Amazons neuer Bezahl-Button im Facebook-Stil: Einfacheres Zahlen, neue Abhängigkeiten

Jürgen Vielmeier

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Das Web wird Amazon. Der Online-Versandhändler hat heute einen Button für sein Bezahlsystem Amazon Payments auch in Deutschland vorgestellt. Online-Händler können damit einen Schaltknopf mit der Aufschrift „Bezahlen über Amazon“ in ihrem Shop einbinden und damit sicheres Zahlen über den Internet-Riesen anbieten. Das Versandhaus wandelt damit auf den Spuren des sozialen Netzwerks Facebook, das mit Buttons auf Drittwebsites die Möglichkeit anbietet, einen Link mit den Freunden zu teilen. Händler haben von Amazon Payments den Vorteil, auf kostspielige andere Bezahlmethoden verzichten zu können. Zusätzlich schafft das durchaus angesehene Versandhaus Vertrauen bei den Kunden, die mit ihren bei Amazon hinterlegten Informationen bezahlen können. Zusätzlich gilt der gleiche Garantie-Anspruch.

Der Händler zahlt keine Grundgebühr, aber pro Transaktion 35 Cent Gebühren an Amazon zusätzlich zu einer Provision. Diese beträgt bei bis zu 5.000 Euro Umsatz im Monat 1,9 Prozent und sinkt bei steigendem Umsatz stufenweise auf bis zu 1,2 Prozent (bei über 50.000 Euro Umsatz). Die Händler werden vermutlich frei entscheiden können, ob sie diese Gebühren an die Kunden weitergeben. Online-Shops aus den USA und Großbritannien soll der Schaltknopf angeblich bereits neue Kunden gebracht haben.

Amazon dehnt seinen Einfluss im Netz immer weiter aus

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Nutzt ein Kunde den „Bezahlen über Amazon“-Schaltknopf, wird er auf die Website von Amazon umgeleitet und bezahlt dort wie gewohnt. Dazu muss ein Händler seine Ware nicht über Amazon feil bieten, obwohl das seine Umsätze kaum schmälern dürfte. Der weltgrößte Online-Versandhändler will damit seinen Einfluss weiter vergrößern. Schon lange versendet Amazon nicht mehr alle Ware selbst, sondern viele Produkte über externe Händler. Jetzt dehnt man seinen Einfluss auch auf den Rest des Webs aus. Hinter immer mehr Verkäufen im Web steht Amazon; der Name soll zum Synonym für Online-Shopping werden. Es dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis Händler einen Online-Shop im Amazon-Look erstellen können.

In der Tat dehnt Amazon seinen Einfluss im Netz immer weiter aus und wird zum Facebook des Shoppens. So hat das Versandhaus vor kurzem einen Android-App-Store gestartet. Ein passendes Tablet gibt es wohl bald obendrauf; den E-Book-Markt sichern sich die Bad Hersfelder auch in Deutschland mit dem kürzlich hierzulande gestarteten Kindle Shop. Mit einem Cloud-Musikspeicher macht man gegen Apple und Google mobil.

Großkonzerne beherrschen das Web

Dass viele junge Startups ihre Websites in Amazons Cloudservice hosten, wird dann zum Nachteil, wenn der Dienst für mehrere Tage ausfällt, wie vergangene Woche geschehen. Da passt es ins Bild, dass Amazon gerade in den USA mit Facebook gemeinsame Sache macht: Verbindet man dort seinen Amazon-Account mit Facebook, erhält das Versandhaus ohne Einverständnis den Zugang zu den persönlichen Daten eines Nutzers und denen seiner Freunde.

Wir bewegen uns immer mehr in die Richtung eines von Großkonzernen beherrschten Internets. Amazon, Facebook, Google, Apple und vielleicht noch Microsoft teilen das Netz mit ihren Diensten unter sich auf. Und wir geraten zunehmend in ihre Abhängigkeit. Amazons Shopping-Lösung mag für kleine Händler auf den ersten Blick viele Vorteile bieten. Diese sind aber schnell aufgebraucht, wenn der Konzern eines Tages den Markt dominiert und die Preise nach Belieben diktiert. Deutlich lieber wären mir mehrere kleine Anbieter, die einfache und sichere Bezahllösungen für unabhängige Online-Shops anbieten. Hoffentlich lässt sich der Trend noch aufhalten.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.