Rauchmelder 2.0: Stadt Köln stiftet Bürger zum Online-Raucher-Denunzieren an

Marek Hoffmann

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Ich habe die News im Vorbeigehen auf dem Weg zur Arbeit in einem dieser Express-Ständer gelesen und sie für einen Witz gehalten. Es sieht aber wohl tatsächlich so aus, dass wir hier in Köln (sicherlich werden bei entsprechendem „Erfolg“ weitere Städte folgen) eine Art Online-Formular für Petzliesen erhalten. Und zwar für jene, die sich über rauchende Mitbürger in Gaststätten beschweren wollen. Auf der entsprechenden Internet-Seite der Stadt Köln ist zu lesen, dass es dafür genutzt werden soll, „einen Verstoß gegen das Nichtraucherschutzgesetz NRW (NiSchG NRW) anzeigen. Wir werden anhand Ihrer Angaben prüfen, welche ordnungsbehördliche Maßnahme geeignet ist, um den Verstoß zu ahnden und zukünftig auszuschließen“. Ist das nicht beängstigend?

Da werden Menschen doch zum Denunziantentum angestiftet, oder sehe ich das zu eng? Ich bin selbst Nicht-Raucher und habe auch noch nie an einer Zigarette gezogen. Insofern kommt mir solch ein Vorstoß natürlich zugute. Ich will hier jetzt auch gar nicht darüber diskutieren, ob mir Kneipen und Diskotheken besser gefallen, seit dort nicht mehr geraucht werden darf. Worum es hier geht, ist, dass bisher eben entsprechende Beamte für die Einhaltung des Verbots zuständig waren. Und nun sehe ich es schon zum Volkssport werden, sein Smartphone zu zucken und Leute anzuschwärzen. Auch denkbar wäre, dass Gastwirte sich gegenseitig das Leben schwer machen, indem sie einander bei der Stadt melden.  

Mich wundert es, dass das Formular nicht die Option bietet, direkt ein Beweisfoto mit hochzuladen. So hätte die Stadt doch eine viel bessere Möglichkeit, die Angaben ihrer Hilfssheriffs zu überprüfen beziehungsweise gegen die Delinquenten vorzugehen. Aber ich will hier keine schlafenden Hunde wecken.

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Ironische Randnotiz: Als ich neulich abends in einer Kneipe saß, rauchten auch einige und wurden vom Wirt aufgefordert, dies zu unterlassen. Sie machten die Zigaretten aus, während sich gleichzeitig am anderen Ende des Ladens andere Gäste gerade eine Fluppe anmachten. Was der Wirt aber nicht bemerkte. Moral von der Geschichte: Wenn schon, dann sollten die Raucher und nicht die Wirte bestraft werden. Dieses Formular ist somit in meinen Augen ein Eigentor, liebe Stadt Köln, und eine falsche Nutzung der Möglichkeiten, die das Netz zu bieten hat.

(Marek Hoffmann / Foto: Flickr – Fotograf: Roman Pavlyuk)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.