Sonstiges

Arbeiten bei Google hat viele Vorteile, aber erzählt nichts davon der Presse!


Wo würdet ihr lieber arbeiten, bei Google oder bei Yahoo? Bevor ihr antwortet, lest bitte diese Zeilen. Bereits am Dienstag war durchgesickert, dass Google allen seinen Mitarbeitern ein sehr nettes Weihnachtsgeschenk macht:

  • 1.000 US-Dollar auf die Hand als Weihnachtsbonus
  • Die Steuern für die 1.000 Dollar dafür übernimmt Google. Es gibt das Geld also netto.
  • Mindestens 10 Prozent Gehaltserhöhung ab dem 1. Januar 2011
  • Die Chance auf weitere, leistungsabhängige Gehaltserhöhungen
  • Zusätzlich wird der ansonsten fällige Jahresbonus aufgeteilt und ins Grundgehalt integriert, statt wie bisher am Jahresende ausgezahlt. Gut, ob das nun zwingend ein Vorteil ist, muss jeder für sich entscheiden. Viele Angestellte hatten den Wunsch zumindest geäußert, es dürfte repräsentativ für die Mehrheit stehen.

Das teilte Google-Chef Eric Schmidt den Mitarbeitern in einem internen Rundschreiben mit. Die guten Nachrichten betreffen alle Google-Mitarbeiter weltweit. Allein die Gehaltserhöhung dürfte den Suchriesen mal eben 1 Milliarde US-Dollar extra kosten, hat „The Business Insider“ hochgerechnet.

3,5 Millionen Dollar in Aktien für einen einzigen Mitarbeiter

In der Mail betont Schmidt natürlich, wie wichtig jeder einzelne für Google sei und so weiter. Man mochte es für eine ebenso teure wie geschickte Marketing-Strategie halten, bis man die nächste Meldung las: Der Google-Mitarbeiter, der das interne Schreiben an „The Business Insider“ weitergereicht hatte, wurde ermittelt und offenbar gefeuert. Die Meldung war eben nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen, vielleicht damit externe Aktionäre nicht mitbekommen, wie viel Geld Google für sein Personal ausgibt. So oder so sah Google darin einen Vertrauensbruch. Verständliche, aber harte Entscheidung.

Ich sprach gerade von externen Aktionären, denn natürlich gibt es auch im Hause Google Aktienmillionäre. Einer davon ist spätestens seit dieser Woche ein nicht näher benannter Entwickler, dem Google eigene Aktien im Wert von 3,5 Millionen Dollar angeboten hat. Er war offensivst von Facebook umworben worden, und Google wollte anscheinend alles dafür tun, um ihn zu behalten. Bei Facebook arbeiten mittlerweile übrigens rund 300 ehemalige Google-Mitarbeiter, was etwa 15 Prozent der ganzen Belegschaft ausmacht. Vorbei also die Zeiten, in denen nur Firmengründer und Manager Millionäre werden konnten. Vorbei auch die Zeiten, in denen Mitarbeiter nur eine austauschbare Nummer in einer Box des riesigen Großraumbüros sind?

Noch lange nicht überall. Um, wie versprochen, noch einmal auf die Anfangsfrage zurückzukommen: Passend zur Meldung, dass Google seine Mitarbeiter künftig besonders wertschätzt, platze die Nachricht, dass Yahoo 5 bis 20 Prozent der Belegschaft seiner Sparte Produktorganisation hinaus werfen würde. Etwa 650 der gut 14.000 Yahoo-Mitarbeiter seien betroffen, meint All Things Digital; Techcrunch spricht von 2.500 Mitarbeitern. Sicher ist nur, dass wohl eine ganze Menge Yahoo-Mitarbeiter auf die Straße gesetzt werden. Tja, also, wo würdet ihr lieber arbeiten … ?

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

20 Kommentare

  • das mit der kündigung ist aber nachvollziehbar, man muss ja nicht immer alles gleich an die presse geben und die 1000 dollar weihnachtsgeld sind ja wirklich schon ziemlich kräftig

  • Selbst schuld, wenn der Mitarbeiter diese Meldung an die Presse gegeben hat. In jeder noch so kleinen Klitsche sollte man doch so loyal dem Arbeitgeber gegenüber sein, dass man keine Interna nach außen trägt…

  • Hut ab an Google, dass sie sich das leisten können.
    Dumm für den Mitarbeiter dass er sich nicht im stillen freuen konnte.
    Warum er das auch unbedingt in den Umlauf bringen musste erschließt sich mir jetzt nicht…

  • Dem Entwickler scheint es dann jetzt nicht mehr so in Richtung Facebook zu ziehen…

    Richtig ist auch das der Typ rausgeflogen ist, intern bedeutet eben nicht das die Presse diese Informationen bekommen soll.

    Das nenne ich dann mal ein schönes Weihnachtsgeschenk und die 10% Aufschlag ab Januar sind auch nicht zu verachten.

  • warum wird ein faires Verhalten gegenüber Mitarbeitern durch gute Bezahlung und einige Privilegien immer so überbewertet. 😉 Ich denke es ist nur fair, wenn die Angestellten 10% im Jahr mehr bekommen, wenn die Aktionäre mindestens 20% mehr haben wollen. Der Aktionär verliert im Extremfall nur Geld… wenn er schlau ist nicht mehr als 10% seines Vermögens… der Angestellte ggf. Geld, Job, soziales Umfeld und er muss sich neu prostituieren. 😉

  • Ich hab mal gelesen, dass die auch ihre eigenen Masseure bei Google haben und zudem einen bestimmten Teil ihrer Arbeitszeit kreativ sein sollen (also nicht arbeiten), was sich offenbar positiv niederschlägt. Zwar kommen dann auch bisweilen eher fragwürdige Sachen wie Buzz dabei raus; doch Maps etc. entstammen wohl auch solchen „Kreativphasen“ – kein Wunder, dass alle Welt in diese Firma will…

  • Teilweise muss man aber auch zugestehen, dass die Yahoo Mitarbeiter nicht ganz unschuldig an der negativen Lage sind. Wenn ich mir mal die ganzen Dienste ankucke, allen voran Flickr, dann passiert dort so gut wie gar nichts neues. Schon wenn ich Yahoo Maps sehe .. also wofür sollten deren Mitarbeiter dann belohnt werden?

  • Das google langsam zum Monopol für viele Dienste herranwächst ist eine Sache, aber es ist doch schön zu sehen, dass die Mitarbeiter die einen Betrieb hochziehen auch etwas davon haben. Sicher hinkt Yahoo um längen hinterher und wage einfach mal zu behaupten, dass keine Suchmaschiene, kein Kartenanbieter und kein Internetwerbeanbieter mehr an google herankommt.

  • Ich denke ein Job bei Google ist Cool und 1.000 dollar Steuerfrei auch. 3.5 Millionen ist auch OK. Google ist nicht zu stoppen aber ohne Google wo Suchen wir???

  • @#8 Stefan, hei Buzz ist nicht tot und ich und tausende andere (vor allem Android-User) lieben es 😉

    Zum Artikel, das ist alles sehr nachvollziehbar, wenn es nur begrenzte menschliche Ressourcen mit den Eigenschaften wie z.B. dieser o.g. Entwickler gibt, dann müssen Unternehmen spendabler werden! Und Prämien sind unabdingbar für eine gute Stimmung in der Belegschaft. Erfolgsbeteiligungen sind eine Respektsäußerung und ein Danke für das Erreichte, in erflolgreichen Jahren sollte dies jedes Unternehmen tun.

  • 1000 Dollar?

    Im Hinterkopf habe ich den Bericht eines Insiders, der davon schrieb, bei google würden Hungerlöhne bezahlt. Er meinte damit nicht die höheren Funktioner, sondern die untersten Arbeitsebenen. Sollte das etwa nicht stimmen?

  • @Cookie: nun gut, da kann ich nicht mitreden – bin noch kein „stolzer“ Besitzer eines Smartphones (und werde es vermutlich auch nie werden);

  • „Vorbei auch die Zeiten, in denen Mitarbeiter nur eine austauschbare Nummer in einer Box des riesigen Großraumbüros sind?“

    Ich denke, auch bei Google gibt es genug Mitarbeiter in Großraumbüros, die nicht all die schönen Dinge genießen können. Mitarbeiter die besonders wergeschätzt werden, sind besonders wertvoll.

  • Ich überlege seit längerem mich bei Google zu bewerben. Ich brauche einfach ein Umfeld von Nerds, die irgendwie auf der selben Wellenlänge sind wie ich. Mit Wellenlänge meine ich nicht IQ, sondern Passion! Bisher habe ich sehr wenige Gleichgesinnte getroffen und fühle mich mit meinem Ideen manchmal alleine. Es wäre das größte für mich über diese mit anderen Nerds zu sprechen und die Ideen auszuprobieren und zu entwickeln.

    Es wäre cool, wenn Ihr den Artikel mit dem Infostand von 2015/2016 updaten würdet. Ich denke, dass ich bei Google viel getan hat in Zwischenzeit. Vermutlich mehr als bei allen anderen Unternehmen.

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