Trend Zuckerjungs: Millionen für Datingportal für Frauen, die jüngere Männer suchen

Jürgen Vielmeier

Schaut man sich so um in dieser Gesellschaft, gibt es nichts, was es nicht gibt. Viele Singles, gleichaltrig Verheiratete, mehr oder weniger erfolgreiche Männer mit viel jüngeren Frauen. Und offenbar auch einen wachsenden Markt für Frauen ab 35, die jüngere Männer suchen. Wie sonst ist zu erklären, dass es die Datingplattform Zuckerjungs nicht nur gibt, sondern sie vom Medienunternehmer Dirk Ströer und seiner Beteiligungsgesellschaft Media Ventures einen hohen zweistelligen Millionenbetrag Kapital erhalten haben soll?

Das berichtet New Business. Geld aus dem Paket erhalten auch die Schweizer und österreichischen Ableger Zuckerjungs.ch und Zuckerburschen.at. Die Dimensionen verblüffen. Hoher zweistelliger Millionenbetrag könnte vielleicht 80-100 Millionen Euro bedeuten, also so viel wie Holtzbrinck seinerzeit in StudiVZ investiert hat. Studenten gibt es mehrere Millionen, wie viele Frauen gibt es, die jüngere Männer suchen? Offenbar einige. 150.000 Mitglieder soll die Community haben; gleich 20.000 Neuanmeldungen soll es im Januar gegeben haben. Gundis Zámbó ist Werbefigur der Plattform, die im vergangenen Mai an den Start ging und eifrig im Fernsehen wirbt. Betreiber Andreas von Maltzan hat Erfahrung mit derartigen Diensten: Er hatte bereits Neu.de gegründet und plant nun weitere Nischenableger wie Zuckerdaddies.de. Letzteres kehrt das Prinzip Zuckerjungs um und findet George-Clooney-Verschnitte für jüngere Frauen.

Laut Deutsche Startups ist der Markt nicht unumkämpft. Altersvorsprung.de konkurriert in Deutschland mit Zuckerjungs, die Idee kommt offenbar aus den Staaten und heißt dort Cougarlife. Ich bin gerade ehrlich gesagt ein bisschen baff: Klar, Guy Ritchie (Madonna) und Ashton Kutcher (Demi Moore) haben sich ältere Frauen geangelt – beziehungsweise anders herum. Und ich kann auch durchaus nachvollziehen, wenn Singles über 35 beiderlei Geschlechts mit der Auswahl in ihrem Alter nicht mehr zufrieden sind. Aber warum suchen gut Aussehende Singles zwischen 25 und 35 – die anvisierte Zielgruppe von Zuckerjungs – ausgerechnet Partner, die deutlich älter sind, wenn man auch Gleichaltrige daten könnte?

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Junggesellen zwischen 25 und 35 – das dürfte ungefähr der Hauptleserschaft dieses Blogs entsprechen. Also: Verratet’s mir! Seid ihr dabei? Was macht den Reiz von Plattformen wie Zuckerjungs aus?

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.