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'SiteonMobile': HP ermöglicht mobilen Zugriff aufs Web ohne Internetzugang

HP Labs India hat in Kooperation mit drei Unternehmen offiziell ein Projekt vorgestellt, an dem bereits seit dem Jahr 2008 gearbeitet wurde und das sich „SiteonMobile“ nennt. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine in der Cloud verankerte Technologie, die mittels eines sogenannten TaskLet den Zugriff auf Webinhalte vereinfachen und das Durchführen von Transaktionen im Netz erleichtern soll – und zwar vorrangig über das Mobiltelefon. Es wurde nämlich speziell für Länder entwickelt, in denen deren Zahl sehr hoch, die Kosten für eine mobile Internetanbindung aber zu teuer sind.

Was verbirgt sich nun aber genau hinter dem Projekt? Bei einem TaskLet handelt es sich um eine Cloud-Anwendung, die quasi als Kapsel fungiert. Sie enthält Informationen über die Schritte, die notwendig sind, um im Internet eine bestimmte Aufgabe auszuführen oder Anwendung zu starten. Wer also beispielsweise regelmäßig auf einer bestimmten Seite im Internet die Wettervorhersage für seine Stadt nachschaut, müsste künftig nur noch das Tasklet starten und würde die gewünschten Informationen erhalten. Wer nun eine Parallele zu Smartphone-Apps zieht, liegt sicherlich nicht ganz falsch. Der Unterschied zu diesen und gleichzeitig das Innovative an den TaskLets – zumindest für den anvisierten und oben erwähnten Markt – liegt nun darin, dass weder zu ihrer Ausführung noch für den Empfang der von ihnen eingeholten Informationen das Internet vonnöten ist.

Der technische Trick besteht darin, dass der Besitzer eines Mobiltelefons entweder eine SMS von seinem Gerät verschicken oder einen bestimmte Nummer anwählen kann, die dann das entsprechende TaskLets in der Cloud aktivieren. Informationen, die zurück zum User gelangen müssen, werden ihm dann anhand eines Sprachdialog– oder Kurznachrichten-Systems übermittelt.

Auch wenn sich das für unsere Ohren alles wie längst überholte Technik anhört: Für die Menschen in Ländern wie Indien könnte es ein Segen sein. Dort besitzen etwa 600 Millionen Menschen ein Mobiltelefon, aber nur knapp die Hälfte dieser Geräte ist internettauglich. Und diejenigen, die mobil ins Netz können, surfen aufgrund der immens hohen Kosten nur kurz beziehungsweise verrichten darin nur schnell zu erledigende Aufgaben. Wenn sie sich mit „SiteonMobile“ nun einfach ein Tasklet erstellen können, das ihnen das Wetter ansagt, aus dem Horoskop vorliest oder – um es etwas aufwendiger zu machen – ein Ticket online bestellt, dann ist den Menschen doch sicherlich schon geholfen. Und für Gewerbetreibende mit eigener Website ist es eine Möglichkeit, ihren Kundenstamm auszubauen, wenn sie spezielle Tasklets für ihre Online-Präsenz anbieten.

Langfristig gesehen kann aber nur ein besser ausgebautes Mobilfunknetz und reduzierte Kosten als Lösung angesehen werden. Oder könnt ihr euch einen Verwendungszweck vorstellen – unter Umständen auch für Deutschland – der „SiteonMobile“ auch auf Weite sicht interessant machen könnte?

(Marek Hoffmann)


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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

2 Kommentare

  • Ich weiss nicht wie das in Deutschland ist, aber der Punkt mit der veralteten Technologie erinnert mich an meine Kindheit.

    Mit unseren alten Nokias haben wir über Kurznummern Klingeltöne, Logos, Witze und Horoskope herunter geladen. In Deutschland gibt es das ja mit jamba-Abo denke ich. Schnell haben auch Zeitungen und weitere Dienstleitser das potential erkannt. Mit SMS wie „Ticket OpenairZH, Max Muster, Musterweg 8, 8000 Muster“ konnte man alle erdenklichen Waren bestellen, Zeitungen abonnieren oder Bankkonten eröffnen.

    Prozesse offline verarbeiten und mit SMS absenden: Ist das am Schluss nicht genau dasselbe?

    Also ich sehe da überhaupt keinen Fortschritt. Schade finde ich, dass der Autor nicht über Nachteile sprach und keine Parallelen zu den altbekannten, oben erwähnten SMS- und Telefonbestellungen, sowie die Vorteile gegenüber deren, zog.

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