'Haptic Braille' und 'Touch Reader': Zwei Design-Studien, die Sehbehinderten lesen helfen sollen

Marek Hoffmann

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Ich bin ja ein großer Fan von technischen Errungenschaften und Gadgets, die jenen unter uns das Leben erleichtern (sollen), die aufgrund einer Behinderung in vielen alltäglichen Situationen benachteiligt sind. Das hatte ich zuvor schon an mehreren Stellen erwähnt, zuletzt im Zusammenhang mit dem „Drop GPS“-System, das eine Konzept-Studie für eine Art Braille-Kompass war. Wie dieses, so richtet sich auch das „Haptic Braille“ getaufte Helferlein an sehbehinderte Personen, teilt mit jenem aber leider auch die Gemeinsamkeit, dass es sich bislang nur um eine Studie handelt.

Zu bedauern ist es deswegen, weil die Idee wirklich gelungen ist und vielen Menschen neue Möglichkeiten erschließen würde. Mit dem mausähnlichen Gerät sollen blinde Menschen nach Willen des Designers Baek Kil Hyun nämlich befähigt werden, alle Bücher lesen zu können – nicht nur die in Braille-Schrift verfassten. Hierzu wird „Haptic Braille“ einfach wie ein Handscanner über einen Seite gezogen, während eine an der Unterseite angebrachte Optik den Text „liest“, eine Zeichenerkennungssoftware (OCR) diesen analysiert und in Braille-Schrift „übersetzt“. Diese erscheint dann auf der Oberseite des Gadgets und kann von der Person in gewohnter Art mit der Fingern ertastet werden.     

Sieht man einmal von den Herausforderungen ab, vor die das Konzept in Bezug auf Software und technische Umsetzung gestellt wäre, könnte ich mir auch in der praktischen Anwendung einige Widrigkeiten vorstellen. So könnte sich etwa die gleichzeitige Bewegung der Maus und das Abtasten der Braille-Schrift etwas schwierig gestalten, da die Hand ja im Prinzip zwei Handlungen ausführen muss, die im Kopf koordiniert werden müssen. Wer mal spaßeshalber versucht, seine Maus von links nach rechts zu bewegen und dabei gleichzeitig mit den Fingern deren Oberfläche abtastet, versteht vielleicht besser, was ich meine. Das Problem ließe sich natürlich dadurch lösen, dass die Seite eines Buches zunächst komplett gescannt wird, bevor sie für die blinde Person lesbar gemacht wird.

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Einen anderen Ansatz hat hier ein weiterer Gewinner – wie Haptic Braille – des diesjährigen Red Dot Concept Design-Wettbewerbs. Es handelt sich dabei um den „Touch Reader„, der im Grunde genommen das obige Gadget in Fingerhut-Größe darstellt. Er wird auf einen Finger aufgesetzt, mit dem man dann über einen Text streicht und diesen dann als Brailleschrift auf der Innenseite des Geräts quasi auf die Fingerspitze „gedrückt“ bekommt.

Ohne despektierlich klingen zu wollen, frage ich mich bei diesem Ansatz allerdings, wie eine blinde Person eine Textzeile, die sie nicht sehen kann, so genau mit ihrem Finger entlangfahren soll?

(Marek Hoffmann)

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Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.