Basic Flashback: Eine Hommage an WLANs – wo die schnelle Lutzi die Telekom killt

Jürgen Vielmeier

Anzeige

Ich mag meine Nachbarschaft. Hier ist immer was los, hier laufen schräge Typen herum und hier scheint eine ganze Kolonie verirrter Künstler zu leben. Und sie pflegen die besondere Leidenschaft, einen kleinen Teil ihrer Nachbarschaft mit anonymen, ultrakurzen Cybertexten zu amüsieren: kreative WLAN-Namen. Twitter ist im Vergleich dazu ein Tolstoi-Roman: WLAN-SSIDs dürfen maximal 32 Zeichen lang sein. Sie werden nur von den Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft überhaupt gelesen, und auch nur dann, wenn man das seltene Vergnügen hat, sein eigenes WLAN gegen ein anderes zu tauschen.

Als meine Wohnung noch eine WG war, half ein Freund dabei, das WLAN einzurichten. Er machte sich einen Spaß daraus und nannte es „hierkoenntihrkiffen“, dabei tranken wir doch eigentlich nur Bier. Irgendwann ging das Router-Passwort verloren und deswegen heißt das WLAN jetzt immer noch so. Sei’s drum, „Fritz! Box WLAN 3270“ kann jeder, und leider macht sich die Mehrheit der WLAN-Nutzer nicht die Mühe, die Voreinstellung des Herstellers zu ändern. Eine nicht gerade kleine  Zahl aber nutzt den kreativen Minispielraum doch und schafft sich mit einer kreativen SSID (Service-Set Identifier) ein eigenes Reich.

Der Name für ein eigenes Cyber-Reich

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 10.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Beats-Kopfhörer gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Ich wollte die interessanten WLAN-Namen meiner vernetzten Nachbarschaft herausfinden und mache mich deswegen auf zu einer kleinen Reise. Die Bonner Altstadt, in der ich lebe und arbeite, ist recht dicht besiedelt. Hauptsächlich junge Menschen wohnen hier: Studenten, junge Berufstätige und Familien, viele Einwanderer. Es reiht sich Mehrparteienhaus an Mehrparteienhaus, unterbrochen oft nur von einer der vielen Kneipen und Geschäfte. Im Treppenhaus beginnt mein Spaziergang. Ein Nachbar hat sein WLAN „Tresor“ genannt, auf dass es niemand knacken möge:

An der Straßenecke scheint ein Liebhaber asiatischer Martial-Arts-Filme zu wohnen:

Das WLAN „Ludolfs“ fällt mir einige Häuser weiter auf, zufällig (?) direkt in der Nähe eines Fachhandels für Autolacke:

Reale Geschwindigkeit oder nur gewünscht? Der Bezeichner dieses WLANs mag seinen Router auf jeden Fall:

Ob das bei diesem Besitzer ebenso der Fall ist, wage ich zu bezweifeln…

Diese hier haben zumindest noch Hoffnung:

Einen Straßenzug weiter scheint es politisch radikal zu werden. Hier haust die …

… der direkte Nachbar der …

Ich wage mich immer weiter in das Viertel hinein. Second-Hand-Shops, Fußballkneipen, kleine Büros und allerlei Freaks auf einem Haufen:

Weiter hinten plötzlich schlechter …

… und recht radikaler Geschmack:

Darf man haben, wenn die Wahrheit da draußen liegt…

… oder die Antwort auf alle Fragen schon gegeben ist:

Auf diese Weise habe ich meine Nachbarschaft noch nie gesehen, aber sie wird mir zunehmend sympathischer. Meist sieht man nur die Menschen auf der Straße; hinter die Fassade blickt man selten. Schließlich bin ich im Grünen angelangt:

Hier verhallt selbst ein Schrei von der Lautstärke eines Tarzanrufs:

Dabei liegt die treffendste Bezeichnung für ein WLAN oft so nahe, dass man sich fragt, warum man nicht selbst auf diesen schönen Namen gekommen ist:

So kann man die Suche nach der perfekten SSID noch fortführen…

Es sei denn, sie sagen mir endlich das Kennwort für die…

Nach dem Spaziergang mit dem iPhone in der Hand fühlt man sich erfrischt, kreativ inspiriert, fröhlicher als vorher. Und gleichwohl bleibt man ein wenig traurig zurück: So viel Bandbreite wird verschenkt, weil jeder Besitzer angehalten ist, sein Netz zu verschlüsseln. Und auch mit den Cyberkünstlern des Alltags wird man nie ins Gespräch kommen. Es möge doch bitte jemand eine App programmieren, mit der ich WLAN-Betreibern, deren Namen mir sympathisch sind, eine Nachricht schicken kann: „Seid mutig und teilt mit mir euer Netz! Wer ich bin? Ach, …“

Erkennt jemand sein WLAN wieder? Dann bitte melden! Welche verrückten WLAN-Namen kennt ihr? Sagt es uns in den Kommentaren!

(Jürgen Vielmeier)

Zins-Knaller bei der NIBC!

Eröffne jetzt dein kostenloses NIBC Tagesgeld und erhalte bis zu 2,75 Prozent Zinsen auf dein Geld – bei täglicher Verfügbarkeit!


Jetzt Zinsen sichern

Voraussetzungen gelten, Anzeige

STELLENANZEIGEN
Senior SAP Consultant FI/CO (f/m/div.)
Bosch Gruppe in Wetzlar
Vertriebsingenieur (Ingenieur Maschinenbau / ...
a2tec GmbH in Hamburg
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Schwer Fittings GmbH in Denkingen
Personalberater (m/w/d)
Ratbacher GmbH - Karriere bei Rat... in Stuttgart, M...
Organizational Integration Manager (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Vehicle Testing Lead (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Sales Manager (m/w/d) Online Marketing
Sellwerk GmbH & Co. KG in Düsseldorf, Meerbusch, Kaa...
Sales Manager B2B für Stellenanzeigen und Soc...
Recruiting Excellence GmbH in Düsseldorf
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.