon jetzt freue ich mich darauf, dass ich in einer fremden Stadt sehen kann, welcher meiner Freunde in welchem Restaurant gegessen haben oder es mir empfehlen können. Die Keynote selbst hat viele dieser Beispiele gebracht, die uns allen das Leben leichter machen können und die erklären, wofür das „Social“ in Social Networks stehen sollte. Andererseits wiederum lässt Mark Zuckerberg aber auch eine Menge Fragen offen. Fragen nach unserer Sicherheit im Netz und den Auswirkungen der Änderungen auf unser Leben, denn Facebook möchte nicht ein x-beliebiges, austauschbares Netzwerk sein, Facebook möchte unser komplettes Leben mit all seinen Facetten abbilden.

Es sind diese Aussichten, die mich hier ständig zwischen „großartig“ und „gruselig“ schwanken lassen und ich wette, dass sich in den Minuten, in denen ich diesen Artikel verfasse, bereits geballter Widerstand im Netz formiert. Wie sieht es mit Euch aus? Bei welchem Buch würdet ihr heute den „Gefällt mir“-Button drücken? Eher „Schöne neue Welt“ oder doch eher „1984„?

(Carsten Drees)

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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

49 Kommentare

  • ..wundern tut es mich nicht, stecken doch schon Milliardenschwere Investoren hinter den großen Social Comunities. Schade eigentlich, dass durch solche Aktionen und Vorhaben der „Spirit“ geraubt wird.

  • Klingt zunächst mal nett. Allerdings: Ich möchte dann aber auch selbst kontrollieren können, was wann wo, wie und warum erscheint. Wie schon gesagt: nicht jeder möchte, dass sein Tun über Facebook hinausgeht. Sollte es Facebook versäumen, entsprechende Möglichkeiten zur Privacy-Feinjustierung zu implementieren, werde ich es versäumen, die neuen Möglichkeiten zu nutzen.

    Grundsätzlich finde ich die angekündigten Möglichkeiten toll. Irgendeiner Datenkrake werden wir unweigerlich „zum Opfer fallen“, sei es nun Google, Facebook oder wer auch immer. Wichtig ist halt, dass die Nutzer entsprechend sensibilisiert werden, was den Umgang mit ihren persönlichen Daten, Interessen und Aktivitäten im Netz angeht.

  • Die Instant Personalization kann man über eine Checkbox innerhalb der Privacy Settings abschalten: Privacy Settings -> Applications and Websites

    Allerdings werden von Facebook als Public deklarierte Informationen immer für Drittapplikationen verfügbar sein. Das sind derzeit Name, Profilbild, Geschlecht, Stadt, Freundesliste. Bleibt abzuwarten, ob diese Definition künftig erweitert wird.

    Hier erfährt man mehr:
    http://www.facebook.com/help/?page=1068

  • Google hat von Anfang an versprochen, dass das Internet anonym ist und alle haben vor der Datenkrake gewarnt. Bisher haben sie sich daran gehalten, sogar China aufgegeben.

    Facebook war noch nie Anonym und nun soll das ganze Internet nicht mehr Anonym sein?

    WTF und ich hatte angst vor ipv6

  • Ich lese am liebsten Sachbücher, die machen mir keine Angst 🙂

    Zum eigentlichen Thema: Welcher Unternehmer möchte nicht die eigene Idee die einzige werden lassen? Apple möchte bestimmt nicht, dass Microsoft überhaupt existiert. Oder beliebige andere Marken / Erfinder / Tyrannen / Unternehmer – jeder will, dass möglichst viele Menschen am Produkt teilhaben und konsumieren.

    Basic Thinking ist ein Blog und lebt von und mit seinen Lesern. Ihr wollt ebenfalls eine möglichst große Welt umspannen und speichert mit diesem Kommentar sogar meine Email-Adresse!

    Spam habt ihr mir noch nicht geschickt. Ist doch alles nicht so wild, wenn man die Scheuklappen mal absetzt…

    PS: Schöner Ausblick!

  • Die Entwicklung entspricht genau meinen schlimmsten Vorstellungen.
    Schon jetzt sind Jugendliche kaum noch in Messengern existent, auch E-Mails werden seltener von ihnen abgerufen. Sie haben keinen Bedarf mehr dafür und kommunizieren mit allen über SchülerVZ und Kwick!… Facebook wird über kurz oder lang alle sozialen Netzwerke vernichten. Kwick! ist nett, wird aber nie mehr gegen ein VZ ankommen, und VZ wird nie gegen Facebook ankommen. Messenger verlieren gegen die sozialen Netzwerke jetzt schon und am Ende stellt Facebook der letzte und alleinige verbliebene Kommunikationskanal im Internet dar. Nicht dezentral, nicht anonym, nicht verschlüsselbar, nur noch ein einziger Kanal.
    Schon jetzt gibt es beim ZDF-Livestream einen „Facebookchat“, erst kamen die Sharebuttons, jetzt die Likebuttons. Der Trend setzt sich fort und niemand wird es verhindern können, das ist der Weg des Schwarms, das ist die Wandlung vom Lebewesen Mensch zum Metalebewesen Erde.

    Facebook wird irgendwann so wichtig wie IP, und scheiß egal, was ich in meinen Privatsphäreeinstellungen festlege, gespeichert wird sowieso alles.

    Die Google-Datensätze werden irgendwann lächerlich aussehen, im Gegensatz zu dem, was Facebook zu bieten hat.

    Für mich ganz klar Kategorie Albtraum…
    _______
    Btw noch zu dem Button: ich würde nicht jede Seite, die mir gefällt, in meinen z.B. „Lieblingsseiten“ stehen haben wollen, sonst hat der „Schnell mal ‚liken'“-Button seinen Zweck verfehlt, dann wäre er eher mit einem „Zu Favoriten hinzufügen“-Button auf YouTube vergleichbar. Und den drückt man bekanntlich nicht so oft wie 5 Sterne (jaja, jetzt n dummer grüner Daumen).

  • #7

    Mal aus Sicht eines Facebook-Veweigerers: Irgendwann kommt der Punkt, dass man sich ohne Facebook so am Rand der Internet-Kommunikation fühlt wie jetzt z.B. ohne Breitband-Anschluss. Wenn soziale Aktivitäten in facebook ablaufen und nicht mehr in Internetforen, per E-Mail-Verteiler, Blogs, IM, Bewertungspalttformen, twitter, usw., dann ist das fast wie ausgestossen.

    Das ist alles keine Vision. Es gibt Länder, in denen 20% und mehr der Bevölkerung einen Facebook-Account hat. Wenn nicht noch etwas entscheidended passiert, dann wird facebook der google-Killer. Trotz allen Vorbehalten gegenüber google werden wier dann erst sehen, was wir mit google hatten und facebook zum Teufel wünschen.

  • @Milus: waum erst am 20.10 löschen? Warum nicht gleich? Solche lächerlichen Aktionen sind schlimmer als das was unsere Verbraucherministerin gerissen hat….. Einen unterschied macht man nicht…

    @Freddy: Einfach nicht die echte Email-Adresse angeben. Das ist auch ein super „Trick“ um in social networks mehr oder minder anonym bleiben zu können: Name, Email Adresse sowie Profilfoto lassen sich nicht mit meiner Person in Verbindung bringen….

    @ #7: Immer diese Vorstellungen das ein Unternehmen die Weltherrschaft ansich reißen wird. Microsofts Monopolstellung auf dem Softwaremarkt war gestern, Googles Rang als Internetgigangten wird mittlerweile so langsam aber sicher von Facebook abgelaufen und ich bin mir sicher, früher oder später wird auch Facebook Konkurenz erhalten. Desto mächtiger ein Unternehmen wird, desto negativer wird die einstellung zu den unternehmen. Siehe google: Egal was sie machen, immer wird gemeckert und kritisiert… und google ist, im gegensatz zu facebook, ja fast schon ein heiliger 😉

  • Also ich muss sagen, ich find die neuen Features gerade für die Verbreitung von User Generated Content extrem wichtig. Denn wenn jemand zum Beispiel einen Blogeintrag oder einen Podcast „mag“ dann, dann wird ein Freund auch auf diesen Klicken und sich das vielleicht antun. Ich finde sicherlich vom Datenschutzgesichtspunkt gibt es da ein paar Bedenken, aber oben wurde ja schon geschildert, wie sich das ausstellen lässt. Ich für meinen Teil hab es direkt in meine Seite eingebaut und im übrigen auch schon ein Plugin gefunden, mit dem das bei Facebook sehr gut funktioniert.

  • Vielen Dank an Carsten für die gute Übersicht, auch besonders, dass du es neutral betrachtest und nicht wie manche in den Kommentaren hier, die wieder die Weltverschwörung sehen.

    Sorry, aber was mich wirklich nervt, dass oft eine Argumentation gegen Google und Facebook aufgemacht wird ohne irgendwelche Fakten. Zum Beispiel: ohne Facebook ist man am Rande der Internetkommunikation oder die Jugendliche benutzen keine Messenger mehr. Woher kommen die Daten dafür? Ich würde diese Untersuchungen sehr interessant finden.
    Es zeigt sich doch auch, dass ein Kommunikationsmedium nicht sofort ein anderes ablöst, wie auch hier BasicThinking zum Thema SMS geschrieben.

    Ich finde es immer wieder ein bisschen schade, dass sich die Argumentation gegen Facebook, Google etc. kaum auf Fakten bezieht und somit dann schnell ad acta geführt werden kann.

    Ich denke nämlich auch, dass die Einführung des Like-Button Facebook höchstens wirtschaftlichen Erfolg bringt, aber die Daten, die da aufkommen, kaum ausgewertet werden können und kein Facebookmitarbeiter dann weiß welche sexuellen Vorlieben man hat. Außer man hat es angegeben oder eine dementsprechende Seite ge-liked. Aber dann ist man auch selber schuld, wie nun auch das Urteil gegen den Twitterlinker beweist.

    Soziale Netzwerke sind digitale Netzwerke und man kann nur preisgeben, was man will – also wie im öffentlichen Leben. Warum dann immer diese Weltverschwörung die angeblich von Google und Facebook ausgehen soll?

  • @andi:

    „oder die Jugendliche benutzen keine Messenger mehr. Woher kommen die Daten dafür? Ich würde diese Untersuchungen sehr interessant finden.“

    Du hast Recht, konkrete authentische Untersuchungen dazu fände ich auch interessant. Ich habe keine Fakten, aber ich merke es halt sehr stark, da ich im Rahmen meiner ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit viel mit Kids zu tun hab. Und die jetzt 15jährigen, die gerade zu Kinderbetreuern aufsteigen und mit denen ich oft digital kommunizieren muss, haben alle keinen Messenger mehr. Und sie haben auch keine Freunde, die sie über Messenger erreichen könnten. Das war der Generationswandel, als sich alle mit 12 in den Social Netzwerken angemeldet haben. Für Messenger gibt es keinen Bedarf mehr, geschweige denn Freunde, die sie nur über Messenger erreichen könnten.
    Und das hab ich bei vielen Kids festgestellt…. sehr vielen. Ich glaube nicht, dass das Zufall is, aber bis sich diese „Auswirkungen in der Gesellschaft“ zeigen, wird es wohl noch dauern, bis die heute 12 – 15jährigen in die 20er kommen.

  • Bin ein großer Fan von „1984“, aber ganz so gruselig will ich das einfach nicht sehen. Ich hoffe, dass mit einer ordentlichen Portion Medienkompetenz das Ganze doch noch in entsprechenden Bahnen bleibt.

  • Ich selbst hatte überlegt ob ich für meinen Blog zum Thema: Frauen ansprechen und verführen“ auch eine Fanseite bei Facebook anlegen soll. Wahrscheinlich würde ich so mehr Leser erhalten… ABER Facebook ist mir nicht ganz geheuer. Wie sicher sind meine Daten bei Facebook? Diese Frage kann mir keiner genau beantworten. P.S. Danke für diesen sehr guten Post.

  • Manchmal grenzt es an Masochismus Ihren Blog zu lesen.

    Wie kann manch ein Redakteur das alles noch so ohne Weiteres gutfinden?

    Die Nervschwelle muss bei Ihnen schon ziemlich hoch liegen, wohingegen es mit der Medienkompetenz und der Weitsicht im Bezug auf die Intentionen des Herrn Zuckerberg wohl nicht so gut aussieht.

    Ich verschreibe Ihnen, Herrn Drees, die aktuelle South Park-Folge „You have 0 firends“, denn deren Art des Kommentierens ist die, die mich noch auf ein kollektives Erwachen hoffen lässt und signalisiert, dass es neben dem treudoofkonsumierenden, nazistischem Freunde- und Fansammler noch zumindest vereinzelt intelligentes, weil selbstdenkendes und hin und wieder skeptisches Leben auf dem Planeten Erde gibt.

    Jeder Mensch ist wunderschön, einzigartig und kostbar! Die, die ein Synzytium zur Meinungsbildung benötigen, haben das lediglich vergessen.

  • Interessante Diskussion und auch ich war gestern während der Konferenz etwas geschockt. Irgendwie geht es mir persönlich auch zuweit, ich find die Funktion allerdings ansich super, nur hat man das Gefühl so langsam die Kontrolle zu verlieren.

    Die Frage ist vorallem, inwiefern kann es uns in Zukunft schaden?

    Naja wir haben es im Team besprochen und haben die Funktionen jetzt bei uns ebenfalls integriert.

    http://www.tablet-user.de/topic/2625-tablet-userde-mit-erweiterter-facebook-integration/

  • @Björn, es ist schon sehr interessant, wie man an einem neutralen Artikel so einen Kommentar aufziehen kann. Ich lese BTB gerade deswegen, weil nicht jede News sofort eine positive oder negative Note bekommt und wenn, dann wenigsten darauf hingewiesen wird. Das hat dann nämlich was mit Journalismus zu tun und da empfehle ich Ihnen auch mal die ein oder andere Literatur oder South Park-Folge.

    P.S. Ich habe nichts mit dem Blog hier zu tun, finde es aber trotzdem schade, wenn neutrale Artikel, die etwas nur erklären wollen, so kaputt gemacht werden.

  • @Jan
    weil die Wirkung dann größer ist und die Chance größer ist, dass an diesem Tag sich mehrere Leute gleichzeitig abmelden.
    Wenn ich jetzt einfach auf deaktivieren drücken würde, dann würde das so einfach untergehen, aber es soll ja was besonderes sein. Die Leute sollen davon erfahren, einen Anreiz bekommen darüber nachzudenken, selbst kreativ werden und vielleicht eine Alternative zu Facebook erschaffen.
    Eine gemeinsame Aktion starten, um einen Zusammenhalt zu zeigen und das sich doch Menschen zusammentun können, um etwas zu tun, ist niemals lächerlich. Besonders, wenn es um unsere Freiheit und Sicherheit geht. Wenn es um unser Leben geht.
    Sogar wenn es 10 Leute sind, das ist immer noch mehr als 1.
    Und irgendwas muss man ja tun und was tut Facebook wohl am meisten weh?

    Vielleicht bildet sich eine Tages eine ganz neue Hacker Crasher Bewegung, die das Internet befreien will und die User schützen wollen, und sich gegen das System von kommerzieller Kontrolle stellen.
    Wo sind die Idealisten im Internet, die Menschen, die an eine bessere Welt und an ein besseres Internet glauben.
    Ich denke, wenn in 50 Jahren ein Konzern hinter FACEBOOK oder GOOGLE die Macht haben über unseren Alltag, Gedanken und Gefühle zu entscheiden, dann werden sich mehr Leute Gedanken machen und ich hoffe, dann auch etwas dagegen tun.
    Wer weiß, vielleicht kommt der große Hacker Angriff oder Internet Crash schon im Jahr 2012.
    🙂 😉

  • Mal aus der Sicht eines Betreibers einer Gesundheits-Website: Ich werde den Teufel tun und irgendeine Verbindung zu Facebook schaffen. Zum einen kann ich natürlich nur für mich die Hand ins Feuer legen, was ich mit den Daten „meiner“ Nutzer mache – zum anderen aber will ich genau nicht, dass zwischen einem Profil bei Facebook und einem Account in meiner Gesundheits-Community auch nur irgendeine Verbindung möglich ist. Jeder Arbeitgeber guckt bei Facebook rein und sagt „Hey, Bewerber xy ist auch in einer Community für Menschen mit grünen Nasen – na den nehm ich dann mal lieber nicht“. Der Internet-Kosmos wird sich dann also aufteilen in „Like“-Seiten und Nicht-„Like“-Seiten eben.

  • @.andi
    Sobald der Artikel von „tollen“ Features spricht, die mit „Begeisterung“ erwartet werden, kann man wohl kaum von Wertungsfreiheit oder Neutralität sprechen.

    Im Übrigen zerstöre ich den Artikel nicht, sondern kommentiere ihn lediglich.
    Der Inhalt des Kommentars ist sicher streitbar. Das führen Kommentare so mit sich.

    Die „Kommentare“ auf FB hingegen sind belanglos.
    Und nun sollen es noch viele mehr werden.

    Facebook bleibt für Menschen, die mit dem Internet nichts vernünftiges anzufangen wissen. Alle Anderen behalten sicher einen Account, aber züchten ihre Tomaten weiter im Garten.

  • Neulich hab ich irgendwo gelesen, dass man sich von der privaten Welt von vor 10 oder 15 Jahren verabschieden müsse. Die Features, die Facebook in den nächsten Jahren entwickeln wird, werden sicherlich weiter die absolute Privatheit aufbohren. Ich finde, solange externe Verbindungen von jedem Facebook-Nutzer selbst steuerbar sind, kann man nichts viel sagen.

  • Deutschland ist ja momentan das einzige Land das sich mit großer Anstrengung gegen die lockere Privatsphäre von diesen Community Riesen auflehnt. Man kann nur hoffen, dass sich bald global etwas ändert.

  • @Millus – auch, wenn 1000 mitmachen würden, würde es kein Facebook und kein Facebook-Fan bemerken. Nicht, bei einer halben Million Neuanmeldungen, die es derzeit täglich (!) gibt. Es geht für mich eigentlich weniger darum, wem ich meine Daten in den Rachen schleudere, sondern wie bzw wie viel davon. Solange ich Dinge ins Netz stelle, zu denen ich stehen kann, komm ich auch damit klar, dass mein Chef davon weiß, auf welcher Party ich war, dass meine Freundin weiß, mit welchem Mädchen ich mal zusammen war und dass Facebook weiß, dass man mich mit depechemode-affiner Werbung dran kriegt 😉
    Unser Job hier ist es nicht, euch alle zu Facebook zu zerren oder euch davon abzubringen. Wir informieren, und oftmals natürlich mit einer Wertung – das macht ein Blog halt aus. Unser aller Auftrag sollte es sein, die Leute mitzunehmen, die sich im Netz nicht so besonders auskennen und die Hilfestellung brauchen bei der Frage, was man ins Netz stellen kann und was besser nicht.

    @.andi – vielen Dank fürs Lob und fürs für-mich-einsetzen hier 🙂

    @Björn – vielleicht hinkt der Vergleich, aber ich probier’s mal: Wenn ich ein Geschichtsblog betreiben würde und darüber schriebe, dass 1933 Adolf Hitler „begeistert“ von den Menschen aufgenommen wurde, würdest Du mir dann wieder Neutralität oder Wertungsfreiheit absprechen?
    Ich schrieb, dass ich die Facebook-Entwicklung mitunter gruselig finde und habe Mark Zuckerberg mit einem Sektenguru verglichen – dafür, dass ich Facebook persönlich sehr gerne nutze, finde ich, dass ich da relativ neutral geblieben bin 🙂
    Generell möchte ich aber Dir und auch allen anderen für die vielen Comments zum Thema danken. So macht uns die Arbeit mit/für euch echt Spaß 🙂

  • @carsten Drees
    es gibt so einen tollen Film, der heißt 300… 🙂
    Vielleicht sind es heute 10, morgen 1000 und vielleicht in 10 Jahren 100 Millionen. Aber es muss einen Anfang geben und am Ende ist es vielleicht diese kleine Anzahl von Menschen, um die alle Konzerne kämpfen werden…

    Und ja, auch ich nutze Facebook sehr gerne. Ich meine, die Verknüpfung ist toll und das System der Kommunikation ist auch einfach. Aber dieser Handel und Einfluss auf unser Leben ist mir ein Tick zuviel.
    Vielleicht baut irgendjemand eine werbefreie Alternative, die alle Nutzerdaten niemals weitergibt und dafür vielleicht 5 Euro im Monat verlangt. Diese 5 Euro im Monat, für Sicherheit, wäre es mir wert.
    Vielleicht ist das jetzt eine Geschäftsidee für ein Start Up, falls einer jetzt mitliest. Es hat Potential und könnte vieles in der Internetwelt verändern.

    Es ist so mit facebook… es ist so, als ob man in der Schule ist, oder bei der Arbeit, dann kommt ein Arbeitskollege mit einem Zettel und sagt:
    „Hey, willst du auf meine Freundesliste? Das macht voll viel Spaß und du kannst da alles über deine Person aufschreiben. Umso mehr, umso cooler ist das. Schau, ich habe schon 100 Kollegen drauf.“
    Da sagt man meistens: „Hm, sieht lustig aus. Warum nicht.“
    Und dann schreibt man seinen Namen und alle möglichen persönlichen Informationen drauf. Man bekommt eine Kopie und regelmäßig neue Kopien mit neuen Namen.

    Was man nicht so mitbekommt, die Liste bekommt ein Herr X und dieser belustigt sich an den Informationen und baut so seine Geschäfte auf. Schlimmer, er handelt mit den Menschen und Informationen.
    Es ist so, als ob er mit den Seelen der Menschen handelt.
    Und er wird reicher und einflussreicher. So einflussreich, dass er am Ende entscheidet was wir am Tag essen, was wir hören, was wir sehen, wenn oder was wir lieben und in welche Schule wir unsere Kinder schicken…

  • @Millus

    Wenn man es schon aus der aufklärerischen Sicht betrachtet… dann liegt das Problem darin, dass sich die Leute überhaupt auf den Zettel eintragen.

    Die ganzen Ads auf Deinem Blog sind unerträglich penetrant. Hatte ich nach zwei Seiten keinen Bock mehr drauf. Das ist ja wie Privatfernsehen. John Connor sponsored by Google Ads, naja…

  • Facbook der neue Rattenfänger aus Hameln ?
    Die Kinder scheinen ihm ja derzeit auf den Leim zu gehen…..

    oder nur wieder mal ein weiterer Spinner der die Welt Erobern möchte?
    Man kann nur Hoffen das es keinem Gelingt und schon Morgen sich die Mode wieder ändert , etwas völlig Neues Angesagt ist und Facebook „sowas vom vergangenen Jahr“ 😉

  • Das Erschreckendste sowohl im Bezug auf die Social-Media-Plattformen, als auch was den Umgang mit Google anbelangt, ist die Naivität der Masse der Nutzer. Hier können weltweit agierende Konzerne unbemerkt und weitgehend auch ungehindert Ihre Fäden spinnen. Unsere Spaßgesellschaft geht da sehenden Auges auf den Leim. Da werden Milliarden mit den Daten ahnungsloser User verdient und die Machtstrukturen immer weiter ausgebaut, während die User noch tönen „lass sie doch, ich hab nichts zu verbergen“, oder „das machen die doch sowieso und haben es immer gemacht“. Die Kritikfähigkeit wurde durch die Verblödungsmedien längst eingelullt. Irgendwann werden alle Daten und sämtliche möglichen Querverbindungen in den Händen einiger weniger Großkonzerne sein, die alles über uns, unser Verhalten und das unserer Freunde wissen und das zu Ihren Gunsten nutzen. Geheimdienstliche Überwachung wird weitgehend automatisiert ablaufen. Das sind keine Verschwörungstheorien, das ist bittere Realität.

  • Facebook ist aus meiner Sicht langsam genauso so bedenklich wie Google Analytics. Was diese beiden Dienste an Daten schürfen ist für die meisten hier sicherlich unvorstellbar. Google Analytics ist im Vergleich zu FB noch harmlos, da Google die Daten nicht unbedingt an einer Person festmachen kann. Facebook kann das wesentlich besser.

    Irgendwann könnte Facebook einfach so ein Buch bei Amazon für dich bestellen. Warum? Na weil Facebook weiß, dass du es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sowieso früher oder später bestellt hättest. Du denkst das ist Utopie? Na dann warte mal noch fünf Jahre 😉

  • Gerade eben wurde die f8-Konferenz in Kalifornien von Mark Zuckerberg mit einer Keynote eröffnet. Dort erklärte er der gespannt lauschenden Welt, wie die Zukunft von Facebook aussieht beziehungsweise wie in seinen Augen die Zukunft des Internets aussieht. awesome!

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