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Telekom vs. Verein Deutsche Sprache: Jetzt bitte in Deutsch!

Deutsche Sprache, schwere Sprache! Das sehe ich ein – ich kenne viel zu viele Menschen in den verschiedensten Ländern, die mir das immer wieder bestätigen. Darüber hinaus passiert es immer häufiger, dass mir Satzkonstrukte wie „War ich Kino gewesen“ entgegenbranden – und zwar durchaus von in Deutschland geborenen Deutschen.

Dennoch möchte ich nicht über das Land der Dichter und Denker philosophieren, oder Abgesänge auf die schöne, deutsche Sprache anstimmen. Viel mehr möchte ich darauf hinaus, dass es neben fehlerhaftem Deutsch auch bewusst in einer fremden Sprache formulierte Ansprachen gibt, die sich aber dennoch an uns Landsleute wendet. Wenn man einen „Kaffee zum Mitnehmen“ einen „Coffee to go“ nennt, kann ich da durchaus gut mit leben.

Handelt es sich aber um ein Telekommunikations-Angebot wie das der Telekom, welches mit einem wahren Wust an englischen Begriffen daher kommt, wird es schon schwieriger. Das sieht der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) ähnlich und hat sich daher heute mit einem offenen Brief an die Telekom gewandt:

Sehr geehrter Herr Obermann, als deutschsprachiger Kunde einer deutschen Firma fühle ich mich von diesem Angebot auf den Arm genommen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Ihrer Verantwortung als Vorstandsvorsitzender nachkommen und diesen Unfug in Zukunft unterbinden könnten.

Ich sehe das – wie oben erwähnt – in vielen Situationen nicht so eng, weil unsere Sprache oft von englischen oder französischen Worten profitiert, genau so wie „Glockenspiel“ oder „Kindergarten“ die englische Sprache bereichert. Obiges Beispiel jedoch ist aus dem Grund anders zu bewerten, weil es sich fast ausschließlich um englische Begriffe handelt, und es hier nicht lediglich nur um die deutsche Sprache und ihren Klang geht, sondern vor allem doch auch darum, ein Angebot der Telekom zu verstehen.

Sehr viele ältere Menschen sind mit dieser Wortflut aus fremden Landen überfordert und nicht zuletzt gibt es auch unzählige Deutsche, die bis zum Ende der achtziger Jahre statt Englisch nun mal Russisch in der Schule gelernt haben. Vermutlich klingen die englischen Begriffe pfiffiger oder zeitgemäßer, aber es sollte zumindest auch gewährleistet sein, dass jeder versteht, um was es eigentlich geht. Vielleicht könnte die Telekom ja neben der „normalen“ Version auch zusätzlich eine komplett eingedeutschte Seite anbieten, um auch den Leuten entgegenzukommen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind – oder sein wollen.

Ich möchte sicher nicht auf der VZ-Klaviatur spielen, die einen Chat einen Plauderkasten nennen und eine share-Funktion einen Zeiger, aber es muss doch irgendwas dazwischen geben, meint ihr nicht auch?

(Carsten Drees)


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Über den Autor

Ehemalige BASIC thinking Autoren

Dieses Posting wurde von einem Blogger geschrieben, der nicht mehr für BASIC thinking aktiv ist.

36 Kommentare

  • Also ich bin auch gegen übermäßigen Gebrauch von Anglizismen. Eine gewisse Anzahl an Lehnwörtern, insbesondere für Dinge die sich auf Deutsch noch nicht eingebürgert haben ist ok, alles andere endet meist peinlich.

    Beispiel:
    Ich gehe mit meinem Body-Bag zum Public Viewing. (Schaut mal in einem Wörterbuch nach, was das wirklich heißt)

    Wer gutes Englisch spricht meidet Anglizismen, alle anderen verstehen selbst oft nicht was sie sagen.

    Englische Muttersprachler lachen sich übrigens einen Ast wenn man sich ihrer Sprache unreflektiert bedient. Bestes Beispiel:

    http://www.engrish.com/

    für Deutschland könnte es das auch geben, so gibt es z.B. bei irgendeinem Discounter Toillettenpapier mit dem Namen „Happy End“.

    Also: Augen auf beim Verwenden einer Fremdsprache!

  • Der Artikel spricht mir aus der Seele, ich meine ich bin noch recht jung und ziemlich fitt was Englisch angeht, aber gerade unsere älteren Mitbürger wissen meisten garnicht, was sie eigentlich da kaufen sollen und können mit der Flut an englischen Fachbegriffen nicht klarkommen.

  • Solche Diskussionen habe ich nun schon viele erlebt. Ich finde das Grundanliegen durchaus richtig, ohne das Geringste gegen fremde Sprachen zu haben. Allerdings kann man bezweifeln, ob es unter praktischen Aspekten sinnvoll ist, solche Briefe an Unternehmen zu senden. Dieser Zweifel auch deshalb, weil es schon so oft passiert ist.

    Was mich an dem ganzen Thema am allermeisten stört, das ist das Verhalten von Personen wie beispielsweise dem Vorstand eines solchen Konzerns. Wie kann man derartig ohne jedes vernünftige Gefühl agieren? Sind solche Leute so besoffen von ihren eigenen (oft primitiven) Ideen, daß man sie extra darauf hinweisen muß, was geht und was nicht? Common sense? Offenbar Fehlanzeige. Daß solche Leute agieren wie Halbwüchsige, die ein neues Wort aufgeschnappt haben und es jetzt stolz (und oft unsinnigerweise) benutzen, sagt doch eigentlich nahezu alles über diese Personen aus.

  • Auch mir spricht der Artikel aus der Seele. Ich hoffe, diese Entwicklung in der Werbebranche kann irgendwann gestoppt werden. Es muss doch möglich sein, seine eigene Sprache nicht mit Füßen zu treten und trotzdem offen für neue Bezeichnungen zu sein.

  • Ach Quatsch, Anglizismen sind ein Stilmittel und wer in der eigenen Sprache sicher im Sattel sitzt braucht sich keine großen Gedanken machen. Anfang des 20. Jh war Französisch total schick (chic ?) und jetzt ist es halt Englisch. Wer hier puristisch vorgeht und Vorschriften macht lässt seine Sprache verarmen.

  • hahahaha völliger Schwachsinn, ….

    Bitte Facebook komplett umschreiben. Vodafone, Base, alle benutzen solche Schlagwörter,das war keine News wert

  • Da gab es doch bis vor kurzem noch interessante Diskussionen aus der Werbung. Mittlerweile haben dort Anglizismen ja auch stark nachgelassen.

    Beispiel war hier u.a. die Galeria Kaufhof: „Come in and find out“. Sehr missverständlich, wenn man wenig Englisch spricht 😀

  • @ frank
    Daß Französisch im Deutschen chic war, ist doch wohl schon ein bißchen länger her als Anfang des 20 Jhs., siehe Friedrich der Große (1712 bis 1786), der mit den „wichtigen“ Leuten Französisch sprach, mit dem deutschen Landvolk aber Deutsch (beherrscht hat er beide Sprachen in schriftlicher Form ohnehin nicht besonders). Anfang des 20 Jhs. hatte Englisch, schon wegen der Industrialisierung, das Französische weitgehend zur Seite geschoben.

    @ Andy
    Douglas, nicht Kaufhof
    Mit diesem Slogan hatte man sich schlicht verrannt. Die Leute, die das so falsch verstanden haben, hatten eine gewisse sprachliche Logik für sich; allerdings hätten ihnen auffallen sollen, daß keine Firma einen so hirnrissigen Slogan (wie sie ihn falsch übersetzt haben) würde wählen wollen.

  • Das war Douglas, mit „Come in and find out“, glaube ich.

    (Erfolgreiche) Unternehmen sind nicht dumm, und Unternehmer agieren nicht wie Halbwüchsige, wenn sie versuchen, die Sprache zu wählen, die ihre Kunden offensichtlich sprechen. Es sagt ja auch niemand (außer mir…) „Mobiltelefon“, sondern alle Welt benutzt das gräßliche Wort „Handy“. Und das Beispiel wähle ich nicht zufällig: Wenn schon mal nicht der englische Begriff benutzt wird (unter „cell phone“ können sich eben nicht viele Deutsche etwas vorstellen), dann wird eben ein _englisch klingendes_ Wort eingeführt! Wie blöd ist das denn?? Und dabei könnte man heutzutage auch ganz einfach „mein Telefon“ sagen, denn wer würde dabei noch an Festnetzapparate denken.

    Leider stört das eben nur eine Minderheit, und solange die meisten Kunden tatsächlich „das Date über’s iPhone canceln“, solange werden Werbetreibende auch „Apps“ für’s iPhone anbieten.
    Es geht hier also nicht um böse Konzerne, die uns das Deutsch austreiben wollen, sondern Werbung ist hier meiner Meinung nach nur der Gradmesser der allgemeinen sprachlichen Verrohung. Ich gebe allerdings zu, daß die Werbung dadurch einen Prozeß zumindest fördert, der sich aber wohl nicht aufhalten läßt. Schon weil junge Leute eben anders klingen _wollen_, als Erwachsene. Das ging uns auch so, als wir jung waren…

    PS: Ich finde Plauderkasten eigentlich ganz nett und „plaudern“ ist doch mal eine wohlklingende Alternative für „chatten“?

  • Bezüglich des zitierten Satzes: Als Anhänger von stark ausgeprägten Soziolekten will ich nur anmerken das sowas auch Absicht sein kann – mal abgesehen das ein „ALTEN, Problemoderwas?!?“ relativ oft wunder wirkt.

  • @ Tommy
    Sie sind nicht der einzige, der „Mobiltelefon“ sagt; ich bin deswegen auch schon kritisiert worden, ändere mein Verhalten aber nicht.

    Auch „Taschentelefon“ ist ein schönes Wort; es kommt aus der Richtung des seligen Johannes Kaplan und seiner Anhänger.

    Natürlich wissen viele Deutsche (selbst gebildetere Personen) nicht, daß im angelsächsischen Bereich „mobile phone“ und „cellular phone“ die gängigen Begriffe sind. Andererseits: Auch das Wort „Handy“ ist keine rein deutsche Erfindung, sondern wurde in der Urzeit der Geräte im Englischen verwendet.

  • @ ingo
    Gerade da irren Sie sich – wenigstens was das Problem im großen Maßstab betrifft.

    Wer mal die Gelegenheit hat, beruflich längere Zeit Briefe und E-Mails von Normalbürgern (von der Hausfrau bis zum Ingenieur; alle aber mit zutiefst deutschen Namen) zu lesen, der kann in kürzester Zeit feststellen, daß die Deutschen (heutzutage) eben kein Volk von Dichtern und Denkern sind, sondern ganz mehrheitlich von Leuten, die zutiefst unfähig sind, ihre eigene Sprache (schriftlich) korrekt und in adäquater Form zu benutzen. Mindestens 70 Prozent dieser schriftlichen Äußerungen sind voller Fehler – und das ist noch eine vorsichtige Schätzung.

    Die Deutschen sind in großer Zahl völlig unfähig, sich schriftlich angemessen auszudrücken, und in dieses Urteil sind Migranten noch in keiner Weise einbezogen.

  • Ich selbst arbeite für einen „deutschen“ Telekommunikationsanbieter. Ältere Menschen fragen mich gelegentlich was denn das Ganze in deutsch heißt. Damit bin ich allerdings völlig überfordert. Es gibt nunmal für manche Begriffe keine deutsche Übersetzung. Etwas wie „Flatrate“ kann man im deutschen nur Umschreiben. Auch die Erklärung was denn genau das „SIM“ in SIM-Karte bedeutet lässt sich nur mit weiteren unverständlichen englischen Wörtern übersetzen.

    Lustig wirds natürlich, wenn man vermeintlich englische Wörter nutzt, die der Engländer überhaupt nicht kennt. „Handy“ wäre sicherlich der Klassiker. Ich sage ohnehin viel lieber Mobiltelefon.

  • @ anonym :
    „Die Deutschen sind in großer Zahl völlig unfähig, sich schriftlich angemessen auszudrücken, und in dieses Urteil sind Migranten noch in keiner Weise einbezogen.“

    Richtig, aber weil Sie aber geschichtsbeflissen sind, sollten Sie doch auch wissen das die Zahl derer die sich verständlich in Wort und Schrift artikulieren können ( die Treffsicherheit sei mal nebensächlich), so groß wie noch nie ist.
    (Analphabetenrate zur Zeit Friedrich des Großen hab ich leider nicht zu Hand 😉

  • Die Ursachen diese Thematik liegen tiefer. Kern ist doch die Wertschätzung, die Sprache im Kultur- und Wirtschaftsleben erfährt.

    Luftkissen anstatt Airbag? Ja, ist das wirklich lächerlich? Oder ist es einfach die Angst davor, ein klares, meinetwegen auch banales deutsches Wort dafür zu verwenden. Dann müßte Amerikanern ein airbag doch auch lächerlich sein, was er nicht ist. Ist eine Flatrate nicht etwa einfach eine Monatsgebühr?

    In anderen Ländern gibt es Instanzen, die Vorschläge zur Übersetzung entsprechender Begriffe unterbreiten. Warum ist das in Deutschland nicht möglich?

    Auch der Denkprozess ist von den zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeit abhängig. Dies ist in diesem Kontext dann relevant, wenn ein englischer Begriff gleich mehrere deutsche Begriffe ersetzt, die eine größere Differenzierung ermöglicht hätten, z.B. cool anstatt schön, einzigartig, lässig, locker, entspannt…. Orwells Newspeak läßt grüßen.
    In anderen Fällen sind fremdsprachliche Begriffe in der Tat aussagekräftiger, was ich aber bei Meeting, Handy, Highlight, relaxen… einfach nicht erkennen mag.

    Größere Unternehmen sollten aufgrund ihrer Reichweite nunmal auch eine gesellschaftliche Verantwortung tragen und eine Vorbildfunktion einnehmen. Dazu zählt, die Landessprache korrekt einzusetzen. Übrigens soll es auch vorteilhaft für den Absatz sein, wenn Kunden die Produkte auch verstehen. 😉

    Sonst heißt es für diese Unternehmen, „sorry, you are on the woodway“.

  • Nur kurz: Es ist erschütternd, daß angeblich ganz gerne Deutsch sprechende Leute, die eine Überzahl an Anglizismen ablehnen, nicht einmal die alte deutsche Bezeichnung für „Flatrate“ kennen, nämlich Pauschaltarif oder kurz „Pauschale“
    Da läßt man alle Hoffnung fahren und erkennt das Ausmaß, das die Anglisiererei bereits angenommen hat.

  • @13 – Nee, Ingo – Migrationshintergrund wäre sicher ein Grund, falschen oder mangelhaften Gebrauch unserer Sprache zu akzeptieren. Ich möchte nicht wissen, wie lange ich bräuchte, um mich in einem fremden Land nur halbwegs vernünftig auszudrücken. Die im Artikel Angesprochenen sind in Deutschland geborene Deutsche mit deutschen Wurzeln – das macht es ja so erbärmlich 😉
    An das Wort „Handy“ oder auch an „Flatrate“ musste ich beim Schreiben des Artikels auch denken. Während das eine wirklich ein hässliches Wort ist – aber silbentechnisch nun mal wesentlich kürzer als Mobiltelefon, ist Flatrate meiner Meinung nach längst vom englischen in den deutschen Sprachgebrauch übergegangen. Genau dabei – oder noch eher beim Begriff „App“ finde ich es legitim, exakt diesen Begriff zu wählen, statt aus vermeintlichem Deutschtum ein umständliches Wortkonstrukt auszuwählen, nur weil es deutscher ist…

  • Diese überschwängliche Verwendung englischer Begriffe in deutschen Sätzen finde ich mit Dauer auch sehr nervig. Am schlimmsten beeinflussen mich Werbesätze wie: „Don’t call it Schnitzel“ – für mich alleine schon der Grund einen großen Bogen um dieses Fleischprodukt zu machen.

    Ein anderes Beispiel eines blödsinnigen Anglizismus, der sich ausbreitet wie die Pest ist „einen guten Job machen“ – es gibt im Englischen to do a great job – im Deutschen wurde der Begriff Job aber für als Beschäftigung eingedeutscht. Wenn ich dann ausgebildete Journalisten oder schlimmer noch Simultanübersetzer diese Floskel gebrauchen höre, rollen sich mir die Zehennägel hoch.

    Und ich möchte betonen, dass ich großer Fan der englischen Sprache, v.a. der Fähigkeit komplizierte Sachverhalte gut verquickt in einem griffigen Wort zu verpacken – aber gerade weil ich beide Sprachen so gerne mag, habe ich vielleicht eine Antipathie gegen diese Vermischung. Da kann ich auch nachvollziehen, das es ein Problem für Mitmenschen ist, die, im Gegensatz zu mir, nicht mit der englischen Sprache aufgewachsen sind.

  • Manche Wörter sind eben fest im täglichen Sprachgebrauch verankert. Sollte ich alterntive Begriffe zu Software, Hardware, googeln, E-Mail etc. nennen wollen, müsste ich wohl erst einmal kurz überlegen. Sprache entwickelt sich halt auch weiter und ist kein einmalig geschaffenes Werk, welches Jahrhunderte ohne Änderung überdauert. Einflüsse aus anderen Sprachen sind einfach zwangsläufig!
    Man muss sicher nicht alles mitmachen und kann sich um den Erhalt des eigenen Sprachguts kümmern. Aber die Augen, Ohren und Mund gegen Wörter aus anderen Sprachen zu verschließen ist sicherlich der auch der falsche Weg!

  • Ich finde ja, solche sprachlichen Veränderungen sind halt der Lauf der Dinge. Darüber zu meckern bringt überhaupt nichts. Wen etwas wirklich stört, der sollte seine Sprache konkret verändern (das Wort „Pauschale“ hat noch genug Kraft sich wieder durchzusetzen).
    Man kann auch mit Witz an die Sache gehen, „Progrämmchen“ finde ich klasse.

  • Einige Anglizismen sind sicher nur Modeerscheinungen:

    Besipiel:

    „Weißt Du“, oder „verstehst“ von dem typischen englischen Satzanhänsel „you know“

    Problematischer finde ich den Einsatz von englischen Wörtern im Sprachgebrauch. Denn die Flatrate wurde ja nicht eingeführt weil es einfach aus dem Englischen kommt, sondern weil das Wort „Pauschale“ von Marketingexperten (ob nun gute oder schlechte sei mal dahingestellt) als negativ prognostiziert wurde, wegen dem bösen Wort Pauschaltourist zum Beispiel.

    Viele dieser Wörter haben ihren Ursprung in Marketingabteilungen und wurden dann auch schön von allen anderen adaptiert. So ist es schwer als Einzelkämpfer jetzt eine Monatspauschale fürs telefonieren mit dem Mobiltelefon einzuführen. Viele könnten mit der Aussage vermutlich nichts anfangen. Zwar ist diese verständlich, aber sie hat keinerlei „Habenwollen“-Effekt ;o)

    Mir persönlich ist es egal, ob ich nun ein eBook oder ein elektronisches Buch kaufe, denn nicht der Name ist entscheidend, sondern der Nutzen den ich daraus ziehen kann – oder auch nicht!

  • also im grundegenommen finde ich das anliegen schon okay, aber man darf nicht vergessen, dass die heutige welt von multi-kulti lebt und sich auch immer mehr dorthin entwickelt. Das bedeutet im endeffekt, dass natürlich auch die sprache darunter „leidet“ und sich verändert beziehungsweise anpasst.

    Bezogen auf die Telekom ist es natürlich okay…immer rauf da 😉

  • Sehr schön, dass jemand der Telekom einmal die Meinung sagt. Mich stören die Anglizismen auch, obgleich ich der Meinung bin, überdurchschnittlich gut Englisch zu können.

  • Wenn es für ein aus dem Englischen übernommenes Wort / Gegenstand keine adäquate deutsche Entsprechung, die nebenbei nicht lächerlich ist, gibt, fände ich es als Lehnwort vertretbar. Allerdings ist mir der inflationäre, sinn-verfremdende Gebrauch von englischen Fremdwörtern echt zu wider. Ich erinnere nur an das Werbeprospekt einer Einzelhandelskette aus BaWü, die Leichensäcke („body bag“) als Rucksäcke (oder vielmehr andersrum) an den Mann bringen wollte. Genauso sei die Leichenschau („public viewing“) als abschreckendes Beispiel kurz erwähnt, auch wenn manches Fußballspiel den gleichen Unterhaltungswert besitzt.

    Die Entscheidungsträger in den Firmen, die unsereins mit diesen Fremdworten in doppelter Hinsicht quälen, sollten entweder Etymologen damit beauftragen; denn die kennen sich damit aus; oder einfach einen Muttersprachler zur Bedeutung der angestrebten Markennamen befragen. Sie sollten allerdings nicht den Wortschöpfern in den Marketingagenturen freie Hand lassen, denn sonst wird tatsächlich aus einem Mobiltelefon ein „handlich“ (Handy)

    Nebenbei, für die „Flatrate“ gibt es eine deutsche Entsprechung die weder missverständlich noch lächerlich ist und definitiv verständlicher – Festpreis – denn selbst die Pauschale ist vom lateinischen – Pensum – eingedeutscht.

  • Und wie sieht es beim Fussball mit den Anglizismen aus? Hier kann man oft völlig unnötige englische Wörter hören oder lesen. Um nur einige beim Fussball verwendete englische Wörter zu nennen: coach, corner, cup, goal, keeper, referee, team. Ganz besonders verunstaltet dieser Begriff die deutsche Fussballer-Sprache: Last-Minute-Sieg. Normalerweise verbindet man mit dem Marketingbegriff „last-minute“ aus der Tourismusbranche eher günstige Reiseangebote die man quasi in letzter Minute buchen kann. Aber eine Kombination aus zwei englischen und einem deutschen Wort, das hört sich doch schrecklich an, oder?

  • Ganz trendig auch „den Ball chippen“ – und gerade im Sport ist der von mir oben angemahnte Anglizismus „einen guten Job machen“ weit verbreitet.

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