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Rekord? Spiele-Entwickler sammelt 11.000 Euro auf deutschem Crowdfunding-Portal Pling ein


Wo wir gerade bei 80er Jahren und Nostalgie sind: Der Leipziger Spieleentwickler Chris Strauß will ein Multiplattformspiel der Zeichentrickserie „Saber Rider and the Star Sheriffs“ programmieren. Weil der Geschäftsführer des Spielestudios Firehazard dazu noch keinen Verleger gefunden hat und ihm dafür das Geld fehlt, hat er die deutsche Crowdfunding-Plattform Pling bemüht. 10.000 Euro wollte er über verschiedene Optionen sammeln – 11.300 Euro sind es bislang geworden. Und die Aktion läuft noch einen Monat lang.

Die Schwelle von 10.000 Euro, die Strauß mit seiner Aktion erreichen wollte, hat er vor rund zwei Wochen überschritten, wie uns David Paul Heberling mitteile, der Pling zusammen mit David Holetzeck betreibt. Mit dem Geld habe Strauß einen neuen Crowdfunding-Rekord in Deutschland aufgestellt. Ob das tatsächlich der Deutschland-Rekord ist, kann ich an dieser Stelle nicht überprüfen. Aber es sind beachtliche Zahlen und es hilft Strauß, den Plan in die Tat umzusetzen. 7 Prozent der gesammelten Summe behält Pling für sich ein. Das ist das Geschäftsmodell des jungen Berliner Unternehmens.

Neun Förderer zahlen jeweils 500 Euro

Wie Spieleentwickler Strauß in der Beschreibung seines Projektes mitteilt, hat er sich fünf Jahre lang um die Lizenz bemüht, um die Science-Fiction-Westernserie als Spiel herauszubringen. Dann hatten allerdings alle großen Verleger seine Idee abgelehnt. Aus der Zeichentrickserie aus den 80er Jahren ein Spiel zu entwickeln, sei aber ein Kindheitstraum von ihm gewesen, erklärt Strauß. Deswegen hat er sich entschlossen, es auf eigene Faust durchzuziehen. Crowdfunding-Tools wie Kickstarter, Inkubato, Indie Gogo und Sell a Band schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden, bieten sie Menschen doch die Möglichkeit, kleinere Projekte zu finanzieren ohne bei Banken oder Investoren um Geld betteln zu müssen.

Zur Stunde haben 107 Pling-Nutzer Strauß‘ Modell gefördert. Sie hatten und haben nach wie vor die Möglichkeit, ihn mit Beträgen zwischen 1 und 500 Euro zu unterstützen. Im Unterschied zu anderen Crowdfunding-Aktionen gibt Strauß den Spendern hier einen reellen Gegenwert: Am besten angenommen wurde die Option, für 50 Euro bereits im Voraus die Lizenz für das künftige Spiel zu erwerben. Dafür entschieden sich 55 Förderer, deren Geld erst bei Realisierung des Projektes von Pling abgebucht wird. Für 25 Euro erhält man den Soundtrack zum Spiel; für 500 Euro eine Spielekonsole nach Wahl im Saber-Rider-Look, mitsamt dem Spiel, dem Soundtrack und noch einigen weiteren Extras. Für diese Option haben sich immerhin neun Unterstützer entschieden, was Strauß 4.500 Euro einbringt (von denen er dann freilich noch die Konsolen bezahlen muss).

Strauß will „Saber Rider and the Star Sheriffs“ Anfang 2012 als On-Rails-Shooter für Xbox Live, Playstation Network (PSN) und Nintendo herausbringen.

(Jürgen Vielmeier)

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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

18 Kommentare

  • Schön und gut 11 000 Euro sind nicht wenig. Viel interessanter wäre aber ein Blick auf den deutschen Crowdfunding Markt. Ein Vergleich von Möglichkeiten bei anderen Anbietern wie Startnext, Betterplace, VisionBakery oder mysherpas. Denn auch bei diesen Seiten gibt es tolle Projekte für die Unterstützer reele Gegenwerte, wie CDs T-Shirts oä. bekommen.
    Pling ist somit nicht allein auf weiter Flur:)

    Gruß Guenny

  • Cooler Artikel! Ich liebe Saber Rider. Ich hab mir auch mal die andere Plattformen angeschaut und crowdfunding funktioniert nur so lala. Ich hab pling schon vorher gekannt und mit den beiden Davids mal gesprochen. Wirklich nette Leute. Kann ich nur empfehlen. Leider passte mein soziales Projekt nicht zu ihnen und dann haben sie mich zu betterplace verwiesen, was wirklich fair ist. Und die Betterplace Leute sind auch einfach nur toll. Danke das es sowas endlich in Deutschland gibt!

  • Kann mir kaum vorstellen, dass man mit 11000 Euro bei Spiele-Entwicklung weit kommt. Ist vielleicht mehr ein Marketing-Gag des Herstellers.

  • Schöne Aktion! Klar ist, dass die amerikanischen Plattformen einen Schritt weiter sind, da dort Fundraising generell (noch) einen deutlich höheren Stellenwert geniesst. Insofern finde ich es aber sehr beachtlich und unterstützenswert, dass es mit Pling u.a. zunehmend auch nennenswerte Fundings im deutschen Raum gibt!

  • „Anfang 2012“ – das scheint mir so, als wäre das Projekt schon fertig.

    Die Kohle wird also scheinbar nur benötigt um den fehlenden Verleger zu ersetzen?!

    Aber irgendwie erscheinen mir da 10tausend € recht gering. Vielleicht ein Werbegag für Pling und für das Spiel?

  • Das war mal wirklich sehr interessant für mich zu lesen. Auf dieser Basis könnte doch noch was aus meinem Kindheitstraum von einem eigenen Computerspiel werden. Die Entwicklung läuft zwar bereits aber da die Modder und Programmierer kein Geld bekommen gehts nur schleppend daher. Das werd ich bei uns im Team mal ansprechen ob wir nicht auch so eine Taktikfahren sollen. Wobei.. Unser Spiel wird halt nur für PC kommen, da werden sich warscheinlich keine Investoren finden da heute ja fast alles übern Konsolenmarkt läuft. Naja mal abwarten!

  • Als Egoshooter? Die Sauberbraten/cube2 engine her, ein paar Maps erstellt, ein paar Models erstellt und fertig. Ist doch leicht verdientes Geld.

  • @Chris: Danke für die Richtigstellung. Ist korrigiert! Gibt’s noch etwas, was du hinzufügen möchtest?

  • Auf jeden Fall eine stolze Summe für die kurze Zeit, allerdings noch viel stolzer wenn man die Zahl der Unterstützer betrachtet o.O

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