Der C64 ist wieder da! Seid ihr bereit 500 Euro für ihn zu bezahlen? (Update)

Jürgen Vielmeier

Der C64 ist wieder da! Commodore hat den 80er-Jahre Kultrechner in den USA wieder auf den Markt gebracht. Von außen sieht er fast genauso aus wie vor 29 Jahren, nur bei der Hardware hat der ebenfalls reaktivierte PC-Hersteller die alte Kiste ein bisschen getuned. Der neue „C64x Standard“ etwa hat WLAN, einen Multicardreader, eine 250-Gigabyte-Festplatte und einen DVD-Player. Unter der Haube werkelt ein Intel Atom Dual-Core-Prozessor mit 1,8 GHz, ein Nvidia Ion Grafikprozessor ist mit an Bord und statt der damaligen 64 Kilobyte beträgt der Arbeitsspeicher diesmal 2 Gigabyte. Den Anwender begrüßt ein Startmenü, aus dem er Windows 7 oder den alten C64-Startbildschirm auswählen kann. Hier sollen sich die alten Spiele wieder spielen lassen. Für die Windows-Version soll eine C64-Emulation zur Verfügung stehen.

Fünf Versionen hat Commodore vom C64 vorgestellt:

C64x Barebones: Nur das Retro-Gehäuse mit Tastatur und Kartenleser (250 US-Dollar)
C64x Basic: Funktionstüchtiger Rechner mit 160-GByte-Festplatte (595 Dollar)
C64x Standard: Wie oben vorgestellt, mit WLAN, DVD und 250-GByte-Festplatte (695 Dollar)
C64x DeLuxe: mit 4 GByte RAM, 500-GByte-Festplatte, DVD-Slotdrive (795 Dollar)
C64x Ultimate: mit 4 GByte RAM, 1-TByte-Festplatte und Bluray (895 Dollar)

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Commodore setzt bei diesen stolzen Preisen, die sich am Originalpreis von 1982 orientieren, auf Nostalgie. Man weiß, dass Geeks wie wir durchaus dazu bereit sind, so viel Geld dafür auszugeben. Um die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen, Freunde damit neidisch zu machen – und endlich mal einen stabilen und schnellen C64 zu besitzen. Der Hersteller hat aber auch einzelne Details, die gleich aussehen, neu aufgelegt, etwa nun eine Tastatur eingebaut, mit der sich besser tippen lässt. Nach einer Insolvenz des Unternehmens im Jahre 1994 hat sich die Marke Commodore durch zahlreiche Fusionen und Übernahmen im Jahr 2005 neu formiert. Die Firma stellt heute vor allem Amiga-Spielekonsolen her, die mit dem ursprünglichen Amiga 500 aber nichts mehr zu tun haben, nicht einmal das Gehäuse.

Update: Commodore hat einen „heißen“ Werbespot des neuen C64x vorgestellt und profitiert dabei stark von Bildern des Kinofilms „Tron Legacy“.

So wie ich das sehe, klingt die mittlere Version des neuen C64x für 695 Dollar hardwaretechnisch in etwa so ausgestattet, dass man damit gut arbeiten kann. Das wären knapp 500 Euro. Seid ihr bereit, das zu bezahlen? Ich komme gerade durchaus ins Grübeln. Immerhin war der C64 mein erster Computer. Und weil’s so schön ist, ihn wiederzusehen, zum Abschluss noch ein paar Fotos.

Im 21. Jahrhundert angekommen:

Der gute, alte Startbildschirm:

Auf Wunsch mit DVD:

Hach.

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(Jürgen Vielmeier, Bilder: Commodore)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.