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Werbeeinahmen: Facebook verdient in diesem Jahr 2,56 Dollar pro User

Da sich der Börsengang von Facebook ja immer wieder verschiebt und das größte Soziale Netzwerk somit quasi in privater Hand gehalten wird, sind alle Angaben zu dessen Umsatz sehr spekulativ. Das hält aber die Marktforscher von eMarketer nicht davon ab, trotzdem eine Schätzung abzugeben – und die hat es in sich. Demnach werden Zuckerberg & Co. mit Werbung in diesem Jahr etwa 1,28 Milliarden US-Dollar umsetzen. Den Hauptgrund für diesen mit Kaufanreizen erreichten Erfolg sieht Debra Aho Williamson in Facebooks speziellem Werbesystem.

Der Senior Analystin bei eMarketer zufolge schätzen die Kunden besonders die Möglichkeit, sich mittels eines einfachen Tools ihre Werbebotschaften selbst zurechtschustern zu können. Etwa die Hälfte des Umsatzes soll das Soziale Netzwerk über dieses „Selbstbedienungs-Werbesystem“ einfahren. In der Vergangenheit sei dessen Bedeutung für das Unternehmen stets unterschätzt und die Umsatz-Prognosen folglich immer geringer ausgefallen.

Es steht aber natürlich außer Frage, dass das allein nicht der Grund sein kann. Denn schließlich funktioniert keine noch so gute Werbung ohne das entsprechende Publikum. Und das ist bei Facebook ja bekanntlich mit einer halben Milliarde Usern gegeben. Das sieht auch Williamson so und betont: „Das Massenpublikum ist eines, das die Werbetreibenden nicht länger ignorieren können.“ Und das tun sie offenbar auch nicht. Denn allein in den USA nimmt Facebook über Werbung 835 Millionen Dollar ein. Weltweit kommen noch einmal 450 Millionen hinzu (siehe Screenshot). Damit reicht das Netzwerk bereits an etablierte Größen wie den Online-Dienst AOL heran, der geschätzte 890 Millionen mit Kundenverlockungen verdient.

Auch wenn es aufgrund der Datenschutz-Pannen – zuletzt ist am vergangenen Mittwoch ein Bug bekannt geworden, durch den die Namen und Fotos aller Facebook-Mitglieder freigelegt wurden – etwas schwer zu glauben ist: Zuckerbergs Soziales Netzwerk verfügt über ein immens starkes Image bei seinen Usern. Man möchte es fast mit dem vergleichen, das Apple bei seinen Kunden hat. Das erklärt in beiden Fällen, warum Fehler eher verziehen und neue Produkte so schnell adaptiert werden. Nun gut, für diese Einschätzung bedarf es keines Psychologie- oder Marketingstudiums. Es macht aber zumindest verständlich, warum die Mutter aller Sozialen Netzwerke zusehends an Bedeutung verliert: bei Usern wie bei Werbekunden.

Dieses Jahr wird MySpace nur 347 Millionen Dollar mit Werbeschaltungen umsetzen, im nächsten Jahr sogar nur 297 Millionen, schätzt eMarketer. Eine Millionenzahl an Mitgliedern ist somit allein noch kein Garant dafür, dass Werbebotschaften auf fruchtbaren Boden fallen. Um diesen Abwärtstrend aufzuhalten, hat sich die Plattform jüngst daher eine bereits angekündigte Frischekur verpasst und die User-Profilseiten redesignt. Und die sehen jetzt aus… – wie bei Facebook. Mal sehen, ob das hilft, um die eigene Attraktivität zu steigern und zu alter Stärke zurückzufinden. Es soll User geben, die daran glauben…  

(Marek Hoffmann)

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Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

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