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CES-Flashback: Die Schlacht der Anbieter um den loyalen Kunden von morgen

Jürgen Vielmeier
Aktualisiert: 17. Februar 2025
von Jürgen Vielmeier
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Aus Sicht der Anbieter für ist die Marschroute für das laufende Jahrzehnt klar: Dem Kunden in seiner Freizeit Unterhaltung bieten, sowohl im Wohnzimmer als auch unterwegs. Umso praktischer ist das für den Käufer, wenn er seine gewohnte Oberfläche mit Apps und Medien auf allen Geräten wiederfindet. Deswegen streben die großen Hersteller für Unterhaltungselektronik dahin, alles aus einer Hand anzubieten. Noch schafft das keiner, aber einige Musterschüler sind auf dem besten Weg dahin, während andere ihre Hausaufgaben nachschreiben müssen.

Die diesjährige CES lässt sich in drei Worten zusammen fassen: Tablets, Flatscreens, Apps. Und als Viertes die Verbindung aller drei. Apps und das Web kommen auf den Fernseher. Medien lassen sich über Drahtlostechnologien kabellos von einem Gerät zum anderen streamen. Außerdem dreht sich viel um 3D, Gestensteuerung und Spielekonsolen. Doch auch das ist nur ein anderer Weg zum gleichen Ziel.

Samsung und LG blendend aufgestellt

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Schon lange führt in Sachen Unterhaltungselektronik kaum noch ein Weg an Samsung vorbei. Keiner ist umtriebiger als die Koreaner, was Smartphones anbelangt. Egal ob Android, Windows Phone 7 oder das eigene Bada-System: Der Konzern ist mit allen gut Freund und gerade deswegen sehr erfolgreich. Dazu stellte man auf der CES neue Tablets (Galaxy Tab 2, Sliding PC 7) und neue LED- und Plasma-TVs vor. Auch eigene Apps für seine Fernseher (Smart Hub) bietet Samsung und schlägt dabei die Brücke zwischen allen Plattformen. Natürlich hat sich Samsung an Apple orientiert, was Smartphones und Tablets anbelangt. Gerade jetzt ist Samsung, das ähnlich wie auf anderen Messen wie der IFA in Berlin viel Geld für einen riesigen Stand auf der CES investiert hat, aber auf dem Weg, Apple einzuholen und in manchen Bereichen hinter sich zu lassen. Was den Koreanern fehlt? Eigentlich nur noch eine Spielekonsole.

Die hat auch LG nicht, aber dafür fast alles, was der große Bruder Samsung auch kann: Smartphones, Tablets, Fernseher und das Bestreben, alles drei zu kombinieren. LG setzt sowohl auf Android als auch auf Windows Phone 7 (Optimus 7), bietet Apps und Home Entertainment über das so genannte Smart TV. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass LG und Samsung derzeit am besten aufgestellt sind und den Trend der Zukunft rechtzeitig erkannt haben.

Das kann etwa Netbook-Erfinder Asus nicht von sich sagen. Zu lange hat man sich auf dem Erfolg seiner Mini-Notebooks ausgeruht und erst jetzt auf der CES erste Tablets vorgestellt. Ähnlich wie Motorola, Lenovo, Acer, RIM/Blackberry und HTC ist man außerdem auf eine Produktkategorie festgefahren.

Apple und Microsoft machen eigentlich alles richtig

Natürlich ist Apple auf einem guten Weg dahin, führender Anbieter von Home Entertainment zu werden: Tablet, Smartphone, Entertainment-Store (iTunes) und eine universelle Fernsehbox (AppleTV) sind vorhanden. Und glaubt man den Aussagen von Steve Jobs, hat man mit dem iPad oder dem iPod touch bereits eine Spielekonsole für Zuhause präsentiert. Dennoch bekommt man das Bild der ganzen Familie oder des Freundeskreises nicht in den Kopf, das sich mit Apple-Produkten um den Fernseher schart und dort spielt. Eine echte Spielekonsole fehlt den Kaliforniern ebenso wie eigene Fernseher. Zur Zeit kommt man aber auch ganz gut ohne beides aus.

Microsoft derweil hat eine eigene Spielekonsole und ist mit seiner Software zumindest indirekt auch auf zahlreichen Smartphones und Tablets vertreten. Den Zugriff auf Home Entertainment bietet Xbox Live mit Unterstützung von Hulu, Netflix und den Online-Angeboten einzelner Sender wie ESPN. Noch dazu schart Microsoft eine große Entwicklergemeinde um sich, die Apps für Windows Phone 7 programmieren.

HP und Dell versuchen, die Kurve noch zu kriegen

Sony hingegen ist dank der Playstation 3 und eigenen Fernsehgeräten mit Internetfähigkeit in Sachen Home-Entertainment stark aufgestellt. Gerade im mobilen Unterhaltungsbereich haben die Japaner allerdings Nachholbedarf. Tablets hat man als wohl einziger Anbieter auf der CES bislang nicht vorgestellt, nur vage angekündigt. In Sachen Smartphones holt das Jointventure Sony-Ericsson langsam auf; eine Integration in Sonys Heimprodukte soll neuen Handys mit auf den Weg gegeben werden.

Es hat einen Grund, warum HP bei Palm zugeschlagen hat und deswegen bei Tablets und Smartphones ein bisschen mitmischen darf. Die angestaubte Produktpalette für Heimanwendungen mit Desktops und Druckern zieht nicht mehr. Vor ähnlichen Herausforderungen steht Dell, in Sachen Smartphones und Tablets nun immerhin mit dem Streak aktiv. Es hat auch einen Grund, warum TV-Hersteller Sharp plötzlich auf Tablets (Galapagos) setzt. Das Ziel der Hersteller ist es, die Kunden in allen Lebenslagen für ihre Produktlinie zu begeistern, sie quasi dazu zu bringen, für einen Anbieter zu unterschreiben. In je mehr Bereichen man das kann, umso besser für sie.

Alles aus einer Hand anbieten, kooperieren – oder sterben

Haben wir einen vergessen? Google fehlt noch in der Übersicht. Mit Google TV wollte der allumfassende Internetkrösus sich auch einen Startplatz im Rennen um die Gunst der Fernsehzuschauer sichern. Die Inhalteanbieter aber fürchteten um die Beteiligung, die andere Hersteller ihnen gewährten und machen dem Projekt das Leben damit schwer, dass sie ihre Inhalte dafür nicht freigeben. Ansonsten ist Google, ähnlich wie Microsoft, indirekt gut positioniert, was die Unterhaltungsindustrie anbelangt. Das eigene Smartphone-Betriebssystem Android ist in seinen verschiedenen Versionen mittlerweile auf den meisten Geräten anderer Hersteller im Einsatz.

Für die monothematisch sortierten Hersteller kann die Zukunft nur Kooperation in allen Lebenslagen bedeuten. Toshiba etwa dürfte mit seinen brillenfreien 3D-Fernsehern leicht Kooperationspartner finden. Die Anbieter, die alle Produktbereiche liefern, haben es da leichter, sie zu verschmelzen. So stehen Samsung, LG, Apple und Microsoft derzeit sehr gut da, Sony und Google könnten den fehlenden Rückstand recht schnell aufholen. Alle anderen müssen sich etwas einfallen lassen: auf neue Produktbereiche setzen, oder in ihren Nischen stark sein – und kooperieren, wo immer es geht.

(Jürgen Vielmeier, Bilder: LG, Samsung)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.
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