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Social Media in Unternehmen: Gerne genutzt, aber ohne Budget

Alle Welt spricht von der Bedeutung von Social Media, aber nur die wenigsten haben offenbar auch Geld dafür (übrig). Diesen Schluss lässt zumindest die Umfrage „Social Media in Unternehmen“ zu, die die dpa-Tochter news aktuell in Kooperation mit Faktenkontor unter mehr als 1.700 Pressesprechern und PR-Fachleuten erhoben hat. Denn wie es scheint, sehen jene Firmen-Chefs, die Twitter, Facebook und Co. als Marketing-Instrument nutzen, nicht ein, für diesen Zusatzkanal tief in die Tasche langen zu sollen.

So gab denn auch nur jeder vierte Pressestellenmitarbeiter (28,2 Prozent) an, von seinem Boss in diesem Jahr liquide Mittel für Social Media-Projekte gewährt zu bekommen. Fast 60 Prozent hingegen bekommen definitiv kein Budget zur Verfügung gestellt, die verbleibenden wussten es noch nicht genau. Und das, obwohl knapp Zweidrittel von ihnen die Firmenleitung über die ihrer Auffassung nach hohe Bedeutung dieser Kommunikationsmöglichkeit mit neuen und Bestandskunden informierten: 17, 3 Prozent sahen dabei die Sozialen Netzwerke als „sehr wichtige“ und 44,6 Prozent als „eher wichtige“ Tools an (siehe nachfolgendes Bild). 

Die Pressemitarbeiter sind denn auch diejenigen innerhalb eines Unternehmens, die die Social Media-Kanäle am stärksten und häufigsten für die Unternehmenskommunikation nach außen nutzen. Auf sie entfällt ein Anteil von über 57 Prozent, gefolgt von der Marketing-Abteilung mit knapp 51 Prozent. Aber es gibt auch Unternehmen, die gänzlich auf die Nutzung sozialer Netzwerke verzichten.

Immerhin jeder zwanzigste Pressesprecher (4,3 Prozent) behauptet, dass sein Unternehmen sich jetzt und auch künftig von dieser Art Marketing-Instrument fernhalten werde (siehe Bild unten). Nur etwa jedes Dritte deutsche Unternehmen (32,5 Prozent) verfügt der Umfrage zufolge über eine Social-Media-Strategie. Jeder zweite befragte Mitarbeiter einer Pressestelle (52,2 Prozent) gab an, aktuell an einem entsprechenden Konzept zu arbeiten und jeder zehnte (10,2 Prozent) gab zu Protokoll, sich noch nie mit dem Thema beschäftigt zu haben.

Wie sieht das in euren Unternehmen aus? Wird da auf Social Media gesetzt? Und falls ja, mit ebenso knappem Budget, wie es die Umfrage suggeriert?

(Marek Hoffmann / Bilder)

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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

43 Kommentare

  • Traurige Bilanz.

    Auch in meinem Unternehmen, wo ich zur Zeit tätig bin, ist die Bedeutung von Social Media kaum bis eigentlich garnicht angekommen. Jedoch pushen wir diesen wichtigen Kanal aktuell deutlich, auch mit einer neuen Webseite die endlich in der Welt des Web 2.0 ankommen soll.

    Allgemein gesehen haben es die meisten Unternehmen aber leider immer noch nicht begriffen. Sie vertrauen einfach stark auf alt hergebrachtes, weil sie meinen, da zu wissen, dass es funktioniert (qausi ja schon ewig funktioniert hat). Alles Neue ist erstmal „evil“. So mein Gefühl.

  • Dieser Artikel offenbart eine Achillesverse der Social Media Strategen. Offenbar ist es ihnen nicht vollumfänglich gelungen, den Nutzen von Social Software offenzulegen und richtig an die Führungsetagen zu kommunizieren. Eine Annäherung streben wir hier an:
    Englisch: http://bit.ly/ct3ePv
    Deutsch: http://bit.ly/a1vFRo
    Erst wenn es gelingt den Nutzen und den Aufwand für Social Media Stretegien offenzulegen, können Führungskräfte verstehen welche Implikationen aus einem knappen Budget entstehen können. Es macht ja auch keiner Werbung und nimmt an, dass diese kostenlos entwickelt und vertrieben wird, oder?!

  • Social Media ergibt doch nur Sinn, wenn die Unternehmen Produkte liefern, die die Endverbraucher benötigen. Handys etc. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es firmen gibt, die NICHT für Endverbraucher produzieren und es denen somit herzlich egal ist, was außen passiert.

  • @CM Wieso sollte es für B2B – Kommunikation nicht relevant sein, engagierte und loyale Kunden aufzubauen und eine stabile Lieferkette zu etablieren?
    Social Media ist ja nicht gleichzusetzen mit Werbung/Marketing, vielmehr geht es um Engagement, Authentizität, eine gesunde Diskussionskultur und Offenheit/Transparenz/Kritikfähigkeit. Es ist gut vorstellbar, dass diese Dimensionen auch für B2B – Kommunikation im Wettbewerb ausschlaggebend sein können.

  • also ich finde es einfach unnötig für jede firma eine facebook gruppe und sonst was zu erstellen, als ich auf arbeitsplatz suche war habe ich von einigen unternehmen automatisiert emails mit links zu facebook gruppen für bewerber und sonst etwas bekommen, aber wofür ?

    der nutzen ist für mich einfach nicht erkennbar, genauso wenig wie wenn eine waschmaschinenfirma oder ähnliches twittert …
    für firmen die wirklich in der internet / kommunikations branche sind verstehe ich das ganze oder um ein produkt direkt zu promoten, was dann aber meinermeinung nach zur marketing strategie gehören würde und nicht zur presse!

  • Social Media = SEO = Webanalyse = Webdesign

    Das mach der Prakti / Studi.

    Aber: Was nix kostet – das kostet
    und zwar Geld


    Allerdings glauch ich nicht das die Metzgerei Meier eine Facebook-Seite braucht.
    Aber auch die MM braucht eine Strategie an mehr Kunden zu kommen.
    Das ist auch Social Media.

  • Die Pressesprecher zu fragen ist so, als ob man den israelischen Geheimdienst Mossad fragen würde, ob diese einen Blog betreiben wollen. Aus Sicht eines Pressesprechers ist die Wanderung auf dem Grad Social Media extrem schwer. Wie weit darf man in der „Pseudo-Vertrautheit“ gehen und wie weit muss man sich geschlossen halten. Aus Sicht eines Pressesprechers (ich bin im tiefsten Herzen auch einer) kann man hier extern 93 Prozent falsch machen und sieben Prozent gut machen. Also im Zweifelsfalle lieber Hände weg. Für die interne Kommunikation gilt dies übrigens nicht.

  • Ich bin mir sicher, dass es für jedes Produkt und jede Dienstleistung irgendwo, irgendeine Community gibt. Sociel Media hört bei Facebook ja nicht auf.

    Fakt ist aber, dass wenn ein Unternehmen aktiv Online geht, die Firmenstruktur, also Service – Produktion ect., auch fit genung dafür sein sollte, da die Onlineaktivitäten viele Abläufe sehr stark beschleunigen und die Anfragenfrequenz maßgeblich steigern könnten.

    Wenn ein Unternehmen in seiner Struktur und Dynamik, dem nicht gewachsen ist und auch keine Ambitionen dafür hat, dann kann eine verstärkte Onlineaktivität auch mehr schaden als helfen. Die Offline-Basis muss stimmen.

  • Also ich frage mich, welche Social Media Projekte der Pressesprecher stemmen soll? Für die einen ist eine Viralmarketingkampagne SM für andere schnödes Marketing.

    Solange es keinen allgemeinen Konsens gibt, was unter dieses Social Media fällt, macht die Frage nach dem Budget wenig Sinn. Früher gab es auch einmal kein Budget für SEO, heute nennt sich das Onlinewerbung.

  • Hallo,

    ich glaube große Unternehmen stellen wenig Budget für Social Media Marketing wie z.B. bei Facebook zur Verfügung, weil es nicht nötig ist. Denn je größter die Marke, desto automatischer treten die Facebook nutzer den Fanpages bei (korrigiere neuerdings heisst es ja „Gefällt mir“).
    Zu dem muss das Geld auch nicht direkt an Facebook fließen, da oftmals mit Verlosungen oder Give-Aways gelockt wird, wie z.B. mit Aktionen wie „Schreib in deinen Status: Coca Cola bringt Deutschland zur WM“ (nur ein Beispiel, so hat es nicht existiert).
    Somit stellt sich natürlich die Frage, wie Facebook sich auf dauer finanzieren möchte, wenn zu wenig bezahlte Werbung geschaltet wird, da es billiger ist sich Fans durch:
    1. Eine ohnehin bekannte Marke
    2. Gewinnspiele, wichtige News,
    3. Das Bezahlen von Einladungen von Leuten mit vielen Freunden in ihrem Account.

    MfG Dan

  • In Ami-Land ist das anders. Da wird richtig Geld für Social Media in die Hand genommen. Ein Freund von mir hat in New York eine kleine Firma und einen Mitarbeiter nur für Social Marketing eingestellt. Das lohnt sich…

  • Bei den Amerikanern ist die Reichweite von social Media ach viel Größer, da ist sogar der Opa bei Facebook. Klar sind in D, der Löwenantail auch bei den 35 und 50 Jährigen aber bei weitem nicht in dem Außmas wie in den USA. Ich glaube mann kann Social Media Marketing und Amerika und Deutschland nich in den selben Topf packen.
    Die deutsche, aktive Social Media Userschaft deckt bei weitem nicht so viele Nischen ab und ist auch nicht so kummunikationsfreudig wie in Amerika

    Grüße
    Maxim

  • Wenn Social Media in der Chefetage Begeisterung auslöst, hat das ja nicht selten unbedingt zu bedeuten, dass man dort das Thema komplett verstanden hat. Meistens hat man nur was davon gehört, will dass dann auch machen und das beste von allem ist ja, so ein Twitter- oder Facebook-Account kostet ja gar nichts.

    Wenn wundert es dann, dass diese Gratismentalität sich dann auch auf’s Budget durchschlägt. (Mal abgesehen davon, dass ein Engagement in diesem Bereich doch viel Geld kosten kann, schließlich müssen die Mitarbeiter ja daran arbeiten.)

  • Der Großteil meiner Kunden verfügt über 0,0 Social Media Strategien – Aber mal ganz ehrlich… Im B2B Bereich kommt es (noch) auf völlig andere Dinge an

  • Kommt noch alles…im Marketing wird zuviel Geld für sinnloses ausgegeben, wie Wurfpost etc.
    @Fred auch im B2B Bereich sitzen Menschen/Individuen die nicht 100% rationale Entscheidungen treffen…

  • Es ist wie mit Open Source … die Entscheider betrachten Social Media als etwas Tolles … aber natürlich Kostenloses. Solange sich diese Einstellung nicht ändert wird Social Media nichts weiter bleiben als der traurige Versuch den potentiellen Kunden selbst zum Vetriebler zu machen.

    Die armen Azubis in den Unternehmen, denen der Social Media Bereich zumeist zufällt, bewegen sich hier dann genauso unbedarft wie die Leute, die ihnen den Auftrag dazu gegeben haben.

  • Die allgemeine Wahrnehmung von Social Media muss wohl etwas „korrigiert“ werden. Viele User sehen Social Media Portale als Spielfeld und viele Firmen hingegen als Spamplattform.

  • Kein Geld für so was…

    Über den Basic Thinking Blog bin ich auf eine interessante Studie zum Thema Social Media aufmerksam geworden. Die dpa-Tochter news aktuell hatte in Kooperation mit Faktenkontor rund 1.700 Pressesprecher und PR-Fachleute zum Thema “Social Media in Unter…

  • Social Media ist nicht „umsonst“. Weder im Sinne von überflüssig, noch im Sinne von kostenlos. Und das denken einfach viele Firmenbosse noch. Die Implementierung eine Social Media Strategie erfordert nun mal viel Zeit und das nötige Know-How. Und diese Zeit, die aufgewendet wird, muss natürlich auch bezahlt werden. Ob das nun ein interner Mitarbeiter macht oder ein externes Unternehmen, ändert nichts an der Tatsache, dass man Social Media nicht mal eben nebenher machen kann.

  • Social Media mag große Chancen bieten, aber nicht für jedes Unternehmen und nicht zum Nulltarif. Selbsternannte Social Media Experten sind wohl häufig ebenfalls kein hilfreiches Mittel. Wer die Chancen des modernen Web nutzen möchte, sollte Zeit und Geld investieren sich mit dem Medium auseinanderzusetzen.

    Interessant finde ich da die 52,2 %, die der Meinung sind, an einer Social Media Strategie zu arbeiten. Was genau verstehen die darunter? Während der Pause hat der Chef mal 3 Worte in der IT oder Kommunikationsabteilung fallen lassen und erwartet ab morgen Ergebnisse? Würde mich nicht wundern.

  • Das mit dem Social Media wird aber doch auch überbewertet. Am Ende des Tages muß auch etwas in der Kasse sein, da genügen nicht nur 100 weitere „gefällt mir“ Bewertungen. – und die werden schneller gesetzt, als daß der Geldbeutel geöffnet wird.

  • Also jetzt 12 Monate später scheint sich das aber schon zu ändern … ich sehe immer mehr Firmen … die sicherlich auch Budget zu Verfügung stellen.

  • Inzwischen weiss man ja, dass Social Media nur mit guter Strategie und der Überzeugung aller MA wohl funktioniert.

    Obwohl immer wieder gesagt wird, Social Media kostet nichts (oder wenig), stimmt das halt eben nicht. Gutes Social Media Marketing kostet sehr wohl Geld. Die MA die Social Media betreiben sollen, müssen alle bezahlt sein. Nicht selten müssen dazu sogar noch zusätzliche MA eingestellt werden.

    So lange es auch noch keine wirklich gescheiten Messinstrumente (Thema ROI) gibt, wird es auch schwierig sein, eine GL nur mit Worten zu überzeugen…

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