Simfy macht iTunes-artigen Musikclient für alle kostenlos, Konkurrenz kann aufgeben.

Jürgen Vielmeier

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Der deutsche Musikstreaming-Dienst Simfy stellt seinen Desktop-Client, der bislang zahlenden Premium-Kunden vorbehalten war, ab heute für alle kostenlos zur Verfügung. 8 Millionen Tracks stehen damit allen Nutzern auch in der Desktop-Version zur Auswahl. Unser kleiner, längst überfälliger Test zeigt: Das ist genau das kostenlose, legale Angebot, was dem deutschen Musikstreaming-Service bisher noch gefehlt hat. Denn auch wenn Simfy sich damit stark an iTunes anlehnt, kann die Konkurrenz jetzt praktisch einpacken. Da leg ich mich fest.

Diese steile These möchte ich mit zwei Vergleichen untermauern. Erst vergangene Woche haben wir Sonys neue Musikflatrate Qriocity Music Unlimited vorgestellt, die bei uns im Test gar nicht mal schlecht weg kam. Qriocity bietet einen ganz hübschen Browser-Client, aber für den Anfang nur Zugang zu 6 Millionen Songs – und für einen mit Simfy vergleichbaren, unbegrenzten Zugang anfangs 9,99, später 12,99 Euro kostet. Zum Zweiten gewinnt Simfys Desktop-Client den Vergleich gegen die eigene Browser-Version um Längen.

Simfy macht Ping noch überflüssiger

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Simfys Browser-Client bietet die kostenlose Auswahl der gleichen 8 Millionen Stücke schon länger. Die Version macht aber so wenig Spaß, dass sie viele Nutzer eher abschrecken dürfte. Nach dem Login kommt man sich vor, als wäre Musikhören hier nur Nebensache. Man klickt sich lange durch; einfachste Funktionen wie das Abspielen eines neuen Songs, nachdem der alte beendet ist, sind nicht standardmäßig eingestellt. Die Radio-Funktion wie bei Last.fm steht im Vordergrund. Dies hat Simfys neuer Desktop-Client nun erheblich benutzerfreundlicher gelöst. Der Client sieht aus wie iTunes, was man nun gut oder schlecht finden kann. Auf jeden Fall erhält man hier einfacheren Zugriff auf die Stücke, kann über ein Herz-Symbol Favoriten und per Drag and Drop Playlists anlegen – und jedes Stück hören, so oft man will.

Die Social-Media-Integration mit Facebook und Twitter ist dezent gehalten. Man kann sich etwa mit dem eigenen Facebook- oder Twitter-Account einloggen und per Knopfdruck kundtun, welche Musik einem gefällt. Hier stellt Simfy also Apples bisher enttäuschendes Social-Music-Network Ping mit einfachen Funktionen in den Schatten. Einfache Bedienung, kostenloses, unbegrenztes Hören, große Auswahl, legal. Wozu bitte soll man sich da noch Musik illegal aus dem Netz ziehen?

Kleinere Aussetzer, Musik unterwegs für iOS und Android

Nun, einen Nachteil hatte ich im Test von Sonys Qriocity Music Unlimited bereits erwähnt, der auch bei Simfy auftaucht: Der Mensch ist nach wie vor Jäger und Sammler und will die Musik besitzen, die er hört. Das tut er auch bei Simfy nicht. Allerdings ist der Client so gestaltet, dass man durchaus das Gefühl bekommt, die 8 Millionen Stücke gehörten einem und man müsse sich für die Playlist nur noch die Tracks herauspicken, die man will. Als Premium-Kunde kann man die Musik sogar für unterwegs mitnehmen, weil sie lokal auf dem Gerät gespeichert wird. Allerdings nur für 9,99 Euro im Monat oder 99,99 Euro im Jahr, und nur für iOS-4-Geräte (iPhone 3G/3GS/4, iPad, iPod touch) und Android ab der Version 1.6. Ein kleiner technischer Nachteil: Simfy speichert die Stücke nicht lokal zwischen, so dass der Player selbst bei unserer recht hohen Bandbreite im Büro immer mal wieder kurz aussetzt.


Höre Musik und rede darüber: Simfy bietet einfache Sharing-Optionen für Twitter oder Facebook.

Und einen weiteren Nachteil sehe ich, oder eher eine noch wünschenswerte Zusatzoption: die Möglichkeit, seine eigene Musikauswahl in die Playlists aufzunehmen. Dann könnte man es bei einer Software belassen und müsste nicht mehr zwischen Simfy und seinen anderen Musikplayern hin- und herwechseln. 8 Millionen Stücke sind zwar eine Menge, aber eben doch nicht alles, was auf dem Markt ist oder einmal war. Und wenn man sich seine Musik irgendwo anders her besorgt hat, kann man diese zumindest bislang noch nicht in Simfy hinzufügen.

Aber sonst? Sonst kann man doch jetzt auf iTunes, Sony, Napster und Co. praktisch pfeifen. Wie sich das ganze finanziert? Eine gute Frage. Den kostenlosen Browser-Client hat Simfy mit Display-Werbung bestückt, im bisher kostenpflichtigen Desktop-Client war das bislang nicht nötig. Im Test lief mir in der Desktop-Version bislang keine Werbung über den Weg. Leider habe ich heute niemanden mehr von der Simfy-Pressestelle ans Telefon bekommen, um zu fragen, ob sich das nun ändert. Allerdings sehe ich bei Simfy auch durchaus einen Anreiz, um auf den Premium-Dienst umzusteigen. Mit dem kostenlosen Desktop-Client jedenfalls könnte Simfy der ganz große Wurf gelungen sein.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.